Am von Torsten in Studien geschrieben
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Kalkulation

Ergebnisse der Freelancer Studie 2016: Steigende Umsätze, steigendes Einkommen

Freelancermap führte Anfang 2016 eine Umfrage unter Freiberuflern durch und wollte verschiedene Aspekte und Themengebiete des “Freiberufler-Alltags” durchleuchten. 968 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nahmen teil. Davon füllten aber nur 711 Teilnehmer den Online Fragebogen vollständig aus.

freelancer umfrage 2016
© freelancermap.de

Nürnberg. 23. September 2016 - Die Ergebnisse der Freelancer Studie 2016 sind sehr interessant. Die Befragung fand von Februar bis April 2016 statt. Insgesamt gab es 46 Fragen aus den unterschiedlichsten Themengebieten zu beantworten. Unsere Redaktion hätte solche Ergebnisse bei Weitem nicht erwartet. Hier einige Statistiken:

  • Durchschnittlicher Stundenlohn liegt bei 82,13 Euro
  • Nur bei 13 Prozent liegt der Stundensatz unter 60 Euro
  • Jeder Dritte Freiberufler gab an, dass sich sein Stundensatz in 2016 erhöhen würde
  • Jeder Dritte Teilnehmer generiert einen Umsatz von mehr als 125.000 Euro im Jahr

Schon allein diese 4 Zahlen beeindrucken. Bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro in Deutschland übersteigt demgegenüber das durchschnittliche Einkommen eines Freiberuflers den Mindestlohn um das 10-fache, Tendenz steigend. Auch dass jeder Dritte Teilnehmer einen Jahresumsatz von mehr als 125.000 Euro vorweisen kann ist beachtlich.

Was mache ich falsch?

Wer sich jetzt die Augen wischt und fragt was er wohl falsch macht, sollte zunächst einige Hintergründe beachten. 711 Teilnehmer, die den Fragebogen vollständig ausgefüllt haben, sind wahrscheinlich nicht repräsentativ für eine Studie. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass auch Freiberufler aus Österreich und der Schweiz befragt wurden, bei denen das Einkommen tendenziell höher liegt als in Deutschland. Richtig ist, dass die meisten Ärzte, Anwälte oder Notare tatsächlich ein vergleichsweise hohes Einkommen vorweisen können. Diese Berufsgruppen zählen auch zu den Freiberuflern. Möglicherweise waren überdurchschnittlich viele Teilnehmer dieser Gruppe zugeordnet. Die Begriffe Freelancer und Freiberufler zu vermischen ist ebenfalls etwas unglücklich (Mehr dazu: Was ist der Unterschied zwischen Freiberufler und Freelancer?). Möglicherweise sind einige der Teilnehmer gar nicht der Sparte “Freiberufler” zuzuordnen. Auch war sich vielleicht nicht jeder Befragte des Unterschieds Freiberufler und Gewerbetreibendem bewusst. Häufig sind Unternehmer, die im Internetbusiness tätig sind, der Meinung, dass sie “automatisch” Freiberufler sind. Aber dem ist nicht so. Auch wer nur online arbeitet kann Gewerbetreibender sein. Es stimmt, dass selbstständige Unternehmer ein höheren Stundenlohn erzielen müssen, wie ein Angestellter. Denn schließlich muss er von seinen Einnahmen noch Krankenversicherung, Steuern, diverse Beiträge etc. abführen. Bei einem Angestellten übernimmt der Arbeitgeber ungefähr die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge. Doch dass die durchschnittlichen Einnahmen der Freiberufler in Deutschland so hoch sind, bezweifeln wir. Die vollständige Studie und deren Ergebnisse können hier abgerufen werden: Freelancer Umfrage 2016.

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