Unternehmen und die positive Inszenierung des Arbeitsplatzes

Die Strukturen im Recruiting haben sich in den vergangenen Jahren durchaus stark gewandelt. Während einst viele eifrige Bewerber um wenige Stellen kämpften und jeder seine persönlichen Stärken betonte, ist es heute eher andersherum: Unternehmen müssen ihren (potenziellen) Mitarbeitern einen Mehrwert und gewisse Vorzüge offerieren, um sie für sich zu gewinnen. Das gilt vor allem für Branchen, in denen ein hohes Bildungsniveau verlangt wird.

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Berlin, 28. Oktober 2016 - Ein wichtiger Grund, der zu der oben genannten Entwicklung in Deutschland führte, ist die Tatsache, dass hierzulande Opens external link in new window immer mehr junge Menschen studieren. Während die Zahl der Auszubildenden in Deutschland 2007 noch um mehr als 50 Prozent höher lag als die Zahl der Studenten, begannen 2013 in Deutschland erstmals mehr Menschen ein Studium als eine Ausbildung.

Darüber hinaus zeigen Studien des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, dass im Jahr 2030 in vielen Teilen und Branchen Deutschlands ein Arbeitskräftemangel zu erwarten ist. Für Unternehmen wird es aus diesem Grund immer wichtiger, ihren Mitarbeitern einen Job mit gewissen Extras schmackhaft zu machen und sich von der Konkurrenz zu differenzieren.

Gesunde Mitarbeiter und die Attraktivität der "Bedürfnispyramide"

Dies beginnt schon auf einer ganz basalen Ebene. Wie Opens external link in new windowder aktuelle Fehlzeiten-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK aufdeckte, hängt die generelle Mitarbeitergesundheit enorm von der Unternehmenskultur ab. Mitarbeiter empfinden die Loyalität des Arbeitgebers als besonders wichtig und wünschen sich, gelegentlich für ihre Mühen gelobt zu werden.

Indes gaben nur etwa 55 Prozent der Befragten an, dass sie wirklich den Eindruck hätten, dass ihr Arbeitgeber hinter ihnen stehe. Mit welchen Methoden kann sich eine Firma also von anderen Unternehmen abheben und auf Bewerber besonders anziehend wirken? Eine Möglichkeit ist, sich am Konzept der "Bedürfnispyramide" des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow zu orientieren. Laut dieser Pyramide gebe es mehrere hierarchisch aufgebaute Bedürfnisse eines Menschen. Diese sind biologischer Natur (Nahrung, Wärme etc.), sozialer Natur (Liebe, Zuneigung etc.), betreffen die Sicherheit (kein Angstgefühl, Gewissheit) und die Anerkennung (Reputation und Respekt).

Insofern kann schon das Bereitstellen von kostenlosem Wasser und ein paar gesunden Snacks das Wohlempfinden sowie den positiven Eindruck der Arbeitnehmer und potenziellen Bewerbern steigern. Maßnahmen wie die Installation eines Arbeitstages, an dem das Tragen von legerer Kleidung ausdrücklich erlaubt ist, sind hier sinnvoll und sorgen dafür, dass das Unternehmen als besonders mitarbeiterfreundlich gilt. 

Mit Abwechslung vor und nach Feierabend Mitarbeiter von sich überzeugen

Menschen mit hohen Ansprüchen an sich selbst streben immer nach mehr. Insofern empfiehlt es sich, den eigenen Angestellten die Teilnahme an Seminaren und Fortbildungen so leicht wie möglich zu machen. Denn wer weiß, dass er mehr Wissen erlangen kann und dies von der Führungsspitze auch so gewollt ist und anerkannt wird, identifiziert sich mit dem eigenen Unternehmen absolut.

Nicht minder wichtig ist ein gewisses Maß an Abwechslung, und zwar sowohl während der Arbeitszeit als auch nach Feierabend. Wer täglich mit den gleichen Routineaufgaben konfrontiert ist, fühlt sich nicht nur limitiert, sondern auch demotiviert. Arbeitgeber können aus diesem Wissen Kapital schlagen und Opens internal link in current windowsich als sehr offen für Mitarbeiterwünsche zeigen.

Das US-amerikanische Web-Unternehmen Automattic organisiert beispielsweise firmeneigene Events an Standorten auf der ganzen Welt, an denen die eigenen Mitarbeiter teilnehmen dürfen. Ferner erhalten Mitarbeiter, die sich ein "Home Office" einrichten, von Automattic finanzielle Unterstützung.

Nicht zuletzt wirkt es auf Mitarbeiter überaus attraktiv, wenn die eigene Firma gemeinsame Ausflüge nach Feierabend organisiert. Seien es außergewöhnliche Sportaktionen wie Bungeejumping oder auch vergleichsweise einfache Freizeitaktivitäten wie ein gemeinsamer Kinobesuch. Auch WertschätzungenOpens external link in new window in Form von freien Getränken, wie Kaffee oder Softdrinks wirken sich positiv aus. Denn ob solcher Maßnahmen fühlt man sich als Angestellter nicht nur als Teil eines Zweck-Kollektivs, sondern als Mitglied einer wirklich harmonischen Gemeinschaft, wovon das Betriebsklima nur profitieren kann.



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