Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
Bewerten Sie jetzt!
Behördenwegweiser

Passierschein A 38 gefunden: Formulare und Behörden endlich verstehen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat zur besseren Übersicht hinsichtlich Formulare, Ämter und Öffnungszeiten für Existenzgründer eine neue Informationsplattform erstellt. Darauf haben wir schon lange gewartet, denn der Dschungel an Ämtern, Formularen und Zuständigkeiten, war ja bisher kaum zu bewältigen und ohne profesionelle Hilfe nicht in einer angemessenen Zeit zu bewältigen.

Asterix und Obelix Römer auf der Suche nach Passagierschein 38
Findnix sucht immer noch nach dem richtigen Formular. Seien Sie nicht wie Findnix.
© Bernhard_Staerck / pixabay.com

Erfurt, 17.10.2018 - Das Gründerlexikon hatte mit einer eigenen modifizierten Google-Suche, der Behördensuche, einen eigenen Versuch unternommen den Gründern zu helfen. Doch scheinbar ist man im Ministerium nun selbst, nach vielen Jahren der Vewirrung, auf den Gedanken gekommen: Wir müssen den Gründern helfen, denn sonst wird es sie bald nicht mehr geben, die Existenzgründer. Wir machen uns selbst dieses hervorragende Potential kaputt, indem wir die Existenzgründer, wie bei Asterix und Obelix, nach dem Passierschein A 38 suchen lassen. Es gibt (nicht nur für Gründer und Unternehmer) seit einiger Zeit zwei wirklich wunderbare Hilfeprotale vom Bund, die Sie kennen sollten:

1. Der Behördenwegweiser

Der BMWi Behörden- und Formularwegweiser soll schnell und simpel aufzeigen, welcher Ansprechpartner vor Ort zuständig ist, wann er erreichbar ist und welche Formulare auszufüllen sind. Um die passenden Informationen aus der Datenbank zu erhalten, wird im ersten Schritt das zukünftige bzw. bestehende Unternehmen analysiert. Dazu werden folgende Daten benötigt:

  • Ihre Staatsangehörigkeit
  • Rechtsform
  • die Branche oder wahlweise eine Berufsbezeichnung
  • der Standort des Unternehmens

Nachdem diese Angaben gemacht sind, gibt der Wegweiser eine Übersicht über die verschiedenen Bereiche einer Gründung. Die Daten sind zugeschnitten auf die persönlichen Angaben des Gründers und geben ihm Informationen und Ansprechpartner direkt für seine Bedürfnisse, so zum Beispiel:

Behörden

Hier stellt das BMWi die einzelnen Behörden zusammen, die für den Gründer oder Jungunternehmer relevant sind. Interessant ist hier, dass unter den einzelnen Kategorien nicht nur Adressen dargestellt sind, sondern eine komplette Beschreibung der Behörde. So ist mit angegeben, welche Unterlagen bei einer Gewerbeanmeldung als Einzelunternehmer mitzubringen sind.

Formulare

Im Bereich Formulare bietet der Wegweiser kostenlose PDF Dateien an. Hier sind die Anträge für eine Gewerbeanmeldung, -abmeldung und -ummeldung uvm. zufinden.

Kosten

Bei der Kostenübersicht werden bundeseinheitliche Kosten dargestellt, die aber je nach Region schwanken können. So sind Notarkosten mit 80-160 Euro dargestellt.

Steuern

In dieser Kategorie wird auf die einzelnen Steuerarten eingegangen. Dabei gibt es für Unternehmer folgende

  • Einkommensteuer
  • Umsatzsteuer
  • Regelung für Kleinunternehmer
  • Gewerbesteuer

Je nach Punkt werden hier die Höhe, Sonderregelungen und die Vor- und Nachteile dargestellt.

Versicherung

Die Versicherungen spielen bei der Existenzgründung eine bedeutende Rolle. Je nach Gewerbeart (Haupt- oder Nebengewerbe) gibt es verschiedene Regelungen zu beachten. Bei einem Hauptgewerbe muss sich der Selbstständige komplett selber versichern. Beim Nebengewerbe wird die Krankenversicherung über die Haupttätigkeit getragen, das kann bzw. ist in den meisten Fällen ein Anstellungsverhältnis, kann aber auch eine Arbeitslosigkeit sein. Des Weiteren sind die Versicherungen unterteilt in Pflichtversicherungen und Freiwillige Versicherungen:

  • Pflichtversicherungen für den Unternehmer, Mitarbeiter und den Betrieb
  • Freiwillige Versicherungen für den Unternehmer, Mitarbeiter und den Betrieb

Hier wird auf die einzelnen Arten der Versicherungen genau eingegangen und erklärt, welche ein Muss und welche freiwillig abschlossen werden müssen und sollten.

Gesetze

In diesem Bereich werden die relevanten Gesetze mit ihrem Aufgabengebiet kurz beschrieben. Für weitere Informationen wird hier auf die originalen Texte verwiesen.

  • Gewerbeordnung und Gewerbesteuergesetz
  • Handelsgesetzbuch
  • Umsatzsteuergesetz, Einkommensteuergesetz
  • Weitere Gesetze

Adressen

Für alle genannten Institute und Behörden (Gerichte, Ämter) sind hier die Kontaktdaten in der angegebenen Region aufgelistet. Besonders zu erwähnen ist hier, dass direkte Ansprechpartner genannt sind und deren direkte Kontaktdaten veröffentlicht wurden. So erspart das Portal dem Gründer wichtige Zeit, weil die Suche nach einem perönlichen Berater entfällt. 

>> zum BMWi Behörden- und Formularwegweiser

2. Formular-Management-System (FMS) 

Wenn es wieder einmal Zeit für die Steuererklärung ist, fängt die Suche durch den Formulardschungel der Finanzämter an. Die Ursache liegt in unserem komplexen Steuergesetz, mit dem der Staat das Ziel einer gerechten Besteuerung seiner Bürger verfolgt. Das setzt er unter anderem durch Abgrenzung der verschiedenen Einkunftsarten voneinander um. In der Steuererklärung zeigt sich das durch die unterschiedlichen Vordrucke der Finanzbehörde, die eine übersichtliche und einheitliche Darstellung der Einnahmen und Ausgaben des Steuerzahlers gewährleisten sollen. In diesem Formulardschungel verliert der Laie jedoch schnell den Überblick.

Ist guter Rat teuer?

Um Ihrer Verpflichtung dennoch fristgerecht nachzukommen beschreiten viele den Weg zum Steuerberater, der sich im Formulardickicht auskennt. Dies kann unter Umständen recht teuer ausfallen. Wer sparen und seine Steuererklärung selbst erstellen möchte für den kann der BMWI Behörden- und Formularwegweiser Abhilfe schaffen. 

Alternative: Steuerformulare zum Herunterladen

Seit 2006 stellt die Bundesfinanzverwaltung Steuerformulare für die unterschiedlichen Steuererklärungen im Internet zur Verfügung. Mit einem einfachen Click stehen die benötigten Unterlagen zum Download bereit.

Am häufigsten gesucht werden folgende Formulare:

  • Einkommensteuer mit allen Anlagen
  • Einkommensteuer mit allen Anlagen
  • Mantelbogen EST
  • Steuern
  • Anlage N zur EST-Erklärung
  • Vereinfachte EST-Erklärung
  • Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung
  • Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung
  • Agrardieselonlineantrag
  • Umsatzsteuererklärung
  • USt-Vergütung
  • Vergabe einer USt-ID
  • eKontoauszüge
  • Umsatzsteuervoranmeldung
  • Gewerbesteuererklärung

Desweiteren bietet das Bundesministerium der Finanzen auch einen umfassenden Formularkatalog mit Anträgen, allgemeinen Hinweisen und Mitteilungen. Um die Formulare downloaden zu können, ist kein Login notwendig.

Ein weiterer Service der Webseite ist die schnelle und einfache Erklärung des elektronischen Steuererklärungsprogramms ELSTER. ELSTER bietet allen Arbeitnehmern, Rentnern, Pensionären, Unternehmern und Arbeitgebern die Möglichkeit, verschiedene Steuererklärungen elektronisch via Internet an das Finanzamt zu übermitteln.

Die entsprechenden Erklärungen können unter www.formulare-bfinv.de eingesehen werden. 

Übersichtlich und informativ

Nutzer der Webseite des Bundesministeriums treffen auf eine benutzerfreundliche und übersichtliche Webseite, die auf der Startseite die am häufigsten genutzten Formulare in einer Navigationsleiste auflistet. Wird das gewünschte Steuerformular angeklickt, öffnet sich eine Auflistung der bereitstehenden Einzelformulare und den dazugehörigen Informationen und Anleitungen.

Zudem sind im Formularcenter alle Formulare von A-Z aufgeführt, die seit 2006 bereitgestellt wurden. Die Suche nach einem Formular gestaltet sich ebenfalls einfach, denn mit einem Klick auf „Formularsuche“.

Fazit

Die staatliche Informationsplattform ist eine sehr gute Einführung in das Themengebiet  der Existenzgründung. Die kostenlosen Informationen über Rechtsform, Steuern und viele weitere wichtigen Themen bringen einen ersten Einblick in die Tätigkeit. Die weiterführenden Links und die Ansprechpartner runden das gesamte Angebot ab. Wir vom Gründerlexikon fragen uns nur: Wie lange sind die hinterlegten Daten zu den Ämtern auch wirklich aktuell oder wie häufig werden die Daten aktualisiert? Denn wem nützt die schönste Datenbank etwas, wenn die Daten bereits nach einer Woche nicht mehr stimmen? Meist sind wir so etwas von Onlineprojekten aus der öffentlichen Hand (Bund und Länder) gewohnt, daher hoffen wir vom Gründerlexikon, dass dieses doch sehr sinnvolle und hilfreiche Projekt auch regelmäßig aktualisiert und auf dem laufenden gehalten wird.Sehr fraglich erscheint uns die Tatsache: Wie kann ein Internetportal aktuell sein, wenn die Aktualität bei den einzelnen Ämtern und Behörden nicht mal gewährleistet werden kann. Nach dem Motto: "Die linke Hand weiß nicht, was die rechte tut" - so kennt man ja den deutschen Amtsschimmel, denn der wiehert genauer nach diesem Prinzip bei sehr vielen Behörden in Deutschland.

vg wort pixel
geordnete Dokumente, hier: Steuern sparen durch den Frühjahrsputz

Ordnung im Büro zahlt sich aus

Mit einen Frühjahrsputz im Büro lassen sich Steuern sparen. Zu Beginn eines neuen Jahres sollten sich Unternehmen, Selbstständige, Freiberufler und auch kleine Gewerbetreibende einmal genauer mit den Unterlagen des vergangenen Jahres auseinandersetzen. Neben den Auflistungen zu Einnahmen spielen hierbei selbstverständlich auch die Betriebsausgaben, sowie alle anderen Unternehmensbelege eine entscheidende Rolle.

Neue vereinfachte Steuererklärung

Ab 2017 elektronische EÜR für alle Unternehmer Pflicht

Das Unternehmer und Selbstständige ihre Steuererklärung elektronisch per ELSTER an das Finanzamt übermitteln sollen, bzw. müssen, ist nicht neu. Auch eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung muss per ELSTER versandt werden. Doch bisher konnten Unternehmer, deren Betriebseinnahmen unter 17.500 Euro im Jahr lagen, ihre EÜR noch formlos abegeben. Das hat sich jedoch seit 2017 geändert.

Unterschrift auf Dokument

“Dieses Schreiben … ist ohne Unterschrift gültig” - stimmt das wirklich?

Jeder Unternehmer und Existenzgründer hat bereits ein Schreiben vom Finanzamt oder einer anderen Behörde erhalten mit dem Zusatz (oder so ähnlich): “Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig”. Doch stimmt das wirklich? Was sollten Unternehmer dazu wissen?