Die Umsetzung eines eigenen Modeschmuck Onlineshops

Im letzten Teil der Serie „Das Gründerlexikon begleitet einen Onlineshop für ein Jahr“ haben wir über die Auswahl des geeigneten Shopsystems für den Modeschmuck Onlineshop Glitzerladen.de berichtet. Heute beleuchten wir die Umsetzung des Projekts. Dabei spielt wieder das ausgewählte Shopsystem und die damit verbundenen Gestaltungsmöglichkeiten eine Rolle. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit dem Betrieb und der Wartung des Onlineshops Glitzerladen.de

Der Plan: Ein Shop in 3 Monaten

Nachdem mit den ersten Schmuckstücken und der Auswahl des Shopsystems der Grundstein gelegt war, haben wir damit begonnen, den Shop umzusetzen. Der Plan war, nach ca. 3 Monaten mit dem Shop online zu gehen. 

Auf der Suche nach einem freien Domainnamen war uns wichtig, dass der Name zum Sortiment passt, er aber das Geschäftsmodell nicht von Beginn an zu stark auf Modeschmuck einschränkt. Darüber hinaus sollte er Wiedererkennungswert haben und natürlich musste die entsprechende Domain auch noch zu haben sein. Der Name „Glitzerladen“ war geboren.

Nach der Sicherung der Domain machten wir uns zu dritt an die Arbeit. Ein Designvorschlag war zu erarbeiten, die Installation und Anpassung des Shops musste erfolgen und alle Vorbereitungen zur „Befüllung“ des Shops (Produkte, Texte, etc.) sollten getroffen werden.

Die Grundlage: Das Shopsystem Magento

Wie im letzten Teil der Serie bereits erwähnt, dient uns das Shopsystem Magento als Grundlage. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, den Shop auch selbst zu installieren – mittlerweile gibt es „Magento Go“, das ohne Kenntnisse einfach per Service gebucht werden kann. In diesem Fall halten sich die Gestaltungsmöglichkeiten allerdings in Grenzen, da man nicht auf die Komponenten und Datenbanktabellen zugreifen kann. 

Magento basiert auf den Technologien PHP und MySQL. PHP ist die „Programmiersprache“ und im Gegensatz zu Java oder Ruby relativ leicht zu erlernen. MySQL ist ein Datenbanksystem auf Open-Source-Basis, das mit ein wenig SQL-Kenntnissen einfach bedient werden kann. Die gleichen Technologien werden beispielsweise auch bei Wordpress verwendet, so dass man die Kenntnisse gut adaptieren kann.  

Magento nutzt darüber hinaus einige Frameworks. Das sind Sammlungen von Bibliotheken der jeweiligen Programmiersprache, die die Entwicklung beschleunigen und vereinfachen sollen. Das eingesetzte PHP-Framework ist ZEND und das entsprechende Front-End- Framework auf JavaScript-Basis ist Prototype. 

Das Aussehen: Ein anspruchsvolles Design muss her

Ein Onlineshop lebt von und funktioniert aufgrund weniger Faktoren. Neben der Leistung also den Produkten, Preisen, Lieferservices stehen vor allem Ladezeiten, Aussehen und Usability im Vordergrund. Letztere zahlen darauf ein, dass der User die Seite nicht sofort wieder verlässt und ihr ein für den Kauf notwendiges Maß an Vertrauen schenkt. Daher war und ist uns ein möglichst professionell wirkendes Design sehr wichtig. Beim Einsatz von Magento ist ein weiterer Vorteil, dass man auf eine Vielzahl von Themes bzw. Templates zugreifen kann, die entweder kostenpflichtig oder sogar kostenlos zu haben sind. Ähnlich wie bei Wordpress gibt es unzählige vorgefertigte Designvarianten

Allerdings haben wir bei unserer Recherche kein für den Glitzerladen passendes Design entdeckt, so dass wir das spätere Aussehen des Shops selbst bestimmt haben. Frank, mein Bruder hat Designentwürfe auf Basis von Photoshop-Templates für Homepage, Produktseite, Produktliste und Bestellprozess erstellt und ich habe auf deren Basis die Realisierung vorgenommen. 

Dabei ist die Frontendentwicklung von Magento nicht ganz ohne. Durch ein ausgeklügeltes Konzept von XML-Layout-Dateien und einzelnen PHP-Komponenten für Funktion und Inhalt musste ich mich zunächst einigen Herausforderungen stellen. Nach ein paar Tagen Einarbeitung funktioniert das Gestalten aber problemlos. 

Die Funktionen: Programmierkenntnisse wünschenswert 

Um die eigentliche Funktionalität von Magento dort wo notwendig auf seine Wünsche anzupassen sind zweifelsfrei Programmierkenntnisse sinnvoll. Grundkenntnisse der objektorientierten Programmierung und der Umgang mit PHP und MySQL sind sehr hilfreich wenn man, den Funktionsumfang von Magento auf eigene Faust erweitern will. 

Wir haben zum Beispiel eine Ab-Preis-Logik für konfigurierbare Artikel und eine Vorschau für unsere Namensketten selbst erstellt. Eine weitere einfache Alternative, den Funktionsumfang zu erweitern, sind die zahlreichen zum Teil kostenlosen Extensions, die man über Magento Connect beziehen kann.  

Die Technik: Geeignetes Hosting und schnelle Ladezeiten

Wenn man sich dafür entscheidet, den Shop selbst zu installieren und weiterzuentwickeln, stellt sich als nächstes die Frage nach einem geeigneten Hosting. Da Magento auf gängigen Technologien basiert, ist es gar nicht schwer ein Hosting-Paket zu finden. Allerdings liegt hier wie so oft der Teufel im Detail. 

Durch die doch sehr komplex gewordene Struktur des Shops kämpft Magento seit mit dem Makel, ein sehr langsames Shopsystem zu sein. Die Ladezeiten, also die Zeit, die die Seite braucht um beim Kunden angezeigt zu werden ist in zweierlei Hinsicht erfolgskritisch. Einerseits führen lange Ladezeiten zu höheren Absprungraten; die User verlassen die Seite einfach wieder oder sind nach kurzer Zeit genervt und schließen deshalb den Kauf nicht ab. Andererseits sind die Ladezeiten auch ein Faktor für das Ranking in Google und daher für die Suchmaschinenoptimierung relevant.

Da wir vom Glitzerladen den Grundsatz haben, so wenig Kosten wie möglich zu verursachen, haben wir uns Anfangs für ein recht kleines und günstiges Hosting-Paket entschieden. Allerdings wurden wir dort mit ziemlich schlechter Performance und z.T. längeren Ausfallzeiten unangenehm überrascht. Daher sind wir seit ca. einem halben Jahr bei einem Hoster unter Vertrag, der sich auf Magento-Shops und deren Performance- Optimierung spezialisiert hat (Rackspeed).

Serverseitig sind alle Einstellungen daher bereits von vornherein so konfiguriert, dass Magento optimal läuft. Neben ein paar Einstellungen im Shop sind somit alle Voraussetzungen für ein schnelles Surferlebnis im Glitzerladen erfüllt. 

Der Betrieb: Pflege, Wartung und Datensicherung

Im günstigsten Fall übernimmt der Hoster alle notwendigen Maßnahmen für einen reibungsfreien Betrieb. Wartungsarbeiten an der Hardware und Datensicherung in sinnvollen Abständen sind essenzieller Bestandteil eines guten Hosting-Pakets. 

Um allerdings die Performance halten zu können, müssen Logs und Datenbanken von Magento regelmäßig bereinigt werden. Hier helfen die einstellbaren Cron-Jobs im Admin-Interface über die nebenher auch noch der E-Mailversand sowie die Statistik- Aktualisierungen gesteuert werden.

Neben den regelmäßigen Datensicherungen des Hosting-Anbieters sicheren wir aber das Filesystem und die Datenbanken von Magento ebenfalls regelmäßig, so dass wir für die Weiterentwicklung immer einen aktuellen Stand haben. Darüber hinaus sichern wir natürlich vor jeder Änderung, so dass ein Zurückrollen nach einer fehlgeschlagenen Änderung vorgenommen werden kann. 

Fazit & Ausblick 

Das Projekt wurde tatsächlich in relativ kurzer Zeit von 3 Monaten umgesetzt. Sicherlich können Shop-Projekte auf Basis von Standard-Shopsystemen wie Magento abhängig von Ressourceneinsatz schneller umgesetzt werden. Die Projektlaufzeit des Glitzerladens muss daher kein Maßstab sein.

Bis jetzt sind wir mit der Installation und Konfiguration, unserem Design und dem Hosting sehr zufrieden. Hin und wieder neben wir Verbesserungen am Design vor und ergänzen neue  Funktionen um unseren Kunden immer das bestmögliche Einkaufserlebnis zu bieten.

Das Hosting ist derzeit auch gut dimensioniert. Sollten die Besucherzahlen drastisch ansteigen und die Zahl der Produkte zunehmen, ließe sich das Paket aber jederzeit flexibelskalieren.

Im nächsten Teil der Serie geht es um das Marketing im Glitzerladen. Wir beleuchten zuerst die Bausteine Search Engine Optimization (SEO) und Search Engine Advertising (SEA).

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