KfW-Studie: Frauen gründen anders

Die KfW hat in einer aktuellen Studie untersucht, wie sich das Geschlecht der Gründer auf die Gründungsvorhaben auswirkt. Dabei ergaben sich deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Die Daten wurden aufgrund des KfW-Gründungsmonitors zusammengestellt und bieten somit einen repräsentativen Überblick über das Gründungsverhalten von Männern und Frauen. So ergab sich unter anderem, dass die Anzahl der Gründungen durch Frauen sich seit gut zehn Jahren auf einem nahezu gleich bleibenden Niveau bewegt.

Bild: geralt / pixabay.com

Häufige Gründungen im Nebenerwerb

Ebenfalls fand die aktuelle Studie heraus, dass Frauen deutlich häufiger im Nebenerwerb gründen, als es bei Männern der Fall ist. Im Schnitt ergibt sich bei zwei Dritteln der Gründerinnen eine Gründung im Nebenerwerb, wohingegen nur ein Drittel im Vollerwerb den Schritt in die Selbstständigkeit wagt. Männer gründen hingegen zu gleichen Teilen im Neben- und Vollerwerb.

Mögliche Gründe dafür sind, dass Frauen nach wie vor vorwiegend für die Versorgung des Haushalts und der Kinder verantwortlich sind und von daher die zeitintensive Vollerwerbsgründung nicht in Angriff nehmen. Auch der Punkt, dass Männer noch immer die Hauptverdiener sind und eine Selbstständigkeit der Frauen lediglich ein Zubrot darstellt, aber nicht zum Bestreiten des Lebensunterhalts dient, spricht für die Gründungen im Nebenerwerb.

Persönliche Dienstleistungen werden häufig gewählt

Darüber hinaus stellte die KfW-Studie fest, dass Frauen sich vorwiegend für persönliche Dienstleistungen entscheiden, während Männer eher wirtschaftliche Dienstleistungen als Unternehmenszweck anvisieren. Sehr selten bei beiden Geschlechtern sind dagegen Gründungen im verarbeitenden Gewerbe, im Bau und bei sonstigen Nicht-Dienstleistungen. Im Handel halten sich die Gründungen bei Frauen und Männern nahezu die Waage.

Mitarbeiter werden von Frauen seltener beschäftigt

Frauen starten ihre Selbstständigkeit häufiger mit kleineren Projekten und im Nebenerwerb. Das bedingt auch die seltenere Einstellung von Mitarbeitern. Gleichermaßen kommen Teamgründungen, die eigentlich viele Vorteile bieten, bei Frauen seltener vor, als bei Männern, wobei die Unterschiede hier nur gering sind. Im direkten Vergleich zeigt sich, dass 76 Prozent der Gründerinnen ohne Mitarbeiter starten, aber nur 64 Prozent der Gründer auf die Einstellung von Mitarbeitern verzichten.

Finanzierungsbedarf ist geringer

Aufgrund der kleineren Projekte, die Frauen bei ihren Gründungen anstreben, ist natürlich auch der Finanzierungsbedarf deutlich geringer. So fällt bei 15 Prozent der Frauen kein Mittelbedarf an, aber nur bei neun Prozent der Männer. 70 Prozent der Frauen setzen nur eigene Finanzmittel bei der Gründung ein, bei den männlichen Gründern sind es dagegen nur 62 Prozent.

Insgesamt ergeben sich somit deutliche Unterschiede zwischen den Gründern und Gründerinnen.



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