Peter Zwegat geht in Insolvenz – Wie werde ich Schuldnerberater?

Peter Zwegat hat den Beruf des Schuldnerberaters salonfähig gemacht. Angesichts der finanziellen Situation in vielen Haushalten und der ansteigenden Verschuldung kann sich die Existenzgründung als Schuldnerberater á la Peter Zwegat durchaus lohnen. Um Menschen aus der finanziellen Patsche zu helfen und Schuldnerberater zu werden, braucht man einen einschlägigen Studienabschluss und verschiedene persönliche Fähigkeiten. Das Wissen rund um diesen Beruf erhält man durch eine Weiterbildung.

Bild: Staatliches Bundesamt / statista.de

Überschuldung in deutschen Haushalten

Aktuell sind in Deutschland mehr als drei Millionen Haushalte überschuldet, die Gründe dafür sind zahlreich. Grundlage ist immer, dass mehr Geld ausgegeben wird als eingenommen wird, dies ist besonders häufig der Fall, wenn eine Familie mit plötzlicher Arbeitslosigkeit konfrontiert wird. Mittlerweile ist in 30 Prozent aller Fälle von Überschuldung der Jobverlust schuld, rund 12% verschulden sich nach dem Verlust des Partners durch Trennung oder Tod. Auch wenn sich die Zahlen leicht verändert haben, die Hauptgründe der Verschuldung sind in den letzten Jahren gleich geblieben, wie die Statistik des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2010 zeigt.

Schuldnerberater werden – die Voraussetzungen

Die Aufgabe eines Schuldnerberaters ist es, die Geldprobleme anderer Menschen zu analysieren und Lösungswege aus der Schuldenfalle zu finden. Damit dies gelingt sollte ein zukünftiger Schuldnerberater eine entsprechende Vorbildung haben. Erwartet wird ein akademischer Abschluss im betriebswirtschaftlichen oder sozialen bzw. pädagogischen Bereich. Auch ein soziologischer Abschluss oder ein Studium der Rechtswissenschaften werden anerkannt. Ebenso sollte eine bestimmte Berufs- und Lebenserfahrung vorhanden sein. Als Richtwert gilt eine Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren. Neben dieser Vorbildung sind einige persönliche Voraussetzungen für den Beruf des Schuldnerberaters unverzichtbar:

  • Schuldnerberater müssen Problemlöser und in der Lage sein, komplexe Zusammenhänge schnell zu erkennen und daraus brauchbare Strategien zur Lösung zu entwickeln.
  • Ebenfalls sind soziale Kompetenzen nötig. Menschen, die in der Schuldenfalle stecken, leben oft in einem schwieriges soziales Umfeld, die Schulden können aus unterschiedlichen persönlichen Problemen wie Drogen- oder Spielsucht entstanden sein.
  • Menschenkenntnis und Empathie muss der Schuldnerberater vor allem dann entwickeln, wenn es um die Prävention geht. Denn es soll ja nicht nur der akute Zustand behoben werden, sondern auch das finanzielle Verhalten in der Zukunft gesteuert werden. Das Ziel ist: dauerhaft schuldenfrei.
  • Ein Schuldnerberater muss weiterhin verwaltungstechnische Aufgaben erfüllen können. Formulare müssen ausgefüllt werden, ebenso gehören Statistiken, Falldokumentationen und weiterer Schriftverkehr zu seinem Aufgabenbereich.
  • Ein Schuldnerberater braucht Verhandlungsgeschick. Er steht mit vielen Behörden und Institutionen in Kontakt und muss diese davon überzeugen, zu Gunsten des Klienten zu entscheiden und zu handeln.

Die Ausbildung zum Schuldnerberater

Schuldnerberater ist kein anerkannter Ausbildungsberuf, ebenso wenig eine Verpflichtung zur Aus- und Weiterbildung. Über Lehrgänge, die von den Handwerks- oder den Industrie- und Handelskammern angeboten werden, werden die nötigen Grundkenntnisse vermittelt, auch eine Weiterbildung per Fernlehrgang ist möglich. Eine hilfreiche Anlaufstelle ist die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AGSBV), Mitglied der Arbeitsgemeinschaft sind öffentliche Einrichtungen wie Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz oder  der Verbraucherzentrale Bundesverband, die selbst Schuldnerberatungen anbieten. Eine der Aufgaben des AGSBV ist die Unterstützung der Aus-, Fort- und Weiterbildung auf Bundesebene.

Wer nicht Schuldnerberater werden will, sondern selbst in der Schuldenfalle steckt, kann hier nachlesen, wie durch eine Privatinsolvenz der Ausstieg möglich ist.

Wie verdient der Schuldnerberater sein Geld? 

Zwar ist es ein hohes Ziel, die finanzielle Situation der Menschen zu verbessern, dennoch müssen auch Schuldnerberater leben. Möglich ist es, eine Festanstellung in einem gemeinnützigen Verein oder einer öffentlichen Institution anzustreben, die Gehälter sind allerdings nicht besonders hoch, da die Leistungen kostenlos angeboten werden. Wer als privater Schuldnerberater arbeitet und damit Geld verdienen will, muss selbstverständlich eine Rechnung für seine Leistungen stellen, eine Gebührenordnung gibt es allerdings nicht. Wem das nicht reicht, versucht es einfach wie Peter Zwegat und geht zum Fernsehen.



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