Der Traum der finanziellen Freiheit

Nur ein kleiner Teil der Unternehmer aus kleinen und mittleren Unternehmenverdient mehr als ein Angestellter mit demselben Tätigkeitsbereich. Nach meinen Erfahrungen aus dem Coaching einer dreistelligen Zahl von Unternehmern schätze ich diesen Teil auf etwa 20 bis 25 Prozent. Dass diese Unternehmer trotzdem ihr eigenes Unternehmen führen, hat bei einem großen Teil auch mit ganz anderen Motiven zu tun als Geld. Obwohl natürlich der Traum der finanziellen Freiheit auch eine Rolle spielt.

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Aber anderes ist wichtiger. Die eigenen Träume verwirklichen. Die Unabhängigkeit. Die Selbstverantwortung. Immer dann, wenn es finanziell nicht so gut läuft, wird dies – auch von Unternehmern – gegeneinander gestellt. So in etwa: Mir ist die Unabhängigkeit wichtiger als das Finanzielle. Ganz nach dem Motto: "Das Immaterielle ist letztlich doch wichtiger."

Das ist Unsinn! Erstens lässt sich das "Immaterielle" sehr viel besser verwirklichen, wenn das "Materielle" stimmt. Zweitens, und sehr viel wichtiger (obwohl auf den ersten Blick nur Haarspalterei), führt die gedankliche, dualistische Trennung zwischen Materiellem und Immateriellem wie immer in die Irre: Geld ist nämlich nicht "materiell" und Träume sind oft nicht "immateriell".

Die Frage, die sich stellt, ist, wie kommen Unternehmer zu einem adäquaten Umgang mit Geld? (Dass natürlich auch die Strategie stimmen muss, damit überhaupt Geld herein kommt, ist ein ganz anderes Thema).

Grundlegendes

Beginnen wir kurz bei den Grundlagen (ausführlich dazu in meinem Buch "Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer"). Der ausschließliche Zweck eines Unternehmens ist, seinen Opens internal link in current windowKunden Nutzen zu bieten. Der Zweck eines Unternehmens ist nicht, Profite zu erwirtschaften, Arbeitsplätze zu schaffen oder sonstige Anliegen irgendwelcher Interessengruppen zu erfüllen.

Die Aufgabe eines Unternehmers ist die, ein Unternehmen zu schaffen, das diesen Zweck erfüllt, also seinen Kunden Nutzen bietet. Das Produkt des Unternehmens ist zum Beispiel Software, das Produkt des Unternehmers ist nicht Software, sondern die Software- Firma. Und sein Kunde ist auch nicht der, der die Software kauft, sondern der, der die Software- Firma kauft (oder übernimmt) – also sein Nachfolger.

Damit ist die Aufgabe des Unternehmers, ein Unternehmen zu schaffen, das den zukünftigen Kunden des Unternehmens mehr Nutzen bietet als heute – er will ja den Nutzen für den Nachfolger steigern. Damit er diese Aufgabe erfüllen kann, benötigt er Energie. Genauer: Überschüssige Energie, die über die notwendige Energie zur Produktion der Software hinaus reicht und es ihm ermöglicht, ein besseres Unternehmen zu schaffen. Diese Energie heranzuziehen und auszurichten, ist klare Unternehmeraufgabe (die dritte Aufgabe des Unternehmers, vgl. Die Aufgaben des Unternehmers).

Und nun zurück zum Geld: Geld ist eine Form von Energie. Genau genommen ist Geld das Vertrauen darauf, dass irgendwann irgendjemand irgendeine Leistung mit einem gewissen Wert erbringen wird. Eben dann, wenn ich diesem jemand eine bestimmte Menge Geld gebe. Wohnt man zum Beispiel in Simbabwe oder bekommen wir hier dank der freizügigen (und in großen Teilen völlig sinnlosen "Krisenbekämpfungsausgaben" der Regierungen, vgl. meinen Beitrag zur Wirtschaftskrise) eine Inflation, dann merkt man sehr schnell, dass das Vertrauen, irgendwann eine Leistung zu erhalten vielleicht nicht zu hundert Prozent berechtigt ist. Mit anderen Worten: Geld ist (wenn man überhaupt in Kategorien von materiell und immateriell denkt), zu fast 100 Prozent immateriell. Geld ist neben dem physischen Altmetall- oder Altpapierwert nichts als Vertrauen in die Zukunft.

Zurück zum Unternehmer: Er benötigt, um seine Aufgabe auszuführen, Leistungen zur Verbesserung des Unternehmens. Also in gewisser Weise Energie. Und Geld ist eine mögliche Energieform. Eine andere ist die Begeisterung von Kunden (die dann wie zum Beispiel bei Wikipedia mit entwickeln). Wieder eine andere die Begeisterung der Mitarbeiter, die manchmal nur aus Freude oder dem Wunsch, sich an etwas zu beteiligen viel mehr geben wie sie als Gegenleistung bekommen. Wieder eine andere Form der Energie ist die Öffentlichkeit, die positiv über das Unternehmen spricht.

Diese Energieformen sind teilweise untereinander ersetz- und austauschbar. Letztlich muss sich der Unternehmer in einem bestimmten Verhältnis um alle diese Energieformen kümmern. Sein Job ist, dass jede dieser Energieformen zu dem Zeitpunkt, zu dem er sein Unternehmen an seinen Nachfolger übergibt, größer ist als vorher. Wohlgemerkt, nicht als Selbstzweck, sondern zur Vergrößerung des Nutzens der zukünftigen Kunden des Unternehmens.

Mit anderen Worten: das Geldvermögen oder Kapital des Unternehmens ist eine Teilkomponente der Energien, die die Weiterentwicklung des Unternehmens ermöglichen. Und es ist der Job des Unternehmers, die Energie auch dieser Teilkomponente zu erhöhen. Tut er dies nicht, so erfüllt er seinen Job nicht richtig.

Aus dem Buch von Stefan Merath: "Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer"

Zur Verfügung gestellt von: unternehmercoach.com

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