Kann ich ein Nebengewerbe mitten im Jahr anmelden?

Plötzlich ist sie da, die zündende Idee und Sie möchten sich selbstständig machen. Blöderweise ist das neue Jahr nun schon in vollem Gange. Doch kann man ein Nebengewerbe mitten im Jahr anmelden, beispielsweise zum 1. März oder zum 1. September? Die einfache Antwort lautet: Ja. Für die ausführliche Antwort lesen Sie weiter.

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Bild: Foehnimperium / lustich.de

(Neben-)Gewerbe anmelden: Der richtige Zeitpunkt

Grundsätzlich verpflichtet der Gesetzgeber Sie dazu, Ihr Gewerbe dann anzumelden, sobald Sie mit Nachhaltigkeit am Wirtschaftsverkehr teilnehmen, also insbesondere wenn Sie Umsätze generieren. Dabei ist es völlig unerheblich, ob Sie damit zum 1. Januar oder zum 1. August beginnen. Sie melden einfach Ihr Gewerbe zum gewünschten Zeitpunkt an.

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Hinweis

Diese Regelungen (und auch das nachfolgend beschriebene) gilt nicht nur für die Anmeldung eines Nebengewerbes während des Jahres, sondern auch für ein hauptberufliches Gewerbe. Das Finanzamt unterscheidet zwischen beiden Formen nicht – beides ist ein Gewerbe, auch wenn das Nebengewerbe üblicherweise neben dem Beruf ausgeübt wird.

Rumpfwirtschaftsjahr: Das unvollständige Wirtschaftsjahr

Normalerweise werden Sie auf Ihre Einkünfte in einem ganzen Wirtschaftsjahr besteuert. Melden Sie Ihr Gewerbe zum 1. Mai an, so läuft Ihr Wirtschaftsjahr nicht etwa vom 1. Mai bis zum 30. April des Folgejahres, sondern vom 1. Mai bis zum 31. Dezember. Es entsteht ein „Rumpfwirtschaftsjahr“. Dies hat vor allem Auswirkungen auf Ihr Jahresergebnis. Ihnen bleiben nämlich nur vergleichsweise wenige Monate, um Einnahmen zu erzielen, haben aber gerade im ersten Jahr oft viele Kosten (z. B. Gründungskosten, Gebühren, Steuerberater, Akquise). Mit etwas Pech können Sie diese in der kurzen Zeit nicht kompensieren und müssen bereits im ersten Jahr einen Verlust schreiben, obwohl Ihr Unternehmen eigentlich bereits rentabel arbeitet. Beim vollen Wirtschaftsjahr haben Sie mehr Zeit, die Betriebsausgaben hereinzuholen. Brauchen Sie aber aus steuerlichen Gründen vielleicht sogar einen negativen Ertrag, kann es Sinn machen, die Gewerbeanmeldung später ins Jahr zu verschieben.

Aber: Stehen Sie bereits in den Startlöchern und Sie sind gut vorbereitet, macht es absolut keinen Sinn, noch monatelang zu warten, nur um einen sauberen Start zum 1. Januar hinzubekommen. Ist es bereits November, können Sie den einen Monat noch abwarten. Hat das Jahr aber gerade erst begonnen, starten Sie einfach mit einem Rumpfwirtschaftsjahr.

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Kleinunternehmerregelung: Achtung, Falle!

Manch einer wäre geneigt, während des Jahres mit der Kleinunternehmerregelung zu gründen, da er durch das verkürzte Wirtschaftsjahr unter der Grenze von 17.500 Euro bleiben wird. Diese Annahme ist aber falsch, denn die Umsatzgrenzen müssen auf die Anzahl der Monate umgelegt werden. Dazu wird die die Umsatzgrenze um ein Zwölftel je vollen Monat gekürzt, in dem Sie nicht selbstständig waren.

Beispiel: Sie melden Ihr Gewerbe zum 15. September an. Sie sind also von September bis Dezember vier Monate lang selbstständig. Die Umsatzgrenze beträgt 17.500 Euro: 12 Monate x 4 Monate = 5.833,33 Euro. Überschreiten Sie diese im laufenden Jahr, können Sie die Kleinunternehmerregelung nicht beanspruchen.

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