Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
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Umsatzsteuer

Selbstständige sollten in 2016 Kleinunternehmergrenze prüfen

Auch wenn nicht mehr viel Zeit bleibt: Unternehmer, die nach der Kleinunternehmerregelung arbeiten, sollten ihre Umsatzgrenzen noch dieses Jahr prüfen. Noch könnte das eine oder andere in 2016 geregelt werden. Oder falls nicht, dann wissen Unternehmer, wie sie ab 2017 ihre Rechnungen schreiben müssen.

kleinunternehmerregleung prüfen
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Dingelstädt, 28. Dezember 2016 - Selbstständige, die der Kleinunternehmerregelung unterliegen, müssen stets 2 Umsatzgrenzen im Blick behalten:

  • 17.500 Euro
  • 50.000 Euro

Sollten sich Unternehmer erst in 2016 selbstständig gemacht haben, so muss zunächst nur die Umsatzgrenze von 17.500 Euro beachtet werden. Aber Achtung! Eine Gründung mitten im Jahr bedeutet, dass auch die Umsatzgrenze nur anteilig angerechnet wird. Wer also zur Hälfte des Jahres gründet, muss beim Umsatz die Hälfte von 17.500 Euro berücksichtigen (8.750 Euro). Wer merkt, dass er da leicht drüber kommt, könnte Umsätze in das nächste Jahr verschieben.

17.500 Euro im letzten UND gleichzeitig 50.000 Euro im aktuellen Jahr

Falls die Existenzgründung bereits über 1 Jahr zurückliegt, dann gilt es die beiden oben genannten Grenzwerte zu berücksichtigen. Um es konkret zu machen: Der Umsatz in 2015 darf nicht über 17.500 Euro gelegen haben. In 2016 sollte er nicht 50.000 Euro überschreiten. Falls beide Grenzen eingehalten werden, können Selbstständige in 2016 die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und es muss keine Umsatzsteuer abgeführt werden.

Mein Umsatz lag in 2016 über 17.500 aber unter 50.000 Euro - was passiert 2017?

In diesem Fall muss keine Umsatzsteuer für 2016 abgeführt werden. Allerdings ab 2017. Denn dann trifft der Grundsatz “Umsatz darf 17.500 Euro im Vorjahr nicht übersteigen” nicht mehr zu. Unternehmer sollten daher von 2017 an, Umsatzsteuer auf ihren Rechnungen ausweisen. Bei Zahlungseingang muss dann auch beachtet werden, dass der Umsatzsteuerbetrag an das Finanzamt abzuführen ist. Achtung: Rechnungen mit Umsatzsteuer müssen anders geschrieben werden.

Mein Umsatz lag in 2016 schon über 50.000 Euro - was jetzt?

Es heißt, dass der voraussichtliche Umsatz im aktuellen Jahr nicht über 50.000 Euro liegen darf. Wenn dann doch die Grenze überschritten wird, müsste der Unternehmer nachweisen, dass er das bei seiner Planung nicht wissen konnte. Finanzämter gehen aber regelmäßig davon aus, dass ein Unternehmer schon von Anfang des Jahres an, konkret planen kann. Es kann sein, dass die Behörden dann für 2016 die Umsatzsteuer nachfordern. Auf jeden Fall müssen ab 2017 Rechnungen mit Ausweis der Umsatzsteuer geschrieben werden. Um hier eventuell an der einen oder anderen Stellschraube noch zu drehen, könnten Umsätze in das nächste Jahr verlagert werden. Oder, falls noch “Luft” ist, Umsätze vorverlagert werden.

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