Frage von Buschmann am 18.04.08

Kleinunternehmer, Privatkonto oder ein extra Konto?

Hallo zusammen,

bei der Suche nach Informationen im Netz, bin ich auf diese sehr Informative Seite gestossen. Ich habe hier auch schon eine Menge an Informationen gelesen.

Nun würde ich aber zudem gerne wissen, ob ich in meinen Planungen was vergessen oder übersehen habe. Und die ein oder andere Frage liegt bei mir noch im Raum.

Ich habe vor mich als Kleinstunternehmer nach §19 UStG Besteuerung der Kleinunternehmer, nebenberuflich selbstständig zu machen. Das Unternehmen wird sich mit Werbe & Kommunikatiosndesign befassen. Das heisst: Homepage, Firmenlogos, Designentwürfe für V-Cards,Briefpapiere usw. usw., also alles rund ums Design.

Mit meinem Hauptarbeitgeber ist alles geklärt, von daher gibt es keine Probleme. Die Entscheidung auf §19 UStG Besteuerung der Kleinunternehmer zu gehen, entstand daraus, das es wirklich nur nebenberuflich sein soll. Zumindest zu Anfang. Was in 2,3 oder 4 Jahren ist, das wird man dann sehen . Hier soll zu Anfang definitiv nur das Taschengeld aufgebessert werden.

Zu Anfang, Starttermin steht noch nicht fest, vorraussichtlich in 2-3 Monaten, stehen mir keine großen Ausgaben zur Eröffnung bevor.

Das Büro wird von meiner Privatwohnung geführt.

Telefon, Fax, Anrufbeantworter, PC-Anlagen, Internet sowie Webserver stehen privat schon zur Verfügung und werden da nur gezielt Intregiert.

Für Telefon,AB & Fax soll die bis dato nicht genutzte 2 und 3 Rufnummer des ISDN Anschlusses genutzt werden. Ein & Ausgehende Gespräche werden hier detaliert in den Verbindungsnachweisen der Rechnung aufgelistet.

Als Firmenwagen wird der privat PKW genutz, über welches dann für alle anstehenden Firmenfahrten ein Fahrtenbuch geführt wird.

Buchführung soll 2 fach gemacht werden. Ich möchte dieses einmal über PC machen, und einmal über einen Kassenbuch als Sicherheit. Da für Kleinunternehmer ja die einfache Buchführung reicht.

Briefpapier, Umschläge sowie Visitienkarten mit Firmenlogo und Schriftzug sind die einzigen Ausgaben die Anfallen werden.

Beim Gewerbeamt habe ich mich schon erkundigt, die Anmeldung kostet 20,- Euro. Danach erfolgt der Fragebogen vom zuständigen Finanzamt, wo dann die Eintragungen gemahct werden müssen für Kleinunternehmer.

Habe ich da jetzt was vergessen oder hat jemand einen besseren Tip ? !

Wo ich mir jetzt aber noch unsicher bin ist:

1. Die Bank!

Kann ich die Einnahmen über mein Privatkonto verwalten oder muss ein extra Konto her? Letzteres ist natürlich schwierig, wenn man bei einer reinen Privatkundenbank ist.

2. Die Rechnung an den Kunden.

Und das ist für mich der schwierigste Punkt, bzw. der der am meisten Fragen aufwirft. Natürlich muss in der Rechnung stehen: "Im ausgewiesenen Betrag ist gemäß § 19 UStG keine Umsatzsteuer enthalten."

Das ist natürlich für Firmen, ob klein oder groß, erstmal ein Schock! Eine Rechnung ohne Umsatzsteuer! Wie also verkauft man das dem Kunden der vielleicht keine Ahnung hat von §19. Wie kann man da argumentieren?

Wie setzt der Kunde diese Ausgabe seiner Firma, seinerseits ab wenn keine Umsatzsteuer aufgeführt sind? Ist das eine reine Nettoausgabe für den Kunden ? Wie reagiert das Finanzamt auf seine Ausgabe? Bietet so eine Rechnung ohne Umsatzsteuer dem Kunden nachteile?

Ich weis, in Punkt 2 sind viele Fragen, ich hoffe aber trotzdem das mir da jemand eine fachliche Auskunft geben kann.

Viele Grüße und Vielen Dank im voraus.

Achim

Antwort von

Hallo,

also nach dem ersten Durchlesen kann ich keine falschen oder fehlenden Schritte erkennen, zumal das ( Kosten-)Risiko nach der Art der geschilderten Tätigkeit - keine oder nur geringe Investitionen - sehr gering ist. Klappt's nicht wie gewünscht, wird die Tätigkeit einfach wieder eingestellt - das wars.

 

 

1. Die Bank!


Die Einnahmen können über das Privatkonto verwalten werden. Dann ist aber bei Zweifel dieses auch gegenüber dem Finanzamt offenzulegen, und zwar alle Auszüge, nicht nur die mit betrieblichen Bewegungen.

Es gibt doch viele Direktbanken, die auch kostenlose Girokonten anbieten, warum nicht mal im www danach suchen?



 

2. Die Rechnung an den Kunden.


"Wow - Sie sind der, der einzige Unternehmer in Deutschland der Rechnung nach § 19 UStG ohne Umsatzsteuer schreibt!?"

Scherz bei Seite, vielen Unternehmern ist dies nicht fremd.

Ja, für ihre Kunden ist es quasi eine Netto- Rechnung, die in voller Höhe ihren Gewinn mindert. Sie brauchen nur keine Umsatzsteuer zu zahlen, bekommen in diesen Fall also auch keine vom Finanzamt zurück.

Bei Unstimmigkeiten erklären Sie Ihren Kunden nur, dass, wenn Umsatzsteuer berechnet würde, diese oben auf den Rechnungsbetrag drauf käme, damit dürfte für Ihre Kunden klar sein, dass sie nur den Nettobetrag bezahlen. Im Zweifel sollen sie halt ihren eigenen Steuerberater fragen. Bitte nicht das Finanzamt fragen, dort ist die Gefahr zu groß, dass falsche oder missverständliche Auskünfte erteilt werden. Das Finanzamt ist keine "Beratungsbehörde", sondern eine "Feststellungs-/ Festsetzungsbehörde".

Für weitere Auskünfte empfehle ich Ihnen fachmännischen Rat einzuholen.

Gruß

Helmut Kexel
Vereidigter Buchprüfer/Steuerberater
www.steuernplusberatung.de

Antwort von

Vielen Dank für die Information. Das hilft mir schonmal bei meinen Planungen weiter.

Es ist schon recht schwer eine Bank zu finden, die ein "kostenloses" Konto annimmt, ohne regelmässige Einkünfte.


Gruss

Achim

Antwort von

Es ist schon recht schwer eine Bank zu finden, die ein "kostenloses" Konto annimmt, ohne regelmässige Einkünfte.



Versuchen Sie es bei einer Direktbank. DKB habt gute Produkte, kann ich bestätigen.

Ein Girokontenvergleich finden Sie hier.

Übrigens, man muss nicht immer sagen das man das Konto als Geschäftskonto nutzt. MAn kann auch einfach ein Privates Girokonto anlegen und das dann als GEschäftskonto nehmen. Einige BAnken haben da keine Probleme mit.

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