Freche Contentdiebe am Werk - die dreistesten Ausreden

Immer wieder haben wir hier im Gründerlexikon das Problem, dass sich andere Websites gerne mit fremden (unseren!) Federn schmücken und ganz dreist einfach ganze Artikel unserer Seiten übernehmen.

Bild: PeteLinforth / pixabay.com

Schon seit einiger Zeit gehen wir gegen diese dreisten Contentklauer vor (siehe unser Artikel „Plagiate und Raubkopien kein Kavaliersdelikt“). Dabei hat sich herausgestellt, dass man gleich mehrere Arten unterscheiden kann, wie die Contentdiebe auf die Konfrontation mit ihrer Straftat reagieren:

Der Arrogante

Der arrogante Contentdieb dreht den Spieß gleich einmal um. Mit der Anschuldigung konfrontiert behauptet er steif und fest, dass er keine Inhalte geklaut hätte. Vielmehr wären wir die Diebe, denn er habe seine Texte und seine Seiten schon früher online gestellt. Beweise hierfür kann er natürlich nicht vorlegen – wie auch.

Sobald der Arrogante bemerkt, dass er sich auf dünnem Eis bewegt, wird er nicht etwa kleinlaut und ruhig, sondern dreht noch einmal so richtig auf. Er wird ausfallend, frech und droht mit seinem Anwalt. Falls man nicht sofort mit seinen „haltlosen“ Anschuldigungen aufhöre, werde man Post vom Anwalt bekommen.

Der Ignorante

Der ignorante Contentdieb macht es sich ganz einfach: Probleme, die man nicht anerkennt, sind doch nicht vorhanden, oder? Also reagiert er einfach nicht auf unsere Anschuldigung. Wenn man vorab telefonisch anfragt, ist er grundsätzlich nicht erreichbar. Er lässt sich ganz offensichtlich verleugnen oder nimmt gar nicht erst ab. Das funktioniert ganz einfach: Er geht grundsätzlich nicht selbst ans Telefon. Wenn man bei dem jeweiligen Mitarbeiter eine Rückrufbitte hinterlässt, ist er bereits vorgewarnt. Wahrscheinlich hat er neben seinem Telefon schon eine Liste mit Telefonnummern liegen, bei denen er gar nicht erst abhebt.

Der Ahnungslose

Der Ahnungslose ist beinahe der schwierigste dieser Typen: Er spielt den Ahnungslosen und tut so als hätte er von nichts gewusst. Er ist grundsätzlich nicht selbst schuld an der Misere, sondern schiebt einen unwissenden Praktikanten oder einen Auszubildenden vor, der die Texte angeblich kopiert haben soll. Er verspricht, sofort mit dem „Praktikanten“ zu sprechen, damit so etwas nicht wieder vorkommt. Er hofft darauf, keine Abmahnung zu bekommen, denn er kann ja schließlich überhaupt nichts dafür. Rein haftungstechnisch ist dies natürlich völliger Unfug. Wer eine Webseite betreibt, ist auch für die darauf veröffentlichten Inhalte verantwortlich – egal wer sie dort eingestellt hat. Der Ahnungslose ist vor allem darauf aus, Zeit zu gewinnen, damit er nichts bezahlen muss.

Der Dankbare

Der Dankbare gibt den Contentklau sofort zu und sieht seinen Fehler an. Gleichzeitig bedankt er sich auf überschwängliche Weise dafür, dass man ihn erst angerufen hat, anstatt ihm eine teure Abmahnung zu schicken. Immerhin: Er hat wenigstens so viel Anstand, seinen Fehler offen zuzugeben. Allerdings ist diese „Klientel“ auch besonders schwierig, denn man wird gerne nachgiebig und lässt das Fehlverhalten durchgehen.

Nicht mit uns!

Wir haben inzwischen all diese Typen mehrfach durch und sind inzwischen dazu übergegangen, mit allen gleichermaßen zu verfahren – auf die schriftliche Art und Weise per Rechtsanwalt. Denn: Wer nicht hören will, muss fühlen. Natürlich ist es für viele nicht nachvollziehbar, dass man jetzt gleich mit „Kanonen auf Spatzen“ schießt, denn schließlich ließe sich ein solches Problem schnell aus der Welt schaffen. Da es aber in der Praxis genau daran scheitert, lassen wir uns inzwischen nicht mehr auf Kompromisse ein!



Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!