Neue Studie: Steigende Gründungsquoten von Migranten

Das Institut für Mittelstandsforschung ifm hat im März eine neue Studie zum Thema „Bedeutung, Triebkräfte und Leistungen von Migrantenunternehmenin Baden-Württemberg“ herausgebracht, die im Auftrag des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft erstellt wurde. Daraus geht hervor, dass die Migranten in Deutschland ein riesiges wirtschaftliches Potenzial bergen – ist die Gründungsquote der Migranten doch dreimal so hoch wie die der Deutschen.

Bild: www.ifm.uni-mannheim.de

Viele Gründungen, häufiges Scheitern

Die Studie beschäftigte sich insbesondere damit, einen Vergleich zwischen der Gründungstätigkeit der Deutschen und der Migranten zu ziehen. Dabei traten folgende Ergebnisse zu Tage: 80 aus 10.000 Deutschen entschließen sich zur Selbstständigkeit. Demgegenüber steht die Zahl von 266 Existenzgründern aus 10.000 Migranten – die Gründungsquote ist also mehr als dreimal so hoch. Überdurchschnittlich stark vertreten sind hierbei polnische Migranten, von denen sich ganze 1.324 pro 10.000 selbstständig machen.

Allerdings gründen Migranten nicht nur häufiger – sie scheitern auch wesentlich öfter als Deutsche. Die Ursachen hierfür sind vielfältig:

  • überdurchschnittlich häufige Gründung in wettbewerbsintensiven Branchen
  • schlechtere Bildung
  • fehlendes Know-how über Existenzgründung und Unternehmensführung

Neue Arbeitsplätze durch Migrantenunternehmen

Migranten führen zwar meist eher kleine Unternehmen, die nur wenige Beschäftigte aufweisen. Durch die Masse an kleinen Unternehmen kommt dennoch ein riesiges Potenzial an neuen Arbeitsplätzen zustande. Dies gilt insbesondere dadurch, dass Migranten oft in arbeitsintensiven Branchen arbeiten (z. B. Baubranche), in denen verhältnismäßig viel Personal eingestellt werden muss. Zudem bilden fast so viele Migrantenbetriebe aus wie deutsche. Überdurchschnittlich oft bekommen in Migrantenunternehmen auch Jugendliche eine Chance, die oft benachteiligt werden, wie Jugendliche mit Migrationshintergrund oder Hauptschulabsolventen.

Was bedeutet dies für Deutschland?

Diese Studie zeigt eines ganz deutlich: Würden nicht so viele Migranten mit ihrer Selbstständigkeit scheitern, könnten tausende neue Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen werden. Aus unserer Sicht sollte man daher zukünftig verstärkt darauf bauen, den Migranten eine bessere Bildung zu ermöglichen. Dies betrifft hier insbesondere das Wissen rund um die Existenzgründung und die Unternehmensführung. Wer über diese Themen Bescheid weiß, hat wesentlich größere Chancen, sein Unternehmen gut in die Zukunft zu bringen.

Wir fordern daher eine bessere Förderung von Gründerberatungen sowie qualifiziertere Existenzgründerseminare, die das erforderliche Wissen vermitteln können. Nur so erhalten die Migranten die Chance, ebenso häufig wie Deutsche ihr Unternehmen am Leben halten zu können und damit einen Gewinn zu erwirtschaften.

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