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Wie stelle ich einen Antrag auf Dauerfristverlängerung?

In der Gründercheckliste möchte ich Ihnen an dieser Stelle zeigen, wie Sie durch unterschiedliche Software oder Methoden die Dauerfristverlängerung selbst erstellen können. Als Alternative kommt Opens internal link in current windowstets Ihr Steuerberater infrage.

Hier noch einmal die Voraussetzung für die Fomularbeantragung

rot markierter Gesetzestext § 150 Abs. 8 AO zur elektronischen Datenübermittlung

Und nun stelle ich Ihnen die beiden grundlegenden Möglichkeiten der Beantragung der Dauerfristverlängerung vor.

1. Per Formular handschriftlich beantragen

2. per elektronischer Datenübermittlung beantragen

Folgende elektronische Übermittlungsvarianten stehen in prinzipiell zur Verfügung:

  1. Elster Online
  2. sonstige Software mit Elster
  3. Ihr Steuerberater

Aus rechtlichen, fachlichen und datenschutztechnischen Gründen empfehle ich Ihnen einen Steuerberater für dieses Formular zu nutzen! 

Häufige Fragen zur Dauerfristverlängerung

Was genau ist die Dauerfristverlängerung?

Alle Unternehmer, die nicht der Kleinunternehmerregelung unterliegen, müssen Umsatzsteuer berechnen und diese an das Finanzamt abführen. Zwar handelt es sich dabei um eine Verbrauchsteuer, die vom Endverbraucher zu zahlen ist, allerdings fungiert der Unternehmer aus organisatorischen Gründen als Einzieher und Übermittler der Steuer.

Die auf den Nettopreis aufgeschlagenen und per Rechnung berechneten Steuern muss der Unternehmer je nach Umsatz monatlich oder vierteljährlich an das Finanzamt abführen. Der spätmöglichste Termin dafür ist jeweils der 10. des Folgemonats. Fällt dieser Tag auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, verschiebt sich der Stichtag auf den nächsten Werktag. Durch die Dauerfristverlängerung kann er die Frist für die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung und die Zahlung der Umsatzsteuer um genau einen Monat verlängern

Welchen Vorteil hat die Dauerfristverlängerung und für wen ist sie sinnvoll?

Durch die Fristverlängerung gewinnen Sie mehr Zeit, um die Umsatzsteuervoranmeldung zu tätigen und die Umsatzsteuer an das Finanzamt zu überweisen. Da das Finanzamt bei den Stichtagen sehr exakt ist und sehr schnell Säumniszuschläge erhebt, macht die Dauerfristverlängerung für jeden Sinn, der mit den üblichen zehn Tagen nicht auskommt. Denn je nach Höhe der geschuldeten Umsatzsteuer können die Zuschläge in Höhe von einem Prozent ganz schön happig ausfallen. Vor allem bei guter Auftragslage haben Unternehmer besseres zu tun, als sich um bürokratische Steuerangelegenheiten zu kümmern und verpassen den Termin häufig. Durch die Dauerfristverlängerung gewinnen Sie Zeit. Die Gefahr von Säumniszuschlägen kann außerdem durch die Erteilung einer Lastschrifterlaubnis reduziert werden.

Wie fällt die Dauerfristverlängerung bei quartalsweiser Umsatzsteuervoranmeldung aus?

Genauso wie bei denjenigen, die ihre Umsatzsteuervoranmeldung monatlich abgeben müssen (Unternehmen mit mehr als 7.500 Euro Umsatzsteuer im Jahr), verlängert sich auch die Frist für Quartalszahler (weniger als 7.500 Euro Umsatzsteuer im Jahr) um exakt einen Monat und nicht etwa um ein Quartal.

Was ist die Sondervorauszahlung?

Wer sich für eine Dauerfristverlängerung entscheidet, der muss zu Beginn des Jahres eine sogenannte Sondervorauszahlung an das Finanzamt leisten. Das gilt jedoch nur für die Monatszahler, nicht für die Quartalszahler. Die Sondervorauszahlung beträgt 1/11 der kumulierten Umsatzsteuervoranmeldungen aus dem Vorjahr. Wer im Vorjahr beispielsweise 1.000 Euro pro Monat an Umsatzsteuer abführen musste, muss eine Sondervorauszahlung in Höhe von 1.090 Euro leisten.

Wer die Dauerfristverlängerung gleich von Jahresbeginn an nutzt, hat dafür bis zum 10. Februar Zeit. Bei einer Gründung und unterjährigen Beantragung der Dauerfristverlängerung wird die Umsatzsteuerschuld zur Berechnung der Sondervorauszahlung hochgerechnet. Die Vorauszahlung soll verhindern, dass denjenigen Unternehmen, die die Dauerfristverlängerung nutzen, ein Zinsvorteil entsteht. Die Sondervorauszahlung wird mit der Dezember-Abrechnung verrechnet.

Wer kann die Dauerfristverlängerung beantragen?

Grundsätzlich steht es jedem umsatzsteuerpflichtigen Selbstständigen zu, einen Antrag auf Dauerfristverlängerung zu stellen. Sind Sie dem Finanzamt bisher nicht negativ aufgefallen, spricht auch nichts gegen eine Bewilligung des Antrags. Es müssen keine besonderen Voraussetzungen erfüllt oder Hürden genommen werden.

Übrigens muss eine Dauerfristverlängerung vom Finanzamt gar nicht ausdrücklich genehmigt werden, auch wenn viele Finanzämter das schriftlich tun. Ein nicht abgelehnter Antrag gilt gemäß Abschn. 18.4 Abs. 1 Satz 1 Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE) als genehmigt. Die Dauerfristverlängerung gilt nach ihrer Genehmigung unbegrenzt bis auf Widerruf.

Können auch Gründer einer Dauerfristverlängerung beantragen?

Für Gründer gilt im ersten Jahr eine Sonderregelung, wonach sie stets eine monatliche Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben haben. Unabhängig davon, wie viel oder wenig Umsatzsteuer sie einnehmen. Trotzdem haben Gründer auch das Recht auf eine Dauerfristverlängerung.

Wann kann das Finanzamt die Dauerfristverlängerung widerrufen?

Das Finanzamt widerruft die Dauerfristverlängerung in der Regel dann, wenn der Unternehmer negativ auffällt. Also meist dann, wenn er seine Steuerschuld nicht pünktlich begleicht. Dazu gehört eben auch die Umsatzsteuer. Die meisten Finanzämter widerrufen die Fristverlängerung bereits nach wiederholter verspäteter Zahlung der Umsatzsteuer. Auch die verspätete Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung ist ein typischer Widerrufsgrund. Gleiches gilt für den Fall, dass das Finanzamt die Umsatzsteuerschuld schätzen muss.

Welche Auswirkungen hat die Dauerfristverlängerung auf die Umsatzsteuerjahreserklärung?

Die Dauerfristverlängerung hat keinerlei positiven oder negativen Einfluss auf die Umsatzsteuerjahreserklärung. Das heißt, sie verlängert nicht die Frist für die Abgabe der Jahreserklärung. Außerdem kann die Umsatzsteuerjahreserklärung nach wie vor genutzt werden um Korrekturen vorzunehmen.

Fazit

Wer kein Problem damit hat, eine Sondervorauszahlung zu leisten und regelmäßig länger für die Anfertigung der Umsatzsteuervoranmeldung und die Abführung der Umsatzsteuer an das Finanzamt benötigt, der sollte einen Antrag auf Dauerfristverlängerung stellen. Wer sich nichts zuschulden hat kommen lassen, bekommt in der Regel eine Genehmigung und hat dann einen Monat länger Zeit.

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Foto Torsten Montag

Meine Name ist Torsten Montag, ich betreibe seit 2004 das Gründerlexikon. 2019 habe ich die GründerAkademie gegründet. Hier finden Sie all die Dinge, die mir geholfen haben, ein erfolgreicher Unternehmer zu werden. Machen Sie zuerst meinen UnternehmerTest oder probieren Sie den Geschäftsideenfinder!

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