Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
Kleinunternehmerregelung

Kleinunternehmer-Status jetzt in 2021 prüfen!

Die Umsatzgrenze, um als Kleinunternehmer zu gelten, liegt derzeit bei 22.000 Euro pro Jahr. Unternehmer, die diesen Wert letztes Jahr überschritten haben, sollten nun genau prüfen, wie viel Umsatz sie voraussichtlich dieses Jahr haben werden. Wer hier zu spät prüft, muss damit rechnen, nachträglich rund 20 Prozent seiner Umsätze ans Finanzamt abführen zu müssen!

kleinunternehmerregleung prüfen
Kleinunternehmer sollten die Umsatzgrenzen genau prüfen!
© Clker-Free-Vector-Images / pixabay.com

Dingelstädt, 15. Februar 2021 - Die Kleinunternehmerreglung bestimmt unter anderem, wie Unternehmer ihre Rechnungen schreiben müssen. Entweder mit Umsatzsteuer oder ohne.

Selbstständige, die der Kleinunternehmerregelung unterliegen, müssen stets zwei Umsatzgrenzen im Blick behalten:

  • 22.000 Euro
  • 50.000 Euro

Das Gründerlexikon berichtete bereits. Achtung: 22.000 Euro gelten nur für Jahre ab 2020.

Sollten sich Unternehmer erst in 2021 selbstständig gemacht haben oder machen werden, so muss zunächst nur die Umsatzgrenze von 22.000 Euro beachtet werden. Aber Achtung!

Eine Gründung mitten im Jahr bedeutet, dass auch die Umsatzgrenze nur anteilig angerechnet wird. Wer also zur Hälfte des Jahres gründet, muss beim Umsatz die Hälfte von 22.000 Euro berücksichtigen (11.000 Euro). Wer merkt, dass er da leicht drüber kommt, könnte Umsätze in das nächste Jahr verschieben.

Hinweis: Umsätze aus dem Ausland werden nicht bei der Berechnung der Kleinunternehmerregelung angerechnet. Hier greift das Reverse-Charge-Verfahren, bei dem der Empfänger der Leistung für die Abführung der Umsatzsteuer verantwortlich ist.

22.000 Euro im letzten UND gleichzeitig 50.000 Euro im aktuellen Jahr

Falls die Existenzgründung bereits über 1 Jahr zurückliegt, dann gilt es die beiden oben genannten Grenzwerte zu berücksichtigen. Um es konkret zu machen: Der Umsatz in 2020 darf nicht über 22.000 Euro gelegen haben. In 2021 sollte er nicht 50.000 Euro überschreiten.

Falls beide Grenzen eingehalten werden, können Selbstständige in 2021 die Kleinunternehmerregelung weiterhin in Anspruch nehmen und es muss keine Umsatzsteuer abgeführt werden.

Mein Umsatz lag in 2020 über 22.000 aber unter 50.000 Euro - was passiert 2021?

In diesem Fall muss keine Umsatzsteuer für 2020 abgeführt werden. Allerdings ab 2021. Denn dann trifft der Grundsatz ☺„Umsatz darf 22.000 Euro im Vorjahr nicht übersteigen” nicht mehr zu. Unternehmer sollten daher von 2021 an Umsatzsteuer auf ihren Rechnungen ausweisen.

Bei Zahlungseingang muss dann auch beachtet werden, dass der Umsatzsteuerbetrag an das Finanzamt abzuführen ist. Achtung: Rechnungen mit Umsatzsteuer müssen anders geschrieben werden.

Mein Umsatz lag in 2020 schon über 50.000 Euro - was jetzt?

Es heißt, dass der voraussichtliche Umsatz im aktuellen Jahr nicht über 50.000 Euro liegen darf. Wenn dann doch die Grenze überschritten wird, müsste der Unternehmer nachweisen, dass er das bei seiner Planung nicht wissen konnte. Finanzämter gehen aber regelmäßig davon aus, dass ein Unternehmer schon von Anfang des Jahres an, konkret planen kann.

Es kann sein, dass die Behörden dann für 2020 die Umsatzsteuer nachfordern.

Auf jeden Fall müssen ab 2021 Rechnungen mit Ausweis der Umsatzsteuer geschrieben werden. Um hier eventuell an der einen oder anderen Stellschraube noch zu drehen, könnten am Ende des Jahres Umsätze in das nächste Jahr verlagert werden. Oder, falls noch „Luft” ist, Umsätze vorverlagert werden.

vg wort pixel
Banner Berater werden
Aktenstapel im Büro

GoBD 2019: Was ändert sich, was bleibt?

Viele Existenzgründer überlassen ihre Buchhaltung lieber einem Experten. Aber damit gehen sie nicht unbedingt auf Nummer Sicher. Wenn das Finanzamt Fehler in der Steuererklärung entdeckt, haftet allein der Geschäftsführer. Deshalb sollte jeder Unternehmer die wichtigsten Vorschriften für die Buchführung kennen. Dazu hat das Bundesfinanzministerium 2019 neue GoBD-Regelungen veröffentlicht.

Photovoltaikanlage im Busch

Errichtung einer Photovoltaikanlage und die Folgen

Wer im Jahr 2016 eine Photovoltaikanlage errichtet hat und den erzeugten Strom ins allgemeine Netz einspeist, ist damit zum Unternehmer geworden - mit allen Rechten und Pflichten. Dasselbe gilt natürlich auch für diejenigen, die dieses Jahr vorhaben, eine Photovoltaikanlage zu bauen. Sofern möglich, kann die Kleinunternehmerregelung genutzt werden.

Blick auf das Innere einer Produktionshalle

Darum sind Schichtpläne für Unternehmer so wichtig

In Unternehmen werden Schicht- und Urlaubspläne viel zu oft stiefmütterlich behandelt. Dabei kann ein lückenhafter Schicht- oder Dienstplan schwerwiegende Folgen haben. Beispielsweise beim Notarztdienst. Doch auch in anderen Branchen ist deren Wichtigkeit nicht zu unterschätzen, denn von einem gut ausgearbeiteten Schichtplan profitieren nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Arbeitgeber und Kunden.

Mensch mit Atemschutzmaske und eine Ansicht der Kontinente

Corona Geschäftsideen: Jetzt Geld verdienen mit diesen Konzepten

Hat die aktuelle Krisensituation rund um das Coronavirus auch eine positive Seite? Für findige Geschäftsleute definitiv. Durch die Angst der Menschen und die Ausnahmesituation im Land entstehen neue Bedürfnisse auf dem Markt. Wer hier clevere Angebote bietet, kann die Panik in Profit verwandeln und das Ganz ohne Wucherangebote.

kleinunternehmerregelung grenze umsatz

Anhebung der Grenze zur Kleinunternehmerregelung auf 21.400 Euro gefordert

Diese Nachricht kommt sicherlich bei vielen Kleinunternehmern und Existenzgründern gut an. Die Umsatzgrenze zur Kleinunternehmerregelung auf 21.400 Euro anzuheben, das forderte der Deutsche Steuerberaterverband mit Schreiben vom 27.08.2018.

unternehmerische Vorbereitungen für die Existengründung

Vorbereitungshandlungen begründen Beginn der Kleinunternehmertätigkeit

Unternehmer die im Gründungsjahr zwar keine Umsätze haben, aber dennoch die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen wollen, können dies durch Vorbereitungshandlungen tun. Das sollte jedoch gut dokumentiert werden. Der Vorteil: Im darauffolgenden Jahr, indem die unternehmerische Tätigkeit so richtig startet, steht die Umsatzgrenze von 50.000 Euro zur Verfügung.