Am von Torsten in Urteile geschrieben und am 11.10.2019 um 20:40 aktualisiert
Unternehmer haften

Keine Änderung des Steuerbescheids durch grobes Verschulden des Steuerberaters

Eine Änderung des Einkommensteuerbescheids durch ein grobes Verschulden des Steuerberaters ist nicht möglich. Für das Finanzgericht spielt es keine Rolle, wen die Schuld trifft. Der Fehler des Steuerberaters wird dem Kläger angerechnet.

Mann wird in Handelschellen abgeführt, hier: Unternehmer haftet für Steuerberater
"Hätte ich mir bloß einen besseren Steuerberater zugelegt."
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Düsseldorf, 21. September 2018 – Das Finanzgericht urteilte, dass ein grobes Verschulden des Steuerberaters nicht zu einer Änderung des Steuerbescheids führen kann.

In diesem Fall hatte ein Mann gegen den Beschluss des Finanzamtes beim Finanzgericht geklagt. Der Steuerberater des Klägers hatte in der Einkommenssteuererklärung 2015 den Auflösungsverlust aus einem Insolvenzverfahren des Klägers nicht angeben. Dieser Fehler passierte, obwohl der Steuerberater seit Jahren für den Kläger tätig war und auch gut über das Insolvenzverfahren informiert war.

Der Kläger wollte, dass der Verlust seiner Stammeseinlage von 70 000 Euro im Einkommenssteuerbescheid berücksichtigt wird. Denn erst nachdem die Erklärung Bestandskraft hatte, wurde der Kläger über das Ende des Insolvenzverfahrens informiert.

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Klage wird abgelehnt

Die Änderung wurde jedoch abgelehnt, da laut Finanzamt ein grobes Verschulden des Klägers vorlag. Das Finanzgericht lehnte die Klage gegen das Urteil ebenfalls  ab, da es keine Rolle spiele, ob der Kläger selbst gemäß § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO die Schuld trägt oder sein Steuerberater. Der Steuerberater beging aber das Vergehen, denn er hätte jährlich prüfen müssen, ob der Verlust entstanden war oder nicht.

Das Urteil zeigt deutlich, wie wichtig es ist als Unternehmer einen guten Steuerberater zu haben und wie leicht man als Unternehmer für seinen Steuerberater haften kann. Die Auswirkungen eines solchen Fehlers können schwerwiegend sein. Doch nicht bei allen Fehlern haftet der Unternehmer, auch der Steuerberater kann in die Mangel genommen werden, wenn sich schuldhaftes Verhalten nachweisen lässt.

Voraussetzungen zur Änderung des Steuerbescheids

Übrigens ist es generell nur unter bestimmten Vorraussetzungen möglich, dass ein Steuerbescheid geändert wird. Es kann sich auszahlen diese zu kennen. Ein informierter Unternehmer beispielsweise machte sich diese Regelungen zu Nutze und konnte so eigentlich nicht abzugsfähige Betriebsausgaben dennoch absetzen.

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