Bewerten Sie jetzt!
 
 
 
 
 
 
 
Bewerten
 
 
 
 
 
 
4 Bewertungen
80 %
1
5
4
 

Kann ich ein Nebengewerbe mitten im Jahr anmelden?

Plötzlich ist sie da, die zündende Idee und Sie möchten sich selbstständig machen. Blöderweise ist das neue Jahr nun schon in vollem Gange. Doch kann man ein Nebengewerbe mitten im Jahr anmelden, beispielsweise zum 1. März oder zum 1. September? Die einfache Antwort lautet: Ja. Für die ausführliche Antwort lesen Sie weiter.

Diese 10 teuren Fehler machen Gründer im Haupt- und Nebengewerbe.
Wir zeigen, wie Sie sich davor schützen.

Eine gescheiterte Existenzgründung kostet in Deutschland durchschnittlich rund 20.000 Euro. Wenn Sie die zehn teuersten Fehler vermeiden möchten, dann lesen Sie meinen kostenlosen Ratgeber.

Als gratis Bonus erhalten Sie die 10 häufigsten Fragen zum Nebengewerbe und
die Vorlage (PDF) zur Genehmigung Ihres Nebengewerbes von Ihren Chef

Geben Sie einfach Ihre E-Mail-Adresse ein und ich schicke Ihnen alles zu:


Ihre Kontaktdaten sind bei uns natürlich sicher. Wir verkaufen diese nicht und geben sie nicht an Dritte weiter.

(Neben-)Gewerbe anmelden: Der richtige Zeitpunkt

Grundsätzlich verpflichtet der Gesetzgeber Sie dazu, Ihr Gewerbe dann anzumelden, sobald Sie mit Nachhaltigkeit am Wirtschaftsverkehr teilnehmen, also insbesondere wenn Sie Umsätze generieren. Dabei ist es völlig unerheblich, ob Sie damit zum 1. Januar oder zum 1. August beginnen. Sie melden einfach Ihr Gewerbe zum gewünschten Zeitpunkt an.

gründerlexikon tipp

Diese Regelungen (und auch das nachfolgend beschriebene) gilt nicht nur für die Anmeldung eines Nebengewerbes während des Jahres, sondern auch für ein hauptberufliches Gewerbe. Das Finanzamt unterscheidet zwischen beiden Formen nicht – beides ist ein Gewerbe, auch wenn das Nebengewerbe üblicherweise neben dem Beruf ausgeübt wird.

Rumpfwirtschaftsjahr: Das unvollständige Wirtschaftsjahr

Normalerweise werden Sie auf Ihre Einkünfte in einem ganzen Wirtschaftsjahr besteuert. Melden Sie Ihr Gewerbe zum 1. Mai an, so läuft Ihr Wirtschaftsjahr nicht etwa vom 1. Mai bis zum 30. April des Folgejahres, sondern vom 1. Mai bis zum 31. Dezember. Es entsteht ein „Rumpfwirtschaftsjahr“. Dies hat vor allem Auswirkungen auf Ihr Jahresergebnis. Ihnen bleiben nämlich nur vergleichsweise wenige Monate, um Einnahmen zu erzielen, haben aber gerade im ersten Jahr oft viele Kosten (z. B. Gründungskosten, Gebühren, Steuerberater, Akquise). Mit etwas Pech können Sie diese in der kurzen Zeit nicht kompensieren und müssen bereits im ersten Jahr einen Verlust schreiben, obwohl Ihr Unternehmen eigentlich bereits rentabel arbeitet. Beim vollen Wirtschaftsjahr haben Sie mehr Zeit, die Betriebsausgaben hereinzuholen. Brauchen Sie aber aus steuerlichen Gründen vielleicht sogar einen negativen Ertrag, kann es Sinn machen, die Gewerbeanmeldung später ins Jahr zu verschieben.

Aber: Stehen Sie bereits in den Startlöchern und Sie sind gut vorbereitet, macht es absolut keinen Sinn, noch monatelang zu warten, nur um einen sauberen Start zum 1. Januar hinzubekommen. Ist es bereits November, können Sie den einen Monat noch abwarten. Hat das Jahr aber gerade erst begonnen, starten Sie einfach mit einem Rumpfwirtschaftsjahr.

Kleinunternehmerregelung: Achtung, Falle!

Manch einer wäre geneigt, während des Jahres mit der Kleinunternehmerregelung zu gründen, da er durch das verkürzte Wirtschaftsjahr unter der Grenze von 22.000 Euro bleiben wird. Diese Annahme ist aber falsch, denn die Umsatzgrenzen müssen auf die Anzahl der Monate umgelegt werden. Dazu wird die die Umsatzgrenze um ein Zwölftel je vollen Monat gekürzt, in dem Sie nicht selbstständig waren. (Kleinunternehmerregelung endlich verstehen! Jetzt mein Seminar besuchen!)

Beispiel:Sie melden Ihr Gewerbe zum 15. September an. Sie sind also von September bis Dezember vier Monate lang selbstständig. Die Umsatzgrenze beträgt 22.000 Euro / 12 Monate x 4 Monate = 7.333,33 Euro. Überschreiten Sie diese im laufenden Jahr, können Sie die Kleinunternehmerregelung nicht beanspruchen.

Hinweis: Bis zum 31.12.2019 beträgt die Umsatzgrenze noch 17.500 Euro!

Leserfragen zum Thema Nebengewerbe

Kann ich ein Gewerbe rückwirkend anmelden?

Hallo, ich habe eine Frage zur rückwirkenden Gewerbeanmeldung. Und zwar fotografiere ich nebenbei für eine Agentur seit Dez 2009, jedoch bisher ohne Gewerbeanmeldung. Der Agentur Chef meinte, dass ich auch als Privater normale Rechnungen schreiben könnte, ohne Ausweisung der Mwst, nach Kleinunternehmerregelung. So richtig wohl ist mir nicht bei der Sache, da die Kleinunternehmerregelung ja auch ein angemeldetes Gewerbe vorraussetzt, denke ich zumindest.

Nun hab ich jedoch vor mein Gewerbe endlich anzumelden, da ich demnächst auch andere Aufträge annehmen möchte. Da ich mir jedoch bereits am 30. Okt 2009 eine Kamera gekauft habe (1500€) und auch 2010 verschiedene Gerätschaften zugelegt habe, die ich für meine Arbeit als Fotograf brauche, wäre es für mich interessant zu wissen, wie lange ich ein Nebengewerbe (Hauptberuflich bin und bleib ich erst mal Student) auch rückwirkend anmelden kann? Wie lange kann ich mir dann rückwirkend die Mwst. der gekauften Technik zurückholen?

Hätte es Nachteile ein Gewerbe rückwirkend anzumelden?

Antwort

Der Agentur Chef meinte, dass ich auch als Privater normale Rechnungen schreiben könnte, ohne Ausweisung der Mwst, nach Kleinunternehmerregelung.

Da sieht man mal, dass der Agenturchef nur Ahnung von seiner Agentur hat, nicht jedoch von Rechnungslegung und Gewerbe etc.

Sobald ich eine Rechnung schreibe bin ich eben nicht mehr privat, sondern gewerblich. Das mit der Kleinunternehmerreglung betrifft nur die Umsatzsteuer, was allerdings vom Unternehmerstatus total unabhängig ist.

Tipp für Nebengewerbe: Bitte mal die häufig gestellten Fragen zum Nebengewerbe lesen!

So richtig wohl ist mir nicht bei der Sache, da die Kleinunternehmerregelung ja auch ein angemeldetes Gewerbe voraussetzt, denke ich zumindest.

Genau richtig. (Kleinunternehmerregelung endlich verstehen! Jetzt mein Seminar besuchen!)

Als ich fragte, ob auch 01.01.2010 möglich wäre, war sie nicht mehr so begeistert, meinte dass dies eigentlich eine Ordnungswidrigkeit verbunden mit einem Bußgeld darstellen würde, dass ich aber Glück habe und die Stadt sich gnädig zeigt, wenn Antragsteller/ Gewerbetreibender auf Behörde zukommt und nicht anders herum.

Sei froh, wenn´s noch mal mit ´nem blauen Auge ausgeht.

Na ja also ist zumindest erst mal klar, dass ich bis zum 01.01.2010 auf jeden Fall rückwirkend anmelden kann. Stellt sich nun nur noch die Frage, wie weit zurückliegend ich dann noch die Mwst zurückfordern kann.

Wenn du zum 1.1. auch mit der Kleinunternehmerregelung startest, dann hast du mit Umsatzsteuer und Erstattungen daraus nix zu tun.

Bewerten Sie jetzt!
 
 
 
 
 
 
 
Bewerten
 
 
 
 
 
 
4 Bewertungen
80 %
1
5
4
 

Meine Name ist Torsten Montag, ich betreibe seit 2004 das Gründerlexikon. 2019 habe ich die GründerAkademie gegründet. Hier finden Sie all die Dinge, die mir geholfen haben, ein erfolgreicher Unternehmer zu werden. Machen Sie zuerst meinen UnternehmerTest oder erkundigen Sie sich jetzt unverbindlich zu meinem Existenzgründerseminar für zu Hause!

Meine Checkliste