Marketing: SEO und SEA für einen Modeschmuck Onlineshop

Im letzten Teil der Serie ging es darum, wie der Modeschmuck Online Shop Glitzerladen in
nur 3 Monaten entstanden ist.

Heute berichten wir darüber, wie der Glitzerladen die Frage nach dem „Wie bekomme ich Besucher, die letztlich zu Kunden werden?“. Hier gibt es unterschiedliche Ansätze, die vom
Glitzerladen-Team verfolgt wurden bzw. werden. Hauptsächlich soll es im Folgenden um das
Suchmaschinenmarketing gehen. Es gibt auch andere Arten von Online-Marketing wie z.B.
Affiliate-Marketing, Social-Media-Marketing, diese werden wir heute allerdings nicht genauer
beleuchten.

Suchmaschinenmarketing (SEO oder SEA)

Grundsätzlich kann man zwei wesentliche Arten von Suchmaschinenmarketing unterscheiden. Unter SEO versteht man Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization) unter SEA versteht man Anzeigen-Marketing in Suchmaschinen (Search Engine Advertising).

Ziel dieser beiden Arten ist es Besucher über Suchmaschinen auf die eigene Seite zu bekommen. Da im deutsch sprachigen Raum Google ca. 96% Marktanteil hat (Quelle: Focus) konzentrieren wir uns natürlich auf den Platzhirsch. Fast alle Suchmaschinen analysieren das weltweite Netz und erstellen dabei einen so genannten Index über den dann in sehr kurzer Zeit gesucht werden kann. Die Sortierung der Seiten im (organischen) Index ergibt sich aus dem Algorithmus der Suchmaschine. Das Ziel von Google ist es, relevanten und aktuellen Content zum jeweiligen Suchwort zu finden. Vereinfacht heißt das, je relevanter der Inhalt der Website, desto eher erscheint sie in den Suchergebnissen.

Das gilt allerdings nicht für alle Ergebnisse. Einige Ergebnisse zu Suchanfragen sind Anzeigenwerbung. Für die gilt, je höher der Preis, desto besser die Platzierung. Die Anzeigen stehen in der Regel über den eigentlichen Suchergebnissen bzw. am rechten Rand der Ergebnisseite.

Alle Maßnahmen die sich darauf beziehen, dass die eigene Seite häufiger und weiter vorne in den organischen Ergebnissen auftaucht nennt man SEO. Weder für das Listen noch für den Klick auf das Ergebnis entstehen dabei Kosten. Die Aktivitäten, die sich auf die Anzeigen beziehen, nennen sich SEA. Bei den Anzeigen gilt ein Bieterprinzip bezogen auf Kosten pro Klick auf die Anzeige. Bietet Anbieter A mehr pro Klick als Anbieter B so erscheint seine Anzeige weiter vorn und die Wahrscheinlichkeit des Klicks steigt.

Der aufmerksame Leser dieser Serie wird sich gemerkt haben, dass unser Geschäftsmodell auf möglichst minimalen laufenden Kosten beruht. Daher beschränken wir uns hauptsächlich auf SEO, da wie schon erwähnt, hier keine unmittelbaren Kosten entstehen. Lediglich für ein bis zwei wichtige Keywords/Suchworte schalten wir aktuell Anzeigen bei Google. SEO ist zwar im Ergebnis (Listung, Klick) kostenlos allerdings im Gegensatz zu SEA mit sehr viel initialem Aufwand verbunden, der sich nur dann auszahlt, wenn die Maßnahmen gezielt erfolgen.

Den Shop optimieren (Onsite-Optimierung)

Zu Beginn haben wir uns Gedanken darüber gemacht, zu welchen Suchworten (Keywords) wir gefunden werden wollen. Bei der Auswahl der relevanten Keywords spielt natürlich das Thema des Shops eine übergeordnete Rolle. Als Modeschmuck Shop wollen wir nicht bei der Suche nach hochwertigem Schmuck gefunden werden. Selbst, wenn man es durch Optimierung schaffen würde, wäre der User enttäuscht vom Ergebnis und würde die Seite mit hoher Wahrscheinlichkeit schnell wieder verlassen.

Wir haben uns für die Suchworte „Modeschmuck Online“ und „Modeschmuck Online Shop“ entschieden und unsere Startseite darauf optimiert. Google analysiert zur Bewertung der Relevanz zu einem bestimmten Keyword hauptsächlich die URL, den Seitentitel, die Dokumentstruktur inkl. Überschriften sowie die auf der Seite befindlichen Texte, Links und Bilder. Diese haben wir entsprechend so gestaltet, dass die o.g. Keywords enthalten sind.

Das ist allerdings nicht nur eine Maßnahme zur Optimierung für die Suchmaschine selbst, sondern natürlich auch für den Besucher der Seite. Es ist wichtig, für ihn zu wissen, um was für einen Shop es sich handelt. Während ein Mensch jedoch beispielsweise den Inhalt von Bildern interpretieren kann, fällt das einer Maschine wie Google schwerer. Daher sollte man entsprechende Alt-Texte und ähnliches auch immer beachten. Aber auch das ist für eine barrierefreie Seite selbstverständlich.

Außerdem haben wir versucht, mit verschiedenen internen Links im Shop hilfreiche und sinnvolle Verknüpfungen zu weiteren interessanten internen Seiten zu diesem Thema zu
schaffen. Auch auf diesem Wege steigt die Relevanz der einzelnen Seiten zum jeweiligen Keyword.

Als Shopbetreiber muss man sich darüber hinaus noch Gedanken machen, mit welchen Seiten man im Suchindex erscheinen möchte. Die Startseite sowie Kategorieseiten haben den Vorteil, dass sie hervorragende Zielseiten (Landing-Pages) sein können. Zum Suchbegriff „Namenskette“ soll möglichst nicht nur ein Produkt gefunden werden, sondern idealerweise die ganze Kategorie mit 10 oder mehr Produkten. So steigt die Chance, dass der User sich für eine Kette interessiert und die Seite nicht sofort wieder verlässt. Auf sehr spezielle Keywords dagegen z.B. „Namenskette mit Swarovski-Edelstein“ kann es durchaus sinnvoll sein, Produktseiten zu optimieren.

Die Wahl der Keywords sollte dabei bewusst getroffen werden. Wir schauen uns z.B. vor der Erstellung neuer Kategorien oder vor dem Einstellen neuer Produkte immer auch die Suchhäufigkeit bestimmter Begriffe an.

Aktuell optimieren wir beispielsweise auf die Begriffe „Armband mit Gravur“ sowie auf „Kette mit Initialen“, die beide recht häufig gesucht werden. Natürlich haben wir auch die passenden Produkte dazu und sind überzeugt davon, dass unsere Produkte genau die sind, die der User in diesem Augenblick finden möchte.

Den Shop bekannt machen (Offsite-Optimierung)

Ist die Seite in sich gut strukturiert, enthält sinnvollen Inhalt in angemessenem Umfang und wird idealerweise regelmäßig aktualisiert, dann fehlt nur noch eins: „Relevanz von Außen“. Wenn die Seite nur für sich im Netz steht, ohne dass andere Seitenbetreiber und Internetnutzer sie ebenfalls als relevant einschätzen in dem sie darauf verweisen, wird sie vermutlich nicht in den Suchergebnissen erscheinen.

Als erstes haben wir den Shop bei Google bekannt gemacht, in dem wir eine Sitemap erstellt haben und diese in der robots.txt sowie im Google-Webmastertools angemeldet haben. Darüber hinaus haben wir den Onlineshop sehr früh in kostenlosen Webverzeichnissen angemeldet. Auf diesem Weg haben wir schon einige Links auf unsere Seite (so genannte Backlinks) bekommen. Zu Beginn kann es auch sinnvoll sein, die Seite bei Bookmarkdiensten anzumelden. Diese Maßnahmen dienen in allererster Linie dazu, Google mitzuteilen, dass die Seite existiert und so eine Indizierung zu ermöglichen.

Nun muss man sich darum bemühen, dass die Seite von anderen als interessant und sinnvoll empfunden wird, um Empfehlungen in Form von Links, Likes, Tweets, etc. zu bekommen. Im Onlineshop-Umfeld sind es vor allem die Produkte, die Preise und die Leistungen, die den Kunden bzw. User überzeugen können, von Ihren positiven Erfahrungen zu berichten. Es ist allerdings nicht leicht hierfür Empfehlungen zu bekommen, da man mit anderen Onlineshops natürlich häufig im Wettbewerb steht, während Themenseiten sich eher untereinander verlinken. Wir versuchen daher auch ständig neben interessanten Produkten wichtige Themen und Trends aufzugreifen und darüber zu schreiben, so dass wir nicht nur für Produkte und Leistungen interessant sind.

Dieser Teil der Suchmaschinenoptimierung verursacht unserer Meinung nach den meisten Aufwand, da es doch mittlerweile relativ schwierig geworden ist, andere dazu zu bewegen, die eigene Seite zu verlinken, noch dazu, wenn es sich um einen Onlineshop handelt. Er gehört aber zur täglichen Arbeit, da nur so wirklich gute Positionierungen bei Google erreicht werden können.

Prüfen und Verbessern

Wenn man zu den ersten zwei bis drei Keywords dann bei Google vielleicht sogar schon auf der ersten Seite erscheint, kann man versuchen das „Ranking“ zu verbessern. Entweder man muss noch ein paar Schrauben auf der eigenen Seite drehen (z.B. interessante Texte oder eine bessere interne Verlinkung) oder man versucht weiter an der externen Empfehlungsquote zu arbeiten.

Aus unserer Erfahrung ist es wichtig, dass man einige Keywords hat, die a) häufig gesucht werden und bei denen man b) auf den ersten 3 Positionen erscheint. Das Verhalten der User auf Google ist so, dass ca. 70-80 % auf die ersten 3 Ergebnisse des organischen Index entfallen. Kaum jemand blättert z.B. auf Seite zwei.

Um die Klickrate zu erhöhen, kann man versuchen, die eigene Erscheinung in den Suchergebnissen zu verbessern. Google zeigt in der Regel folgende Informationen der Seite in den Suchergebnissen (SERPS) an: Seitentitel, URL, Meta Description. Durch die Verbesserung dieser Inhalte (Siehe Onpage-Optimierung) kann man die Seite für den Kunden noch relevanter erscheinen lassen, so dass die Wahrscheinlichkeit eines Klicks steigt. Google experimentiert sehr viel mit der Erscheinung der Ergebnisse herum. So lassen sich bei entsprechender Bereitstellung beispielsweise auch Bewertungen, Preise und Verfügbarkeiten von Produkten anzeigen.

Um zu erfahren, mit welchen Suchbegriffen man auf welchen Platzierungen gefunden wird, nutzen wir in erster Linie die Webmastertools von Google. Es gibt auch bessere aber daher auch teurere Alternativen wie z.B. die Tools von Sistrix oder Searchmetrics.

Was sind die Serps?

Die Abkürzung SERPs steht für „Search Engine Result Pages“. Es handelt sich dabei um die Seiten, auf denen Suchmaschinen die Ergebnisse der Suche des Nutzers auflisten. Es handelt sich dabei um Auflistungen der nach absteigender Relevanz sortierten Suchergebnisse. Das Ranking der in den SERPs angezeigten Suchergebnisse richtet sich nach dem Algorithmus der Suchmaschine, der regelmäßigen Änderungen unterworfen ist. Hinzu kommen je nach Suchanfrage ggf. noch weitere Einblendungen seitens der Suchmaschine, zum Beispiel Text- oder Bildanzeigen, Newsbeiträge oder Ergebnisse der Bildersuche.

Fazit und Ausblick

Suchmaschinenoptimierung ist das Handwerkzeug eines jeden Seitenbetreibers, egal ob Blog, Onlineshop oder Magazin. Auch wenn sich viele Optimierungsmaßnahmen so anhören, als gelten sie allein der Suchmaschine, so zielt die Optimierung doch auch immer und häufig in erster Linie auf den User. Wer interessanten Inhalt bietet und die Seite so strukturiert, dass Sie für Mensch und Maschine lesbar und interpretierbar ist, der hat die wichtigsten Punkte in der Suchmaschinenoptimierung bereits beachtet.

Auch externe Links und Empfehlungen kommen von allein zustande, wenn die eigene Seite etwas Interessantes zu bieten hat. Natürlich kann man hier und da auch nachhelfen und Links zu einem bestimmten Thema forcieren. Fehlt der richtige Inhalt wird aber auch das zu einer schwierigen Aufgabe.

Wir vom Glitzerladen haben uns auf einige wenige Themen bzw. Keywords konzentriert und werden aktuell auch sehr gut gefunden. Dabei erzielen wir auch schon einen beachtlichen Umsatz über die organische Suche, mit dem wir bis zum jetzigen Zeitpunkt durchaus zufrieden sein können.

Im nächsten Beitrag geht es weiter mit dem Thema Marketing. Wir schauen uns an, welche Rolle Social Media mittlerweile spielt und wie man Facebook, Google+ und Twitter nutzen kann, um neue Besucher bzw. Kunden zu bekommen und mit diesen in Kontakt zu bleiben.

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