Wie komme ich elegant aus einer unlukrativen Kooperation wieder heraus?

Im vorigen Artikel habe ich Ihnen gezeigt, wie Sie die Opens internal link in current windowKonditionen einer Kooperation nachträglich verändern. Doch manchmal kann es vorkommen, dass eine Vertragsänderung nicht ausreicht und Sie eine Kooperation vorzeitig beenden wollen oder sogar müssen. Die Gründe für eine Trennung vom Kooperationspartner sind vielfältig. In der Praxis sind häufig die folgenden Gründe Auslöser für eine Trennung:

  • Persönliche Gründe (familiäre Umstände, Krankheit, Umzug usw.)
  • Kooperation ist nicht so erfolgreich wie erwartet
  • Veränderte Marktsituation
  • Wirtschaftliche Gefährdung eines Unternehmers
  • Partner bricht die „Regeln“ (Unzuverlässigkeit, Diebstahl etc.)

In diesem Artikel möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie aus einer bereits bestehenden Kooperation aussteigen können und was Sie dabei beachten müssen.

Das müssen Sie bei einer Trennung beachten

Das Ende einer Kooperation zu akzeptieren ist manchmal nicht einfach. Womöglich benötigen Sie auch etwas Zeit, bis Sie sich mit dem Gedanken wirklich abgefunden haben. Wenn Sie das Ende akzeptiert haben, versuchen Sie die Angelegenheit, trotz möglicher Schwierigkeiten, zu einem guten Ende zu führen. Erst wenn Sie auch innerlich die Kooperation beendet haben, macht es Sinn, das Gespräch mit dem Partner zu suchen.

Kooperationsvertrag überprüfen und einhalten

Bei Gründung Ihrer Kooperation haben Sie sicherlich, wie von mir empfohlen, Ihre Vereinbarungen schriftlich festgehalten. Je nachdem was Sie mit Ihrem Kooperationspartner ausgehandelt haben, haben Sie sich womöglich auch auf Punkte geeinigt, die zu einer Beendigung der Kooperation führen. Prüfen Sie daher jetzt, ob eine vertragliche Vereinbarung über die Bedingungen und Abwicklung einer Trennung besteht. Wenn ja, dann dient dies als Grundlage für Ihre Trennung, an die Sie sich auch halten müssen. Wenn nicht, dann ist eine Verhandlung über die Bedingungen mit Ihrem Partner notwendig.

Man kann im Kooperationsvertrag im Vorfeld unmöglich sämtliche Details regeln, die eventuell auftreten könnten. Falls Sie also beispielsweise aussteigen wollen, weil die Kooperation für Sie unlukrativ ist, und Sie haben diesen Punkt nicht geregelt, dann müssen Sie sich ebenfalls mit Ihrem Partner einigen.

Bereiten Sie Ihre Verhandlung vor

Wenn die Bedingungen für eine Trennung nicht klar im Kooperationsvertrag festgehalten wurden, sollten Sie Ihre Verhandlungen mit Ihrem Partner gut vorbereiten. Überlegen Sie sich im Vorfeld, ob Sie vielleicht auch nur einen Bestandteil der Kooperation kündigen möchten. Welche Verpflichtungen ergeben sich für Sie auch nach der Beendigung? Was muss auf jeden Fall geklärt werden?

Übermitteln Sie Ihre Entscheidung Ihrem Partner in einem persönlichen Gespräch und nicht in einer E-Mail. Versuchen Sie immer eine positive Grundstimmung zu behalten. Legen Sie Ihre Gründe dar und sprechen Sie mit Ihrem Kooperationspartner offen, klar und direkt.

Überlegen Sie sich auch Ihre Argumente im Vorfeld. Sie sind schließlich mit einer klaren Erwartungshaltung in die Kooperation gegangen. Wenn Ihre Erwartungen trotz verschiedener Versuche nicht erfüllt werden, macht die Partnerschaft für Sie ja auch keinen Sinn. Es kann auch passieren, dass sich die Marktsituation geändert hat und die Kooperation für Sie jetzt nicht mehr rentabel ist. Sie haben zwar bereits zu Beginn Ihrer Geschäftstätigkeit oder Ihrer Kooperation eine Opens internal link in current windowMarktanalyse durchgeführt, doch an dieser Stelle können Sie diese selbstverständlich noch einmal auffrischen. Dadurch haben Sie auch aktuelle Daten und eine bessere Grundlage für das Gespräch.

Es gibt sicherlich auch noch andere Gründe, dass alles nicht so läuft wie geplant. Legen Sie Ihre Gründe für die Trennung so klar wie möglich dar, dann fällt es Ihrem Gegenüber einfacher, Ihre Entscheidung zu verstehen und auch zu akzeptieren.

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Geheimtipp: Körpersprache

An dieser Stelle empfehle ich Ihnen zur Vorbereitung auf die Verhandlungen auch meinen Artikel: Geheimtipp: Körpersprache von und mit Samy Molcho.

Stellen Sie sich auf Forderungen Ihres Partner ein

Für Ihren Kooperationspartner bedeutet Ihr Rückzug wahrscheinlich auch das Ende der Kooperation, sofern Sie nicht zufällig einen Ersatz gefunden haben. Womöglich lief für ihn die Kooperation gut und er muss jetzt auf Gewinne oder Vorteile verzichten. Daher ist es nur zu verständlich, dass er versucht, dass Sie entweder weitermachen oder Forderungen stellt. Falls Vertragsstrafen oder Ähnliches bereits im Kooperationsvertrag festgehalten wurden, dann müssen Sie diese auch einhalten. Falls nicht, bedenken Sie im Vorfeld, was Sie bereits investiert haben und welchen Preis Sie bereit wären, für die Beendigung zu zahlen. Vermitteln Sie Ihrem Partner das Gefühl, dass Sie bereit sind, auch auf seine Forderungen einzugehen – schließlich möchten Sie ja auch, dass er Ihre akzeptiert.

Versuchen Sie eine Win-Win-Situation herauszuholen

Am besten wäre es, wenn Sie es schaffen, für beide Seiten Vorteile zu finden. Vielleicht lief die Kooperation für beide Seiten nicht so wie erwartet. Wenn Ihr Partner das ebenfalls so sieht, dann wird die Trennung wahrscheinlich einfach und freundschaftlich erfolgen. Falls Ihr Kooperationspartner jedoch Schwierigkeiten damit haben könnte, überlegen Sie sich Vorteile oder Chancen, die sich für ihn ergeben könnten. Wie Sie konkret dabei vorgehen sollten, erfahren Sie hier: Opens internal link in current windowSo stellen Sie eine Win-Win-Situation her.

Alles schriftlich festhalten

Auch wenn Sie Ihrem Partner vertrauen und es zu einem guten Ende kam, so sollten Sie alle Vereinbarungen schriftlich festhalten. Einerseits haben beide Seiten danach Rechtssicherheit, andererseits kann man sich später unmöglich auch an jedes Details erinnern. Welche Punkte Sie schriftlich festhalten, hängt natürlich von Ihrer individuellen Situation ab. Unter Umständen haben Sie diesen Aspekt auch bereits im Kooperationsvertrag festgehalten. Über die folgenden Dinge sollten Sie sich jedoch unbedingt Gedanken machen:

  • Wer übernimmt bestehende Rechte und Pflichten? (laufende Verträge und Verpflichtungen)
  • Welche Bedingungen wurden ausgehandelt?
  • Wer hat das Urheberrecht an gemeinsam entwickelten Produkten?
  • Wer übernimmt bestehende Kunden?
  • Was geschieht mit gemeinsam erworbenen Dingen?
  • Wie werden Gewinne und Verluste aufgeteilt?

Holen Sie sich professionelle Hilfe

Wenn es sich um eine sehr umfassende Kooperation handelt oder sehr viel Geld im Spiel ist, dann rate ich Ihnen, dass Sie sich professionelle Hilfe suchen. Das hat nicht immer etwas mit Misstrauen zu tun. Es gibt Umstände, wo die Rechtslage derart komplex ist, dass Sie das allein oder mit Ihrem Partner gemeinsam nicht bewältigen können. Sie werden sich dadurch auch viel Ärger ersparen. Vielleicht haben Sie sich ja bereits einen Berater gesucht auf den Sie zurückgreifen können, wenn nicht, dann lesen Sie bitte meinen Artikel Opens internal link in current windowSuchen Sie sich einen Berater.

Diese 7 Punkte müssen Sie beachten!

  1. Gibt es bereits vertragliche Vereinbarungen im Falle einer Trennung? Wenn ja, dann bilden diese die Grundlage für Ihr weiteres Vorgehen.

  2. Sorgen Sie für eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Sprechen Sie mit Ihrem Partner in einem persönlichen Gespräch.

  3. Sprechen Sie Ihre Überlegungen offen und direkt an. Sie sind mit einer Erwartungshaltung in die Kooperation gegangen. Wenn diese nicht erfüllt werden, macht die Kooperation für Sie keinen Sinn.

  4. Stellen Sie sich auf Forderungen Ihres Partners ein. Welchen Preis sind Sie bereit zu zahlen? Signalisieren Sie ihm, dass Sie auch bereit sind, auf seine Forderungen einzugehen.

  5. Versuchen Sie eine Win-Win-Situation herbeizuführen.

  6. Was muss besprochen unbedingt werden? Halten Sie alle Vereinbarungen schriftlich fest.

  7. Holen Sie sich professionelle Hilfe.

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Downloadtipp: 4 Muster zur Anfechtung eines Vertrages

In dieser Vorlage zur Anfechtung des Vertrages haben wir vier Muster der empfangsbedürftigen Anfechtungserklärungen zu folgenden vier Anfechtungsgründen zusammengestellt:

  • Erklärungsirrtum (gem. § 119 Abs. 1 Var. 2 BGB): Der Erklärende irrt sich in der Erklärungshandlung. Er sagt oder schreibt aus Versehenh etwas anderes als gemeint war.
  • Irrtum über eine fehlende Eigenschaft (gem. § 119 Abs. 2 BGB): Der Erklärende irrt sich über eine Eigenschaft des Geschäftsgegenstandes, die den Wert der Sache bestimmt.
  • Inhaltsirrtum (gem. § 119 Abs. 1 Var. 1 BGB): Der Erklärende irrt sich über die Tragweite oder Bedeutung des Erklärten.
  • Anfechtbarkeit wegen falscher Übermittlung (gem. § 120 BGB): die Willenserklärung wird durch einen Boten falsch übermittelt. Es berechtigt ebenfalls zur Anfechtung.

Durch Anfechtung kann ein geschlossener Vertrag unwirksam bzw. nichtig werden. Für die Anfechtung eines Vertrages bedarf es eines Anfechtungsgrundes sowie einer Anfechtungserklärung. Das Vorliegen eines Grundes für die Anfechtung macht den Vertrag noch nicht nichtig. Der Anfechtende muss die Anfechtung dem Vertragspartner gegenüber erklären (gem. § 142 BGB) und ihm deutlich zu verstehen geben, dass er an dem Vertrag nicht festhalten will. Dabei sind die gesetzlich bestimmten Fristen einzuhalten. 

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Ihr Torsten vom

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