Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
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Zweites Bürokratieentlastungsgesetz

Anhebung der Grenze für Kleinbetragsrechnungen auf 250 Euro

Rückwirkend zum 01. Januar 2017 wurde durch die Verabschiedung des Zweiten Bürokratieentlastungsgesetzes die Grenze der Kleinbetragsrechnungen auf 250 Euro angehoben. Mitte Mai stimmte auch der Bundesrat dem Gesetzesentwurf zu. Für Unternehmer bedeutet das ein geringeres Maß an Bürokratie.

Mann beim Bäcker
Gerade bei Waren des täglichen Bedarfs werden Unternehmer durch Kleinbetragsrechnungen bürokratisch entlastet.
© strecosa / pixabay.com

Berlin, 21. Juni 2017 - Am 17. Mai 2017 stimmte der Bundesrat dem Entwurf zum Zweiten Bürokratieentlastungsgesetz zu. Darin enthalten ist unter anderem die Anhebung der umsatzsteuerlichen Wertgrenze für Kleinbetragsrechnungen, wie Haufe.de berichtet. Bisher lag der Wert bei 150 Euro. Rückwirkend zum Jahresbeginn wird die Grenze auf 250 Euro angehoben. Die Anwendung bzw. Nutzung von Kleinbetragsrechnungen ist vor allem im Handel mit Waren des täglichen Bedarfs sehr von Vorteil. Auch bei häufig kleineren Barumsätzen führt eine Erhöhung der Wertgrenze zu einer Entlastung für Unternehmer.

Für die Praxis bedeutet dieser längst überfällige Schritt, dass Rechnungen bis zu einer Höhe von 250 Euro brutto (d.h. inklusive Umsatzsteuer) vereinfachten Aufzeichnungspflichten unterliegen. Konkret müssen bei einer Kleinbetragsrechnung nur folgende Pflichtangaben einer Rechnung vorhanden sein:

  • Vollständige Name und Anschrift des leistenden Unternehmers
  • Ausstellungsdatum
  • Menge und Bezeichnung der gelieferten Ware oder Leistung
  • Anzuwendende Steuersatz
  • Angabe des Bruttobetrags

Kleinbetragsrechnungen müssen insbesondere nicht die Angaben zum Leistungsempfänger enthalten. Das wäre auch unzumutbar. Wenn ein Unternehmer beispielsweise seinen Firmenwagen betankt, müsste der Mitarbeiter der Tankstelle ihn jedes Mal nach seinem vollständigen Namen und Anschrift fragen und das auf der Rechnung ergänzen. Auch die Angaben zum einzelnen Steuerbetrag, Steueridentifikations- und Rechnungsnummer müssen nicht enthalten sein.

Unternehmer, die eine Kleinbetragsrechnung erhalten und die Vorsteuer geltend machen wollen, müssen beachten, dass diese im Gesamtbetrag der Rechnung bereits enthalten ist. Die Umsatzsteuer wird also mit dem Divisor 1,19 bzw. 1,07 ermittelt.

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Solange man erreichbar ist, ist jede Anschrift in Ordnung.

Rechnungsstellung: Jede Anschrift genügt, sofern Unternehmer dort erreichbar ist

Der Bundesfinanzhof hat mit einigen Urteilen seine frühere Rechtsprechung gekippt, nachdem für eine zum Vorsteuerabzug berechtigte Rechnung lediglich eine korrekte Anschrift genügt, unter der der Unternehmer erreichbar ist. Die wirtschaftliche Tätigkeit des Unternehmers muss dort nicht stattfinden. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat dies zum Anlass genommen und den Umsatzsteuer-Anwendungserlass aus dem Jahr 2010 geändert.

Postbote

Aufbewahrungspflicht für Lieferscheine fällt weg

Im Rahmen des Zweiten Bürokratieentlastungsgesetzes wurde unter anderem auch die Aufbewahrungsfrist für Lieferscheine deutlich reduziert: Praktisch gibt es keine mehr. Mit Erhalt oder Versand der Rechnung endet die Aufbewahrungsfrist. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn der Lieferschein gleichzeitig als Buchungsbeleg genutzt wird. Dann gelten die regulären Aufbewahrungsfristen.

Kreditkarte im Terminal

Händler dürfen keine Gebühren mehr für Zahlungen mit Kreditkarte verlangen

Wenn Kunden mit ihrer Kreditkarte zahlen, muss der Unternehmer eine Gebühr an den Betreiber des Zahlungsterminals entrichten. Gerade im Online Handel versuchen Unternehmer die zusätzlichen Gebühren bei Kreditkartenzahlungen auf den Kunden zu wälzen. Eine EU-Richtlinie verbietet ab 2018 jedoch Zusatzgebühren für gängige Zahlungsmittel. Darunter zählen auch Kreditkarten.