Weniger Firmeninsolvenzen - ein positiver Trend verstärkt sich

Im ersten Quartal 2011 setzt sich ein positiver Trend aus dem Vorjahr fort.

Bild: StartupStockPhotos / pixabay.com

Die Anzahl der Firmeninsolvenzen sank um weitere 8,7 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2010. Insgesamt haben im Zeitraum von Januar bis März 2011 7.424 Unternehmer Insolvenz angemeldet. Hochgerechnet auf das Jahr entspricht das bis zu 30.000 Firmen, die für Ihre Unternehmung Insolvenz anmelden müssen. Im Jahr 2010 haben laut statista.com 31.998 Unternehmen Insolvenz anmelden müssen. 

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Auf welcher Grundlage beruht dieser Trend?

Ein Grund sind sicherlich die steigenden deutschen Exporte. Im ersten Quartal 2011 wurde rund vier Prozent mehr exportiert als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Darüber hinaus wirkt sich die starke Inlandsnachfrage positiv auf die Unternehmen aus. Kräftige Lohnerhöhungen zum Ende des Unternehmensinsolvenzen 1999 - 2010Vorjahres sorgen außerdem dafür, dass die Rechnungen der Unternehmen schneller beglichen werden.

Risiko Europa

Bad Bank, Kreditübernahmen und Rettungsschirm sind Begriffe, die nach der Finanzkrise durch Europa geistern. Nach Griechenland und Irland ist Portugal bereits das dritte EU Land das den Rettungsschirm für sich in Anspruch nimmt. Die Alternative dazu wäre eine völlige Zahlungsunfähigkeit des betreffenden Staates. Da dieses Szenario weder gewünscht sein kann noch ökonomisch sinnvoll ist, bringen die anderen EU-Staaten die notwendigen Gelder auf. Das Risiko ist damit vorerst gebannt aber noch lange nicht ausgestanden.

Steigende Rohstoffkosten als Risiko

Immens steigende Rohstoffkosten sind mit Sicherheit das größte Risiko für den Konjunkturmotor. Nach dem Atomunfall in Japan fällt das Land als Zulieferer von elektrischen Bauteilen zum Großteil aus. Die Angst vor verstrahlten Elektroteilen ist enorm hoch. Ersatzlieferungen sind in der Regel nur zu höheren Preisen erhältlich.

Der in Deutschland vorangetriebene Atomausstieg wird die Stromkosten in den folgenden Jahren stark ansteigen lassen. Steigende Produktionskosten sind die Folge.

Insolvenzen nach Firmierung

Knapp 46 Prozent der Firmeninsolvenzen entfallen auf Einzelunternehmen und Gewerbetreibende. Weitere gut 36 Prozent der Insolvenzen wurden durch GmbHs verursacht. Da viele Neugründungen am Anfang als Einzelunternehmen auf den Markt tätig werden, ist der hohe Prozentsatz der Insolvenzen bei Einzelunternehmern bzw. Gewerbetreibenden nachvollziehbar.

Spielt das Firmenalter eine Rolle bei der Insolvenz?

Gut ein Viertel der Firmenpleiten aus dem ersten Quartal 2011 ist den jungen Unternehmern zuzurechnen. Diese Firmen bestanden nicht länger als zwei Jahre. Die Gründe hierfür sind gerade in einer Wachstumsphase nicht besonders einfach nachzuvollziehen. Zum einen muss mangelndes Eigenkapital als ein Hauptgrund angesehen werden. Ein weiterer Grund kann an der nicht vorhandenen unternehmerischen Weitsicht festgemacht werden. Fehlende Konkurrenzanalyse, die Auswahl des falschen Standortes oder wirtschaftliche Unbedarftheit sind Gründe, warum Jungunternehmer direkt nach der Startphase scheitern.

Mit nur knapp drei Prozent schlagen dagegen Firmeninsolvenzen gestandener Firmen zu Buche. Ist eine Firma erst einmal mehr als 50 Jahre am Markt tätig, ist eine Insolvenz demzufolge äußerst unwahrscheinlich.



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