Multiple Selbstständigkeit – Unternehmer mit mehreren Standbeinen

Eine Möglichkeit, um als Existenzgründer erfolgreich zu sein, besteht in der Wahl mehrerer Standbeine. Wie kommt es zu dieser Entscheidung, welches sind die Vor- und Nachteile, und was sollte man beachten?

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Multiple Selbstständigkeit als Chance

Gerade Existenzgründer stützen sich oft auf mehrere Geschäftsideen, wenn ein einzelnes Standbein nicht genügend Umsatz verspricht. Insbesondere in der Anfangsphase der Selbstständigkeit kann dies auch ein Testlauf für die Frage sein, welches Projekt sich langfristig rentiert und welches womöglich wieder aufgegeben werden sollte.

Typisch ist auch der Fall, dass der Unternehmer ein „Liebhaberprojekt“ hat – eins, an dem das Herz hängt, das aber nicht genügend Gewinn bringt, etwa der Vertrieb eines selbst entwickelten Produkts – und ein zweites zum Geldverdienen. Andere Unternehmer wählen die multiple Selbstständigkeit, um verschiedene Neigungen auszuleben oder ein Saisongeschäft sinnvoll zu ergänzen. Für den Betreiber einer Eisdiele kann es zum Beispiel angebracht sein, sich im Winter auf andere Einkommensquellen zu verlegen. 

Den Kopf freibekommen

Ein weiterer Vorteil kann in der abwechslungsreichen Gestaltung des Berufsalltags liegen. So genießen es viele Unternehmer, neben dem Schreibtischjob noch eine Tätigkeit mit den Händen auszuführen oder umgekehrt neben einer handwerklichen Tätigkeit auch den Geist anzustrengen. Im Idealfall befruchten sich beide Tätigkeiten gegenseitig, etwa wenn der Werbetexter beim Malen den Kopf wieder freibekommt. 

Nachteil: Geteilte Kraft ist halbe Kraft

Die multiple Selbstständigkeit birgt jedoch auch Nachteile. So ist es der einzelnen Geschäftsidee und der langfristigen Etablierung auf dem Markt natürlich zuträglicher, wenn man seine ganze Energie hineinstecken kann. Im ungünstigsten Fall scheitern beide Geschäfte. Zudem ist es nicht immer einfach, die eigene Arbeitskraft zufriedenstellend aufzuteilen. Dieses Problem besteht insbesondere bei der Konstellation Liebhaberprojekt vs. lukratives Geschäft: Entweder man steckt zu viel Energie ins Liebhaberprojekt und vernachlässigt darüber das Geldverdienen, oder man verlegt sich aufs Geldverdienen und wird unzufrieden, weil kaum noch Zeit für das „eigentliche“ Projekt bleibt. 

Pizza-Sushi-Döner vermeiden

Sofern es sich um ganz unterschiedliche Standbeine handelt, sollte man diese in seinem Marketing-Auftritt nicht vermischen. Sonst entsteht leicht der Eindruck, man könne viel, aber nichts richtig. Niemand isst gerne in einem Lokal, das Pizza, Sushi und Döner auf der Karte hat. Nur in bestimmten Fällen bietet es sich an, auf das andere Standbein zu verweisen. Ein Unternehmer kann etwa im Impressum seines Online-Handels auf das eigene Webdesign- Unternehmen verlinken, das für die Gestaltung der Seite verantwortlich ist. Der umgekehrte Fall würde hingegen unprofessionell wirken. 

Ende bei Erfolg

So unterschiedlich die Entscheidung zum zweiten Standbein auch begründet sein mag, so wird es in den meisten Fällen mit dem Erfolg einer Geschäftsidee wieder aufgegeben – entweder weil es finanziell nicht mehr nötig ist oder weil es nun schlicht an Zeit mangelt.



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