Muss das Nebengewerbe beim Gewerbeamt angemeldet werden?

Sie wissen nun, inwiefern Ihr angehendes Unternehmen als Kleinst-, Klein-, Einzel- oder Nebengewerbe gilt. Doch wann entsteht das Nebengewerbe eigentlich? Wie ist die Grenze definiert, ab der eine Gewerbeanmeldung erforderlich ist?

Wann die Gewerbeanmeldung erforderlich ist

Bereits in unseren FAQ zur Gewerbeanmeldung haben wir festgehalten, in welchen Fällen die Gewerbeanmeldung notwendig ist. Dieses Erfordernis ergibt sich aus § 14 der Gewerbeordnung (GewO). Sobald Sie eine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen, müssen Sie ein Gewerbe anmelden.

Was ist eine gewerbliche Tätigkeit?

Schwieriger wird es dann schon, wenn es um die Definition der gewerblichen Tätigkeit geht. Gilt auch der eBay-Verkäufer, der nur wenige Artikel im Monat an- und verkauft bereits als gewerblicher Verkäufer? Muss der Schreiner, der von Zeit zu Zeit für Bekannte gegen Bezahlung kleinere Arbeiten anfertigt, ein Gewerbe anmelden? Eine gewerbliche Tätigkeit liegt vor, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es handelt sich um eine selbstständige Tätigkeit (nicht im Angestelltenverhältnis).
  • Die Tätigkeit ist erlaubt.
  • Sie ist auf die Gewinnerzielung ausgerichtet.
  • Sie ist auf Dauer angelegt.

Sowohl der genannte beispielhafte eBay-Verkäufer als auch der Schreiner wären nach dieser Definition gewerblich tätig, denn ihre Arbeit ist nicht verboten, sie arbeiten selbstständig, dauerhaft und möchten damit Geld verdienen.

Der genaue Umfang der Tätigkeit ist nicht relevant. Selbst wenn Sie jeden Monat nur wenige Stunden mit Ihrer selbstständigen Arbeit verbringen, gelten Sie als Gewerbetreibender, sofern Sie damit einen Gewinn erzielen möchten.

Häufig stellt sich die Frage: Ab wann man für eine Interentseite ein Gewerbe anmelden muss?  - wenn Sie z.B. eine eigentlich private Website betreiben, auf der Sie dann aber Werbeeinnahmen generieren (z. B. über Google AdSense). Auch wenn die Einnahmen nur gering sind, müssten Sie hierfür eigentlich ein Gewerbe anmelden, da die Gewinnerzielungsabsicht auf Dauer angelegt ist. 

Ich schreibe bewusst “eigentlich“, weil die meisten deutschen Bürger eben kein Gewerbe anmelden, wenn Sie nur eine kleine Internetseite haben und damit monatlich 7,50 Euro einnehmen. Noch dazu wenn die Verdienste im Ausland (Google Amerika) generiert werden, bekommt es das deutsche Gewerbeamt und das deutsche Finanzamt in den wenigsten Fällen mit (so glauben viele). Man kann davon ausgehen, dass es schon ein Amt mitbekommt (im Zeitalter von elektronischer Datenübermittlung von Meldungen und Formularen, Abhörskandalen der internationalen Nachrichtendienste und Spionageaktionen der Regierungen), aber im Rahmen der Geringfügigkeit nicht an die Große Glocke gehangen wird.

Wenn man es jedoch genau nimmt, so könnte man wegen Steuerhinterziehung vom Finanzamt belangt werden. Vom Gewerbeamt selbstverständlich auch, weil man ja gegen die Gewerbeordnung und der Pflicht der Anmeldung des Gewerbes verstoßen hat.

Sie haben die Wahl

Letztlich muss jeder selbst entscheiden, ab wann er sein Gewerbe offiziell anmeldet und es muss auch jeder selbst für das Risiko der Nichtanmeldung geradestehen.

Meine Empfehlung: Wenn Sie regelmäßig monatliche Zahlungen auf Ihr Konto generieren (von wem auch immer), spätestens dann sollten Sie das Gewerbe anmelden.

Wenn klar ist, dass Sie Ihr Gewerbe anmelden, sollten Sie sich im nächsten Schritt Gedanken darüber machen, inwiefern Sie mit dem Finanzamt rechnen müssen.

Meine Name ist Torsten Montag, ich bin Betriebswirt, Internetcoach und betreibe seit 2004 das Gründerlexikon. Ich habe bereits mehr als 200 Unternehmern geholfen, einen guten Start hinzulegen und erfolgreich mit ihrem Business zu wachsen.

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