Am von Torsten in Studien geschrieben
Bewerten Sie jetzt!
Gründungen

Warum deutsche Gründer trotz drohender Rezession optimistisch sind

Die Studie „deutscher Startup Monitor“, die sich mit dem Gründungsgeschehen in Deutschland beschäftigt, fand unter anderem heraus, dass deutsche Gründer trotz drohender Rezession optimistisch in die Zukunft blicken. Woran liegt das? Und was hat die Studie noch herausgefunden?

Säulendiagramm, welches zeigt, dass Wunschfinanzierungsmethoden und tatsächliche Finanzierungsmethoden bei Startups stark auseinander gehen
Nur wenige der Startups nutzen tatsächlich den Finanzierungsweg, den sie sich eigentlich wünschen.
© Tim-Fabian Roller / gruenderlexikon.de auf Basis der Daten des deutschen Startup Monitors 2019

Berlin, 4. November 2019 – Bereits zum siebten Mal wurde die Studie „deutscher Startup Monitor“ (DSM) vom Bundesverband Deutsche Startups e.V. und dem PwC-Netzwerk durchgeführt. Dieses Jahr haben sich fast 1.933 Startups an der Studie beteiligt – die höchste Teilnehmerzahl seit dem ersten Durchführen der Studie. Das erklärte Ziel der Studie: Startups in der Öffentlichkeit Gehör für ihre Anliegen schaffen.

Warum sind die Startups so optimistisch?

Das zentrale Ergebnis der Studie: Obwohl in vielen Branchen die Sorgen vor einer erneuten Wirtschaftskrise steigen, sehen Startups auch in Zukunft gute Marktchancen. Das liegt in erster Linie daran, dass die Gründer und Gründerinnen auf Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit setzen. Florian Nöll vom PwC hält die Startup-Szene für eine feste Größe in Deutschland, weil bereits zwei Drittel der Startups mit etablierten Unternehmen kooperieren. Dadurch entstünden große Chancen für die jungen Unternehmen.

Darum rechnen auch zwei von drei Befragten Startups mit einer verbesserten Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten. Das spiegelt sich ebenfalls in den Umsatzzielen der jungen Unternehmen wider. Obwohl momentan nur 44% der Startups mehr als eine halbe Millionen umsetzen, gehen 66% für das kommende Jahr davon aus, diesen Betrag oder sogar mehr umzusetzen.

Darauf setzen die Startups

Grundpfeiler für den Optimismus der Startups sind der Fokus auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Mehr als 60% der Befragten setzen auf ein digitales Geschäftsmodell. Dabei stehen Schlüsseltechnologien wie künstliche Intelligenz (KI), Virtual Reality (VR) oder Blockchain im Mittelpunkt.

Beinahe 40% der Startups ordnen ihr Angebot der „Green Economy“ zu. Das zeigt sich auch im Wahlverhalten der Befragten: Von rund 44% der Gründer und Gründerinnen wird grün gewählt – Das sind 20 Prozentpunkte mehr als im vorherigen Jahr.

Also alles gut?

So positiv diese Ergebnisse auch klingen mögen. Nicht alles läuft rund in der Startup-Szene. Ein großes Hemmnis für das Wachstum ist oft die Kapitalbeschaffung. 38% (im Vorjahr: 32%) der Befragten gaben an, dass die Kapitalbeschaffung für sie ein große Hürde sei.

Oft können die Gründer und Gründerinnen auch nicht auf die eigentlich gewünschte Weise finanzieren. Beispielsweise setzen über 80% bei der Finanzierung auf eigene Ersparnisse, auch wenn nur 40% der Befragten diese Finanzierungsmethode bevorzugen. Viele Startups würden gerne mit Hilfe von Business Angels oder Venture Capital finanzieren. Tatsächlich tun das nur wenige (23%: Business Angels / 15% Venture Capital).

Säulendiagramm, welches zeigt, dass Wunschfinanzierungsmethoden und tatsächliche Finanzierungsmethoden bei Startups stark auseinander gehen

Damit fehlen in Deutschland viel zu häufig die wichtigen Wachstumsbeschleuniger Wagniskapital und Business Angels. Aus Sicht der Studie ist ein gut funktionierendes und weit verzweigtes Netzwerk ein wichtiger Faktor für den Erfolg: Bei über der Hälfte der Befragten kam der Zugang zu Wagniskapitalgebern über persönliche Kontakte zustande. Doch noch immer fällt es fast 40% der Gründer und Gründerinnen schwer, zu relevanten Personen auf dem Kapitalmarkt Zugang zu erhalten.

Lesetipp: Lesen Sie im Gründerlexikon, welche Finanzierungsmöglichkeiten es neben Wagniskapital und Business Angels noch gibt!

Interessante Fakten

… die die Studie ebenfalls herausgefunden hat:

  • Nur 16% der Startups werden von Gründerinnen ins Leben gerufen.
  • Über die Hälfte der Startups lässt Mitarbeitende am Unternehmenserfolg teilhaben.
  • Über 40% der Gründenden haben einen Abschluss in einem MINT-Fach.
  • 6 von 10 Gründenden halten das Startup-Ökosystem an ihrem Standort für (sehr) gut.
  • Zwei Drittel der Befragten wünschen sich von der Politik einen Abbau regulatorischer und bürokratischer Hürden.

Die vollständige Studie sowie weitere Informationen zum Bundesverband Deutsche Startups e.V. und dem PwC-Netzwerk finden Sie hier: Pressemitteilung zum deutschen Startup Monitor 2019 vom Bundesverband Deutsche Starups e.V.

vg wort pixel
Buchcover "Sorg für dich selbst, sonst sorgt sich keiner"

Die eigenen Interessen wahrnehmen – zum Wohle aller!

Nicht nur Gründer tappen in die Falle, die eigenen Bedürfnisse zu ignorieren und anderes (Firma, Familie, Finanzen...) an die erste Stelle im Leben zu setzen. Aber wer kümmert sich um dich und deine Interessen – wenn nicht du selbst? Dieses Buch will auf amüsante Art dazu anregen, sich selbst im Hinblick auf Selbstwert und Eigenverantwortung unter die Lupe zu nehmen.