Am von Ruben in kurz notiert geschrieben und am 27.06.2017 um 10:49 aktualisiert
Klarstellung

Bei offener Ladenkasse ist Zählprotokoll nicht erforderlich

Unternehmer, die eine offene Ladenkasse anstatt einer elektronischen Registrierkasse nutzen, müssen einige Dinge beachten, damit die Kassenführung steuerlich zulässig ist. Betriebsprüfer hatten vor allem immer wieder bemängelt, dass ein sogenanntes Zählprotokoll fehle. Doch der Bundesfinanzhof stellte jetzt klar, dass ein Zählprotokoll keine Pflicht bei einer offenen Ladenkasse darstellt.

Bargeld in einer Kasse
Bei offenen Ladenkassen ist ein Zählprotokoll freiwillig.
© Alexas_Fotos / pixabay.com

München, 27. Juni 2017 - Nutzen Selbstständige offene Ladenkassen für ihre Bargeschäfte, wittern Finanzämter schnell Einnahmenverkürzungen und suchen nach Mängeln in der Kassenführung, wie die Deutsche Handwerkszeitung in einem Artikel schreibt. Sofort werden Einnahmen und Umsätze durch die Beamten hinzugeschätzt, was wiederum die Steuerlast für den Unternehmer erhöht. Häufig wurde das Fehlen eines Zählprotokolls beanstandet.

Ein Zählprotokoll bei einer offenen Ladenkasse ist eine Auflistung, in der die genauen Stückzahlen von Münzen und Scheinen erfasst werden. Es würde also nicht nur reichen, den Bestand in der Gesamtsumme aufzunehmen. Fehlte dieses Zählprotokoll wurde häufig Hinzuschätzungen zum Gewinn und Umsatz vorgenommen. Hintergrund war beispielsweise ein Merkblatt zur Ordnungsmäßigkeit der Kassenbuchführung der Oberfinanzdirektion Karlsruhe. Dort hieß es auszugsweise in Bezug auf offene Ladenkassen:

„...die Ermittlung des Geldbestandes am Ende des Tages durch ein sog. Zählprotokoll nachgewiesen werden sollte”

BFH: “Sollte” heißt Kann, nicht Muss

Die Richter des Bundesfinanzhofs stellten jedoch klar, dass es für die Ordnungsmäßigkeit einer offenen Ladenkasse ausreicht, den täglichen Kassenbericht zu erstellen. In der Anweisung hieß es, dass der Geldbestand durch ein Zählprotokoll nachgewiesen werden “sollte”. Dieser Ausdruck weist darauf hin, dass es sich um eine freiwillige, keine verpflichtende Auflistung handelt.

Kostet es den Unternehmer nicht zu viel Zeit, kann er natürlich auch zusätzlich ein Zählprotokoll erstellen und damit jeglichen Wind aus den Segeln der Finanzbeamten nehmen,

BFH beschluss vom 16. Dezember 2016, Aktenzeichen X B 41/16

vg wort pixel
Blick auf das Innere einer Produktionshalle

Darum sind Schichtpläne für Unternehmer so wichtig

In Unternehmen werden Schicht- und Urlaubspläne viel zu oft stiefmütterlich behandelt. Dabei kann ein lückenhafter Schicht- oder Dienstplan schwerwiegende Folgen haben. Beispielsweise beim Notarztdienst. Doch auch in anderen Branchen ist deren Wichtigkeit nicht zu unterschätzen, denn von einem gut ausgearbeiteten Schichtplan profitieren nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Arbeitgeber und Kunden.

Kassen-Nachschau

Kassen-Nachschau: Finanzamt darf unangemeldete Kontrollen durchführen

Ab diesem Jahr kann das Finanzamt bei allen Unternehmen der Bargeldbranche die unangemeldete Kassen-Nachschau durchführen. Seit Januar 2018 ist es dem Finanzamt erlaubt, unangemeldete Prüfungen bei jedem Unternehmen der durchzuführen. Im Rahmen solcher Prüfungen wird vor allem die Entsprechung der im Kassensystem gespeicherten Informationen den geltenden Regeln gecheckt.

Kassenzettel und Waren

KassenSichV - Schritt gegen manipulierbare Kassen nimmt Form an

Der Gesetzgeber arbeitet seit einige Zeit daran, Schritte zur Unveränderbarkeit der Kassendaten zu unternehmen. In erster Linie müssen Unternehmer daher auf Kassen bzw. Kassensysteme zurückgreifen, bei denen eine nachträglich Änderung unmöglich ist. Doch wie genau sehen die technischen Maßnahmen aus? Das soll die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) klären.

Wer trägt Versandkosten beim Umtausch

94% aller Online-Händler übernehmen Versandkosten beim Umtausch

Wer online kauft und die bestellte Ware umtauschen möchte, hat dabei wesentlich mehr Rechte als ein Verbraucher, der direkt im Laden etwas kauft. Für Online-Händler spielt der After-Sales-Prozess, zum Beispiel in Form von Umtausch und Rückabwicklungen, eine wesentliche Rolle bei ihrer Unternehmensplanung. Eine Studie zeigt, was Online-Unternehmer ihren Kunden über das gesetzliche Widerrufsrecht hinaus gewähren.

Aktenstapel im Büro

GoBD 2019: Was ändert sich, was bleibt?

Viele Existenzgründer überlassen ihre Buchhaltung lieber einem Experten. Aber damit gehen sie nicht unbedingt auf Nummer Sicher. Wenn das Finanzamt Fehler in der Steuererklärung entdeckt, haftet allein der Geschäftsführer. Deshalb sollte jeder Unternehmer die wichtigsten Vorschriften für die Buchführung kennen. Dazu hat das Bundesfinanzministerium 2019 neue GoBD-Regelungen veröffentlicht.

Schwarze Frau mit Zigarre

Trinkgelder bleiben steuerfrei

Die Steuerfreiheit von Trinkgeldern wurde mehrfach von Gerichten bestätigt. Hintergrund ist, dass die Zuwendungen ja nicht vom Unternehmer, sondern von Dritten stammen. Wie sieht es aber aus, wenn der Unternehmer die Trinkgelder erhält und dabei als eine Art Treuhänder wirkt? Auch dann handelt es sich immer noch um Trinkgelder, auf die keine Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen, die der Bundesfinanzhof feststellte.