Im Team gründen – Vor- und Nachteile der GbR

Gründer sollten die Wahl der Unternehmensform genau überdenken, da ein späterer Wechsel kompliziert und teuer ist. Eine geeignete Unternehmensform für Freiberufler und Gewerbetreibende stellt die Gesellschaft bürgerlichen Rechts – kurz GbR – dar. Dabei ist besonders interessant, dass die Gründung ohne großen organisatorischen und finanziellen Aufwand möglich ist. Darüber hinaus bietet eine GbR weitere Vorteile, sie hat aber auch Nachteile.

Bild: Peggy_Marco / pixabay.com

Was ist bei der Gründung einer GbR zu beachten?

Die Gründung einer GbR ist mit mindestens zwei Gesellschaftern möglich. Sowohl Gewerbetreibende als auch Freiberufler können eine GbR gründen. Sie schließen sich dabei für eine gemeinsame Tätigkeit zusammen. Lediglich eine kaufmännische Tätigkeit darf die GbR nicht ausüben.

Die rechtliche Regelung der GbR findet sich in § 705 – 740 des BGBs. Demnach reicht ein mündlicher Vertragsschluss zwischen den Gesellschaftern aus. Rechtlich vorgeschrieben, sind die Anmeldung des Unternehmens beim Gewerbe- und Finanzamt sowie die Mitgliedschaft der Gesellschafter in der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer und bei Freien Berufen, wie Rechtsanwälten, in der jeweiligen Berufskammer.

Vorteile einer GbR

  • kostengünstig, weil hier kein Mindeststartkapital notwendig ist
  • einfache Gründung: Sobald sich mindestens zwei Partner zu einer gemeinsamen Tätigkeit entschlossen haben, entsteht eine GbR.
  • bietet sich für kurzfristige und langfristige Zusammenschlüsse an
  • nur wenige Formalitäten müssen eingehalten werden

Der letzte Punkt ist zugleich Vor- und Nachteil. Zwar bleibt den Gesellschaftern Gestaltungsspielraum, um individuelle Regelungen festzulegen. Halten sie diese aber nicht schriftlich fest, gilt bei Rechtsstreitigkeiten § 705 BGB, der immer die gemeinschaftliche Geschäftsführung und Vertretungsmacht aller Gesellschafter vorsieht. Dies kann im Einzelfall nachteilig für den einzelnen Gesellschafter sein.

Nachteile einer GbR

Ein schwerwiegender Nachteil der GbR ist die Haftung. Die Gesellschafter haften gemeinsam, zu gleichen Teilen und unbeschränkt.
Das bedeutet: Zunächst haftet die GbR für Verbindlichkeiten, dann die Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen. Eine Haftungsbeschränkung kann nur mit jedem Vertragspartner einzeln ausgehandelt werden und muss schriftlich fixiert sein. Die Haftungsbeschränkung als Teil der AGB anzulegen, ist unzulässig. Auch für das Handeln eines Gesellschafters haften alle Gesellschafter gemeinsam. Fehlverhalten eines einzelnen kann damit die anderen in Bedrängnis bringen.

Eine GbR ist darüber hinaus nur für Kleingewerbe möglich. Sobald der Gewerbebetrieb den Rahmen des Kleingewerbes überschreitet, muss die Unternehmensform zum Beispiel in eine OHG umgewandelt werden.

Rechte und Pflichten vertraglich festlegen

Nach § 705 BGB steht bei einer GbR im Vordergrund, einen Zweck gemeinsam zu erreichen. Deshalb haben die Gesellschafter gemeinschaftliche Geschäftsführungsbefugnis und Vertretungsmacht. In den meisten Fällen empfiehlt sich jedoch ein Gesellschaftsvertrag mit individueller Regelung von Rechten und Pflichten. Der Vertrag dient bei späteren Kompetenzstreitigkeiten als Beweismittel.

Der Gesellschaftsvertrag sollte Folgendes unbedingt regeln:

  • Geschäftsführung
  • Vertretungsmacht
  • Höhe der Gesellschafterbeiträge
  • Tätigkeitsvergütung
  • Haftungsverteilung
  • Entnahmerecht von den Geschäftskonten
  • Ausscheiden eines Gesellschafters
  • Wettbewerbsverbot 

Aufgabenverteilung in der GbR

Typisch für die GbR ist es, dass alle Gesellschafter im Unternehmen mitarbeiten. Deshalb ist es empfehlenswert, auch die Aufgabenverteilung schriftlich zu fixieren, um Streitigkeiten zu vermeiden. Abhängig von ihren Kompetenzen verteilen die Gesellschafter die Hauptaufgaben unter sich. Darüber hinaus muss jedoch auch die tägliche Büroarbeit erledigt werden. Gründer können sich jedoch Tätigkeiten wie Buchhaltung und  Auftragsbearbeitung durch Unternehmenssoftware erleichtern. Diese bietet Hilfestellungen und Tipps und erledigt Aufgaben teilweise automatisiert. Dadurch ist eine Buchhaltungskraft, für die im straffen Budget von Gründern meist kein Platz ist, nicht notwendig. Wichtig ist nur, dass die Aufgaben entsprechend der Kompetenzen und gerecht verteilt sind. Arbeiten zum Beispiel ein Kreativer und ein Wirtschaftswissenschaftler zusammen, macht es Sinn, dass der Wirtschaftswissenschaftler die Buchhaltung übernimmt.

Fazit

Die GbR eignet sich für mindestens zwei Gründer, die keine kaufmännische Tätigkeit, aber ein Kleingewerbe ausüben wollen. Da man formlos eine GbR gründen kann, ist sie eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit für Start-Ups. Gründer sollten sich jedoch bewusst sein, dass sie für Verbindlichkeiten mit ihrem Privatvermögen haften. Darüber hinaus ist ein Gesellschaftsvertrag mit individuellen Regelungen unbedingt zu empfehlen.



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