Betriebliche Gesundheitsförderung: Das können Sie steuerfrei bieten

Die Gesundheit ist unser höchstes Gut und auch viele Arbeitgeber erkennen mittlerweile, dass sie ihren Arbeitnehmern verhelfen sollten, mehr Gesundheit zu erreichen. Hierfür ist es allerdings von Bedeutung, dass Sie die wichtigsten Grundlagen der betrieblichen Gesundheitsförderung kennen. Über diese wollen wir Sie aufklären.

Bild: DarkoStojanovic / pixabay.com

Grundsätzlich können Sie gesundheitsfördernde Maßnahmen bis zu einem Betrag von 500 Euro pro Arbeitnehmer und Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei gewähren. Allerdings gilt dies nur, wenn die Leistungen nicht auf den Arbeitslohn angerechnet oder durch Umwandlung erbracht werden.

Diese Leistungen werden gefördert

Grundsätzlich können nur Maßnahmen im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung steuerfrei erbracht werden, die den Kriterien der Krankenkassen entsprechen. Sie können in diesem Leitfaden nachgelesen werden.

Wichtig ist außerdem, dass die Leistungen bezüglich der Zweckbindung, Zielgerichtetheit und Qualität den §§ 20 und 20a SGB V entsprechen. Dabei wird unterschieden in die Primärprävention und die betriebliche Gesundheitsförderung. Erstere Leistungen beinhalten alle Möglichkeiten, die der Verbesserung des Gesundheitszustands dienen.

In Frage kommen demzufolge Leistungen, wie:

  • Reduzierung von Bewegungsmangel und Vorbeugung vor selbigem
  • Vermeidung von Mangelernährung
  • Vermeidung bzw. Reduktion von Übergewicht
  • Reduzierung bzw. Vermeidung von Belastungen des Bewegungsapparates, die durch die Arbeit bedingt werden
  • Förderung der Stressbewältigung am Arbeitsplatz
  • Gesunde Ernährung am Arbeitsplatz, etwa durch Erstellen eines ausgewogenen Speiseplans in der Kantine
  • Entspannung und Stressbewältigung
  • Vermeidung von Suchtmittelkonsum

Beispiele für förderfähige Leistungen

Auch wenn es sich vielfach unglaublich anhört: Selbst ein Yoga-Kurs kann der betrieblichen Gesundheitsvorsorge dienen. Er reicht in den Bereich der Bewegungsprogramme, die außerdem Stress vermeiden helfen. Sogar Schutzimpfungen können Sie steuerfrei gewähren. Sinnvoll kann dies beispielsweise bei der Grippeschutzimpfung sein, um den Krankenstand im Unternehmen zu senken.

Vorsorgeuntersuchungen, die nicht ohnehin im überwiegenden betrieblichen Interesse liegen, können Sie ebenfalls übernehmen. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern eine Bildschirmarbeitsbrille an, kann diese genauso steuerfrei gewährt werden. Wollen Sie Ihren Mitarbeitern Massagen während der Arbeitszeit bieten oder Seminare zur Raucherentwöhnung, können Sie diese ebenfalls steuerfrei gewähren.

Auch Barleistungen sind möglich

Da die Kosten für die betriebliche Gesundheitsförderung sehr hoch sind und gerade kleinere Unternehmen sich oft keine eigenen Programme leisten können, muss es hierfür Ausnahmen geben. Sie können beispielsweise Ihrem Arbeitnehmer die Teilnahme an einer Rückenschule ermöglichen. Der Arbeitnehmer erhält die Rechnung, die Sie ihm erstatten.

Allerdings sollten Sie die Rechnung zu den Lohnunterlagen nehmen. Und es muss ebenfalls eindeutig ersichtlich sein, dass die Rückenschule den Anforderungen der Kasse entspricht. Wollen Sie dagegen die Kosten für das Fitnessstudio, den Eintritt in die Sauna oder Schwimmhalle übernehmen, können Sie dies nicht steuer- und sozialversicherungsfrei tun. Denn hier ist kein eindeutiger Nachweis darüber gegeben, dass ein qualifizierter Anbieter die Maßnahmen zur Gesundheitsförderung durchführt.

Wenn der Höchstbetrag überschritten wird

Wie eingangs erwähnt, können Sie maximal 500 Euro pro Jahr und Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei für die Gesundheitsvorsorge aufwenden. Sollten Sie diesen Höchstbetrag überschreiten, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Gewähren Sie beispielsweise Kurse zur Entspannung und Stressbewältigung für 500 Euro hätten Sie damit den Betrag bereits erreicht. Lassen Sie Ihre Arbeitnehmer zusätzlich an einer Rückenschule teilnehmen, die überwiegend Ihre betrieblichen Interessen verfolgt, bleiben die Kosten hierfür ebenfalls steuerfrei.

Wenn statt der Rückenschule aber ein Kurs für die Raucherentwöhnung angeboten wird, muss dieser versteuert werden. Im Beispiel gehen wir von Kosten für die Raucherentwöhnung von 100 Euro aus. Insgesamt haben Sie somit 600 Euro für die Arbeitnehmer aufgewendet, 500 bleiben steuer- und sozialversicherungsfrei. Der überschüssige Betrag muss dagegen versteuert werden, ebenso sind Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten, da es sich um einen geldwerten Vorteil handelt.
 



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