Am von Torsten in Urteile geschrieben
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Betriebseinnahmen

Nachhilfelehrer aufgepasst: Leistungen können umsatzsteuerfrei sein!

Unternehmer, die sich als Nachhilfelehrer selbstständig gemacht haben, können in vielen Fällen ihre Leistung umsatzsteuerfrei anbieten - auch wenn der Umsatz mehr als 17.500 Euro pro Jahr beträgt. Das Finanzgericht Schleswig-Holstein beschäftigte sich vor Kurzem mit einem solchen Fall. Die Richter gaben der Nachhilfelehrerin recht: Unter bestimmten Umständen sind die Leistungen von der Umsatzsteuer befreit.

Nachhilfe kann umsatzsteuerfrei sein
© martaposemuckel / pixabay.com

Kiel, 04. Mai 2016 - Nicht wenige Gründer entscheiden sich dafür, sich als Nachhilfelehrer selbstständig zu machen. Sei es im Rahmen von Franchising - zum Beispiel Schülerhilfe oder Studienkreis - oder eigenständig. Der Titel des “Nachhilfelehrers” ist nicht geschützt, große Investitionen zu Beginn sind ebenfalls nicht notwendig und somit ist eine Gründung relativ einfach zu gestalten. Allerdings gab es in der Vergangenheit immer wieder Fragen in Bezug auf die Umsatzsteuer bei Nachhilfeangeboten. Das FG Schleswig-Holstein beschäftigte sich mit einem Fall, bei der eine Nachhilfelehrerin dagegen klagte, dass sie Umsatzsteuer abführen musste. Im konkreten Fall brachte sie Kindergarten- und Grundschulkindern Englisch bei bzw. gab in diesem Bereich Nachhilfe. Als sie vom Finanzamt dazu aufgefordert wurde, Umsatzsteuer abzuführen, berief sich auf geltendes europäisches Recht. Die Richter gaben ihr Recht, berichtet die Zeitschrift “Der Steuerzahler” in seiner Ausgabe 5/16. Allerdings gilt es einige Voraussetzungen zu erfüllen, damit Nachhilfeunterricht auch wirklich umsatzsteuerfrei ist.

Voraussetzungen für die Umsatzsteuerbefreiung bei Nachhilfetätigkeiten

Unabhängig vom oben genannten Praxisfall, können Nachhilfelehrer ihre Leistungen immer umsatzsteuerfrei erbringen, solange der Jahresumsatz kleiner 17.500 Euro ist. Der Nachhilfelehrer würde in diesem Fall die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. Damit Nachhilfetätigkeiten jedoch generell - auch über die genannte Grenze hinaus - von der Umsatzsteuer befreit sind, müssen folgende 3 Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Nachhilfetätigkeit ist nicht lediglich eine Freizeitgestaltung
  • Der behandelte Stoff könnte ohne Weiteres auch an einer Schule gelehrt werden
  • Der Nachhilfelehrer handelt auf eigene Rechnung

Sind diese Bedingungen erfüllt, können Leistungen im Nachhilfebereich generell umsatzsteuerfrei sein.

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Anhebung der Grenze zur Kleinunternehmerregelung auf 21.400 Euro gefordert

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Die Kleinunternehmerregelung im grenzüberschreitenden Handel

In den meisten EU-Staaten existieren Regelungen zur Kleinunternehmerregelung. Häufig kann ein Kleinunternehmer aus Deutschland die Regelungen anderer Länder nicht in Anspruch nehmen, da die allermeisten dort keine Betriebsstätte haben. Kleinunternehmer, die aus dem EU-Ausland Waren beziehen, müssen daher oft dennoch hierzulande Umsatzsteuer abführen. Umsätze, die ins EU-Ausland gehen, werden nicht zur Grenze für Kleiunternehmer angerechnet.

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