Warum Frauen gänzlich anders führen als Männer

Schon seit Jahren wird sie kritisiert und doch ändert sich nicht allzu viel daran: die viel zu niedrige Frauenquote in Führungspositionen. Die nebenstehende Grafik zeigt es schon recht deutlich: In den letzten 15 Jahren hat sich zwar einiges getan und die Frauenquote ist durchaus angestiegen, aber nach wie vor sind kaum mehr als ein Viertel der Führungspositionen mit Frauen besetzt.

Bild: Statistisches Bundesamt

Existenzgründungen durch Frauen

Bei den Existenzgründungen zeigt sich ein ähnliches Bild, das aber kaum zufriedenstellen kann: Der Frauenanteil bei allen Gründungen bewegt sich durchschnittlich zwischen 35 und 40 Prozent, wobei in den letzten Jahren ein leichter Abwärtstrend zu verzeichnen ist. Bei den Vollzeitgründungen geht der Trend immer weiter nach unten – die meisten Frauen gründen in Teilzeit. Frauenanteil ExistenzgründungenZudem zeigt sich, dass Frauen bevorzugt im Dienstleistungssektor gründen. Nur wenige Frauen trauen sich an technologieorientierte Unternehmen heran oder nehmen ein großes Kapital in die Hand, um ihre Idee zu verwirklichen. In der Praxis zeigt sich dafür, dass die Unternehmen weiblicher Gründerinnen auf Dauer erfolgversprechender sind. Sie zielen nicht darauf ab, möglichst schnell zu wachsen, sondern vielmehr darauf, eine gesunde Basis zu schaffen, auf der das Unternehmenlangfristig wachsen kann. Dadurch ist die Überlebenschance der Unternehmen auf Dauer wesentlich größer.

Frauen führen anders

Wie erfolgreich man ist, hängt stets vorrangig von den eigenen Charakterzügen und positiven wie negativen Eigenschaften ab. Doch welche Vorzüge können Frauen am gewinnbringendsten einsetzen und worin liegen die größten Stolpersteine für weibliche Führungskräfte?

Vorteilhafte Charaktermerkmale

Unvorteilhafte Charaktermerkmale

Frauen …

  • gehen vorsichtiger vor, hinterfragen ihre Strategie häufiger und entdecken so Fehlplanungen schneller
  • handeln weniger spontan, sondern denken genau darüber nach, bevor Sie einen Schritt unternehmen
  • schaffen Freiraum und Vertrauen bei ihren Mitarbeitern
  • lassen neue Ideen zu und haben den Mut, auch unorthodoxe Ideen auszutesten
  • achten immer auch auf den Erhalt des Betriebsklimas und einer positiven Grundstimmung
  • vermeidenunnötige Risiken, arbeiten aber risikobewusst

Frauen …

  • haben häufiger das Gefühl, unzulänglich zu sein und den Anforderungen nicht genügen zu können
  • sind häufiger als Männer von Selbstzweifeln geplagt
  • tun sich oft schwer mit dem Knüpfen der richtigen Kontakte
  • stehen sich durch ihr zu großes Qualitätsbewusstsein oft selbst im Weg – Perfektionismus bremst aus
  • treffen Entscheidungen schwerfälliger als Männer
  • tun sich beim Austausch mit anderen Unternehmerinnen und Führungskräften schwerer

Natürlich vereinen nicht alle Frauen diese Eigenschaften auf sich. Vielmehr haben sich in der Praxis verschiedene Führungstypen herauskristallisiert, die für Frauen typisch sind. Häufig handelt es sich auch um eine Mischung aus mehreren dieser Typen. Weibliche Führungstypen Frauen haben den Männern gegenüber einen großen Vorteil: Sie müssen sich in einer Männerdomäne behaupten. Dadurch nehmen sie früher oder später automatisch auch gewisse Verhaltensweisen der Männer an. Sie können daher von den positiven Charakterzügen beider Geschlechter profitieren. Dies ist den Männern kaum möglich, da es ihnen als Schwäche ausgelegt würde, wenn sie weibliche Charakterzüge annähmen. Frauen können daher in ihrer Führungsrolle oft angepasster reagieren und haben ein breiteres Spektrum an Führungsinstrumenten zur Verfügung.

Weiblich und Männlich – Sinnvolle Unterteilung?

Die angesprochenen Unterschiede zwischen Frauen und Männern lassen sich sicherlich nachvollziehen. Allerdings gleicht dies alles auch gewissermaßen einer Schwarz-Weiß-Malerei. Letzten Endes spielt es keine Rolle, wie man im Detail führt. Entscheidend ist, dass beide Geschlechter dieselben Charakterzüge aufweisen sollten, damit sie als Führungskraft oder Unternehmererfolgreich sind. Sie müssen gut wirtschaften können, motivierend sein, etwas Fingerspitzengefühl besitzen und sich im Team behaupten können. Strategisches Denken rundet das Profil der erfolgreichen Führungskraft ab. Doch keine dieser Fähigkeiten ist typisch männlich oder typisch weiblich – somit ist beiden Geschlechtern gleichermaßen der Erfolg „in die Wiege gelegt“. Doch beide müssen ihre Chancen nutzen!



Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!