Mindestlohn - Braucht ihn der Unternehmer oder die Politik?

Der Mindestlohn ist eines der Streitthemen schlechthin. Nicht nur die Parteien können hiervon ein Lied singen, sondern auch die Unternehmen und Gewerkschaften. Doch wie wichtig ist der Mindestlohn tatsächlich? Welche Vorteile ergeben sich daraus, welche Nachteile? Es gibt sicher, wie bei jeder anderen Fragestellung auch, zwei Seiten der Medaille. Grundsätzlich kann hier nur schwer eine Einigung erzielt werden, da ein massiver Interessenskonflikt besteht.

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Der Mindestlohn bedeutet für Unternehmen höhere Kosten. Das würde bedeuten, dass viele Mitarbeiter entlassen werden müssten oder dass Unternehmen sich nicht mehr halten können. Für die Politik ist der Mindestlohn dagegen eher ein Instrument, um die Wählerschaft auf die eigene Seite zu holen. Allerdings gibt es auch hier Unterschiede.

Mindestlohn aus Unternehmersicht

Gerade Existenzgründer dürften sich vor dem Mindestlohn scheuen, bedeutet er doch eine massive Belastung insbesondere in der Anfangszeit. Sind wenige oder keine Aufträge vorhanden, müssen diese erst aufwändig akquiriert werden, dann wird es äußerst schwierig, einen Mindestlohn an Arbeitnehmer zu zahlen. Die Alternative wäre, auf Arbeitnehmer zu verzichten. Doch auch dies ist oftmals aufgrund der trotz allem anfallenden Arbeit nicht möglich. In erster Linie stehen also die Kosten für den Mindestlohn als Negativ-Faktor auf dem Plan von Unternehmern und Gründern. Mit einem Mindestlohn wird kein Wettbewerb mehr möglich, so scheint es. Zudem lassen sich die dadurch bedingten höheren Preise mitunter nicht am Markt durchsetzen.

Die andere Seite besteht darin, dass ein Mindestlohn auch positive Aspekte mit sich bringen kann. Wird flächendeckend ein Mindestlohn eingeführt, steht den Menschen mehr Geld zur Verfügung. Sie könnten dann auch die entstehenden höheren Preise zahlen und somit die Wirtschaft ankurbeln. Der Mindestlohn wäre somit ein Auftrieb für die Wirtschaft, würde jedoch, um im Wettbewerb bestehen zu können, die Gewinne schmälern.

Mindestlohn aus Politikersicht

Für die Politik ist der Mindestlohn ein sehr gutes Instrument, um dem Volk wieder näher zu kommen. Dabei werden allerdings Mindestlöhne vorgeschlagen, die ebenfalls sehr gering sind. Im eigentlichen Sinne gibt es den Mindestlohn ohnehin bereits, denn mit der Einführung von Hartz IV wurde eine Untergrenze des Einkommens bestätigt. Wer für weniger Geld arbeiten geht, kann sein Einkommen aufstocken, womit ein Mindestlohn gewährleistet ist.

Jedoch ist es andererseits auch nicht die Pflicht des Staates, die Arbeitnehmer finanziell zu unterstützen, die von den Arbeitgebern einen zu geringen Lohn erhalten. Denn diese Unterstützung geht immer zu Lasten aller Steuerzahler. Die Unternehmen sind jedoch, insbesondere in strukturschwachen Regionen, auf der stärkeren Seite und können somit Niedriglöhne nach Belieben festsetzen.



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