Kumulierte Freibeträge bei nebenberuflicher Selbständigkeit und ALG 1

Nebenberuflich tätige Unternehmer wissen nun, dass ihnen mehrere Freibeträge nebeneinander zustehen können. Wie setzt sich die Berechnung fort? Das wollen wir im folgenden Artikel näher erläutern.

Bild: Jorma Bork / pixelio.de

Im ersten Teil: Nebenberufliche Selbständigkeit und ALG 1 sind wir bereits auf die möglichen Freibeträge und deren Ermittlung eingegangen. 

Gegenüberstellung Freibetrag und Summe der Nebeneinkünfte

Lt. Durchführungsanweisung der Arbeitsagentur heißt es: 

...die Summe der Freibeträge ist der Summe der Nebeneinkünfte gegenüberzustellen.

Freibeträge

Rechnen wir die Summe der Freibeträge aus dem Beispiel in Teil 1 zusammen:

Summe der Freibeträge
Freibetrag Höhe in Euro
  Freibetrag 1 aus einer nebenberuflichen Selbständigkeit  250
+ Freibetrag 2 aus einem Minijob 300
+ Freibetrag 3 aus einer neu aufgenommenen Nebentätigkeit 165
Gesamtsumme der Freibeträge 715

Damit ergibt eine Freibetragssumme von 715 Euro (250 Euro + 300 Euro + 165 Euro).

Nebeneinkünfte

Nach dem gleichen Muster errechnen wir die Summe der Nebeneinkünfte:

Summe der Nebeneinkünfte
Nebeneinkünfte Höhe in Euro
 Nebeneinkommen aus selbständiger Tätigkeit  500
+ Nebeneinkommen aus  Minijob 300
+ Nebeneinkommen aus einer neu aufgenommenen Nebentätigkeit  165
Gesamtsumme der Nebeneinkünfte 965

Als Summe aus den Nebeneinkünften ergibt sich der Betrag von 965 Euro (500 Euro + 300 Euro + 165 Euro).

Angrechnungsfreier Betrag

Von den 965 Euro bleiben 715 Euro anrechnungsfrei. Die Differenz zwischen der Summe der Nebeneinkünfte und der Summe der Freibeträge von 250 Euro (965 Euro abzgl. 715 Euro) wird allerdings auf das Arbeitslosengeld angerechnet. 

Wochenstunden sind ausschlaggebend

So schön die Freibetragsregelung auch anmutet, der Unternehmer muss seine Wochenarbeitszeit im Blick behalten. Arbeitet er in seinen Nebenjobs insgesamt mehr als 15 Stunden pro Woche, entfällt der Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Berechnungsgrundlage für die Freibeträge - Nettoeinkommen oder Gewinn

Für die Berechnung der Freibeträge wird das Nettoeinkommen oder bei Selbständigen der Gewinn als Berechnungsgrundlage herangezogen. Beim Nettoeinkommen gibt es wenig Diskussionsgrundlage, der ist auf Gehaltsabrechnungen ausgewiesen. Der Gewinn jedoch kann unterschiedlich berechnet werden. So können die Arbeitsagenturen die Betriebsausgaben pauschal mit 30 Prozent annehmen. Die Annahme gilt solange, bis der Selbständige seine Betriebsausgaben nachweist. In dieser Regelung ist einiges an Potential für niedrigere Berechnungen enthalten, denn - je höher die Betriebsausgaben, um so niedrieger der Gewinn und damit auch der Freibetrag.

Fazit

Nebenberuflich Selbständige mit einer Arbeitszeit von bis zu 15 Wochenstunden, können auch bei Bezug von ALG 1 ihre Tätigkeit weiter ausüben. Ihnen steht in Höhe der Einkünfte aus den letzten 12 Monaten ein Freibetrag zu. Verdienen Sie während ihrer Arbeitslosigkeit nicht mehr mit Ihrem Nebengewerbe als vor Beginn der Arbeitslosigkeit, bleibt der Gewinn in voller Höhe anrechnungsfrei



Andere Leser haben auch gelesen:

Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!