Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
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Bürokratie

GoBD - was sich ab 01.01.2017 ganz konkret für Unternehmer ändert

Unternehmern, vor allem im Einzelhandel, hören seit einiger Zeit immer wieder die Begriffe GoBD, GoBS, GDPdU usw. Da zum 01. Januar 2017 einiges ändert bzw. eine Übergangsfrist vorbei ist, fragt sich womöglich der eine oder andere Unternehmer, was die Begriffe denn überhaupt bedeuten und was sich konkret ändert. Worauf sollten Unternehmer ab nächstes Jahr achten?

GoBD 2017
© Clker-Free-Vector-Images / pixabay.com

Berlin, 15. Dezember 2016 - GoBD, ausgesprochen “Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff”, legt fest, wie die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung im heutigen digitalen Zeitalter umgesetzt werden sollen, schreibt starfinder-dms.de.

GoBS und GDPdU sind Schreiben bzw. Anweisungen des Bundesfinanzministeriums von 1995 und 2002. Mit GoBD wurden diese beiden “Grundsätze” zusammengefasst und Anfang 2015 abgelöst.

Worum geht’s in GoBD?

In den meisten Fällen wird sich für Unternehmer nichts Wesentliches ändern. Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sind sicherlich den meisten bekannt. Die alte Buchhalter-Regel “Keine Buchung ohne Beleg” gilt auch weiterhin. Es geht in GoBD vor allem darum, dass die Grundsätze an die elektronische Buchführung angepasst werden. Da die Buchführung, Kassensysteme und andere Betriebsabläufe jedoch sehr unterschiedlich sind, werden daher einige Standards und Regelungen vorgeschrieben, die für jeden Unternehmer gelten.

Für jeden elektronischen Vorgang in der Buchhaltung wird eine Dokumentation benötigt. Vor allem zählen Kassen- und Warenwirtschaftsvorgänge darunter.

Diese Punkte muss eine GoBD-konforme Buchhaltung erfüllen

  • Nachvollziehbar: Keine Buchung ohne Beleg
  • Nachprüfbar: Ein sachverständiger Dritter muss innerhalb einer angemessen Zeit über alle Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens bekommen
  • Unveränderbar: Einträge dürfen nicht nachträglich verändert werden. Korrekturen müssen ersichtlich sein
  • Vollständig: Jeder Geschäftsvorfall muss dokumentiert werden, gilt auch für Hard- und Software
  • Richtig: Auch wenn die Buchhaltung einem anderen anvertraut wird, so haftet der Steuerpflichtige für die Richtigkeit der Angaben
  • Zeitnahe Buchungen: Bar-Transaktionen müssen am selben Tag erfasst werden, bargeldlose innerhalb von 10 Tagen
  • Aufbewahrung: Elektronisch empfangene - und aufbewahrungspflichtige - Dokumente bzw. Daten (dazu zählen auch Handels- und Geschäftsbriefe) müssen in derselben Form aufbewahrt werden. Aufbewahrungspflicht von 10 Jahren
  • Ordentlich: Buchungen müssen u.a. chronologisch, einzeln und unverzüglich lesbar gemacht werden können
  • Sicher: Alle Daten müssen vor unbefugtem Zugriff und Verlust geschützt werden

Wie zu sehen ist, ändert sich für die meisten Unternehmer nichts Gravierendes und mussten zum Großteil ohnehin bereits angewandt werden. Die Details betreffen vor allem das Kassensystem, da diese alle Geschäftsvorfälle elektronisch speichern und eine nachträgliche Änderung unmöglich machen müssen, bzw. muss die Korrektur ersichtlich sein. Die sogenannten Registrierkassen sind daher ab 2017 nicht mehr geeignet. Siehe auch: Online Kassenarchiv ab 2017 für Unternehmer unumgänglich. Selbstverständlich sollten Unternehmer im Zweifelsfall mit ihrem Steuerberater Kontakt aufnehmen. Alle offiziellen Texte und Änderungen gibt es auf der Homepage des Bundesministerium der Finanzen.

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