Am von Torsten in Bücherregal geschrieben
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Buchführung

GoBD 2019: Was ändert sich, was bleibt?

Viele Existenzgründer überlassen ihre Buchhaltung lieber einem Experten. Aber damit gehen sie nicht unbedingt auf Nummer Sicher. Wenn das Finanzamt Fehler in der Steuererklärung entdeckt, haftet allein der Geschäftsführer. Deshalb sollte jeder Unternehmer die wichtigsten Vorschriften für die Buchführung kennen. Dazu hat das Bundesfinanzministerium 2019 neue GoBD-Regelungen veröffentlicht.

Aktenstapel im Büro
GoBD 2019,was kommt auf uns zu?
© Stock-Asso / Shutterstock.com

Berlin, 12. August 2019. Die Abkürzung GoBD steht für Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff. Kurz gesagt: Dieses Dokument enthält alle gesetzlichen Normen, die selbstständige Steuerzahler bei der Buchhaltung einhalten müssen. Welche dieser Normen besonders kleine und mittelständische Unternehmen betreffen, können Sie online in einem Fachartikel nachlesen, über den Sie auch ein kostenloses E-Book zum Thema erhalten. Generell gelten die GoBD jedoch für alle Unternehmen – egal ob Sie einen Familienbetrieb oder einen Großkonzern führen.

Neuerungen ab 2019

Im Zuge der Digitalisierung hat sich auch das Rechnungswesen stark gewandelt. Deshalb überarbeitet das Bundesfinanzamt die GoBD in regelmäßigen Abständen, um gesetzliche Vorschriften an den technischen Fortschritt anzupassen. Die aktuelle Version trat im Juli 2019 in Kraft und zielt darauf ab, den Arbeitsaufwand bei der Buchhaltung so gering wie möglich zu halten. Folglich erlauben die aktuellen GoBD nun auch automatisierte Verfahrensweisen wie beispielsweise:

· Cloud-Systeme für Archivierungszwecke verwenden

· Belege mit mobilen Endgeräten scannen

· Buchführungsbelege in konvertierter Form aufbewahren

Richtlinien seit 2014

In der Originalfassung belaufen sich die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Buchführung auf insgesamt 37 Seiten. Auch wenn seit der Erstveröffentlichung 2014 einige Ergänzungen hinzugekommen sind, gelten die allgemeinen Bestimmungen weiterhin. Diese lassen sich in neun Punkten wie folgt zusammenfassen:

1. Richtigkeit:

Alle Buchungen müssen wahrheitsgemäß aufgezeichnet und kontiert werden.

2. Vollständigkeit:

Die sogenannte Einzelaufzeichnungspflicht schreibt vor, dass alle Geschäftsvorfälle ohne Ausnahme zu erfassen und zu verbuchen sind.

3. Ordnung:

Geschäftsführer sollten sämtliche Buchungen systematisch dokumentieren. Dazu gehört die die Einteilung in verschiedene Kategorien und eine chronologische Reihenfolge.

4. Zeitgerechtigkeit:

Bargeldbewegungen müssen täglich erfasst werden. Für bargeldlose Transaktionen gilt eine Frist von maximal 10 Tagen.

5. Nachvollziehbarkeit:

Sämtliche Angaben sollten auch für Außenstehende nachweisbar und verständlich sein. Hier lautet die Faustregel: Keine Buchung ohne Beleg!

6. Nachprüfbarkeit:

Geschäftsführer müssen dem Finanzamt innerhalb einer angemessenen Zeitspanne einen Einblick in ihre Geschäftsvorfälle und die aktuelle Situation ihres Betriebs verschaffen.

7. Unveränderbarkeit:

Einträge dürfen im Nachhinein nicht einfach geändert werden. Wer Korrekturen vornimmt, muss den ursprünglichen Inhalt trotzdem erkennbar machen.

8. Sicherheit:

Unternehmer sollten entsprechende Vorkehrungen treffen, sodass ihre Daten nicht unwiderruflich verloren gehen und sich keine unbefugten Personen Zugriff verschaffen können.

9. Aufbewahrung:

Alle aufzeichnungspflichtigen Daten müssen mindestens 10 Jahre lang archiviert werden.

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Steuerliche Liebhaberei – die Beweislast liegt beim Selbständigen

Anfangsverluste aus gewerblicher oder selbständiger Tätigkeit sind normal und werden in der Regel von den Finanzämtern akzeptiert. Schwierig kann die Anerkennung der Verluste dann werden, wenn sich der Selbständige eine typische Freizeitbeschäftigung für seine Unternehmung ausgesucht hat.

Thüringer Landesamt für Statistik verweigert Interview

Gelegentlich erhalten Unternehmer Post von ihrem Landesamt mit der Bitte um einige Angaben zu ihrem Unternehmen, wie Einkünfte usw. Angeblich sollen die Inhalte lediglich für statistische Zwecke dienen. Was viele nicht wissen: Wer die Angaben nicht liefert, muss mit Zwangsgeldern rechnen. Der Weg zum “gläsernen Unternehmer” ist damit frei.

“Dieses Schreiben … ist ohne Unterschrift gültig” - stimmt das wirklich?

Darf auch der Unternehmer unter seine Dokumente, Rechnungen und den Schriftverkehr diesen Satz hängen? Ämter und Behörden schreiben sehr oft diesen Bemerkung, z.B. unter Bescheide und Schriftverkehr im Allgemeinen. Wenn das Amt das darf, darf es dann auch der Unternehmer? Was sollten Unternehmer zu diesem Thema wissen?