Über den Umgang des Unternehmers mit blockierenden Emotionen Teil 1

Grundsätzlich sind Emotionen die Energie hinter allem. Ohne Emotionen wie Begeisterung, Freude oder Neugier kann niemand ein Unternehmen gründen und über längere Zeit führen.

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Warum sind Emotionen entscheidend?

Über positive Emotionen, Visionen und positives Denken ist viel geschrieben worden. Diese sind wichtig und ohne sie geht es nicht. Dennoch hat jeder Unternehmer Phasen, in denen er mit negativen Emotionen zu kämpfen hat.

Auch "negative" Emotionen wie Angst, Unsicherheit haben eine wichtige Funktion. Mal als Anreiz, mal als Motivation, Dinge besser zu durchdenken. Positive Emotionen wirken langfristiger, aber weniger stark, negative Emotionen kurzfristiger aber sehr stark. Problematisch wird es, wenn diese negativen Emotionen zu Blockaden führen. Dann droht Motivationsverlust, Entscheidungsunfähigkeit, Stagnation und zuletzt das Scheitern.
"Negative" Emotionen haben alle Menschen. Im Umgang mit diesen negativen Emotionen trennt sich jedoch die Spreu vom Weizen. Erfolglose Menschen lähmen sich damit, erfolgreiche stehen wieder auf, lernen daraus und machen weiter. Erfolgreiche Menschen haben nicht nur mehr Erfolge als erfolglose, sondern auch mehr Misserfolge. Offensichtlich können sie mit diesen negativen Emotionen anders umgehen. Und das Entscheidende ist: Diese Art des Umgangs kann man lernen!

Klare Benennung

Der erste Schritt ist zumeist, dass man die negativen Emotionen, die einen beschäftigen, klar benennt. Bei Unternehmern treten immer wieder folgende vier Haupttypen auf:

•    Ängste über die Zukunft. Hierunter fallen Fragen, ob die eine oder andere Entscheidung richtig war, ob die Strategie greifen wird oder ob man mit seinem Unternehmen gar scheitert.
•    Misserfolge. Ein oder mehrere Misserfolge können jede positive Einstellung zerstören und dafür sorgen, dass man z.B. im Vertrieb schon darauf wartet, dass der Kunde Nein sagt. Was dann, da der Kunde unterschwellig die negative Ausstrahlung spürt, auch in aller Regel eintritt.
•    Zweifel an den eigenen Fähigkeiten. Kein Unternehmer wird als Unternehmer geboren. Im Lauf der Unternehmensgründung und während des Wachstums steht der Unternehmer mehrfach völlig neuen Herausforderungen gegenüber, auf die er nahezu nie vorbereitet ist.
•    Energie- und Antriebslosigkeit. Beim Bild, das die Öffentlichkeit von Unternehmern hat, eigentlich verwunderlich. Aber gerade bei Einzelunternehmern gibt es erschreckend viele, die den ganzen Tag nur auf den Bildschirm starren oder vor sich hin puzzeln. Bei Unternehmern mit etwas größeren Unternehmen wird dies durch Opens internal link in current windowBurnout ersetzt.

Sicherlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer "negativer" Emotionen, die irgendwann blockierend wirken können, aber das würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen.
Alle diese negativen Emotionen sind an sich schon unangenehm. Aber langfristig entscheidend sind eher die Auswirkungen. Wer permanente Zukunftsängste hat, untergräbt die eigene Begeisterung, untergräbt die Begeisterung seiner Mitarbeiter und damit den Erfolg seines Unternehmens. So werden die Zukunftsängste schließlich zur Ursache dessen, wovor man Angst hat. Sie führen das Scheitern nämlich herbei.

Einflussfaktoren

Das für viele Menschen Fatale ist, dass man Emotionen nicht einfach direkt ändern kann. Wenn ich Zweifel an meinen eigenen Fähigkeiten habe, dann kann ich nicht einfach beschließen, ab sofort keine Zweifel mehr zu haben. Wenn ich Angst habe, kann ich auch nicht einfach beschließen, keine Angst mehr zu haben. Emotionen erscheinen bei diesem direkten Herangehen außerhalb des eigenen Einflusses.

Das Schöne ist jedoch, Emotionen entstehen nicht einfach irgendwie im luftleeren Raum, sondern aufgrund von bestimmten Einflussfaktoren. Auf jeden einzelnen dieser Einflussfaktoren kann man nun selbst Einfluss ausüben und damit die Emotionen indirekt ändern. Die zentralen Einflussfaktoren sind:

•    Die Umwelt und äußere Ereignisse. Ein etwas überspitztes Beispiel. Angenommen die Liquiditätsreserven im Unternehmen reichen noch 14 Tage. Dann ist es einigermaßen nahe liegend, wenn sich ab und an Zukunftsängste ins Bewusstsein schleichen. Angenommen die Liquiditätsreserven reichen hingegen ein Jahr, dann dürften diese Zukunftsängste eher abnehmen. Einige dieser Umweltfaktoren kann man selbst beeinflussen. Manche unmittelbar und sofort, manche langfristig. Im obigen Fall, indem man ein System schafft, das langfristig Liquiditätsreserven im Unternehmen aufbaut.
•    Der eigene Körper. Emotionen spiegeln sich im Körperausdruck und in der Haltung. Umgekehrt kann man auch Bewegung und Ernährung nutzen, um bestimmte Emotionen zu fördern. Was man genau tut, ob Meditation, Ausdauersport oder Tanzen, hängt von den jeweiligen Vorlieben ab. Jemand, der mit Begeisterung tanzt, kann kaum zur selben Zeit Antriebslosigkeit empfinden.
•    Das eigene Handeln. Negative Emotionen blockieren in der Regel am meisten, wenn man nichts tut. Umgekehrt entsteht gerade durch Aktivität – selbst ohne Resultate – das Gefühl, dass man die Dinge im Griff hat oder in den Griff bekommen könnte. 'Ein Weg entsteht, indem man ihn geht'. Das absolut beste Mittel sind jedoch Erfolge aufgrund eigener Aktivität.
•    Die eigene Art zu denken. Das ist der komplexeste, aber langfristig auch wirksamste Bereich. Gedanken und Emotionen bestimmen sich wechselseitig. Ein Beispiel, das auf den Arbeiten des Psychologen Martin Seligman basiert: Es ist abends 18:30. Ich warte zuhause auf meinen Partner, der um 18:00 kommen wollte. Nun kann ich denken, dass ihm vielleicht etwas zugestoßen ist. Dann entsteht die Emotion Sorge. Oder ich kann denken, dass er mal wieder nicht auf die Uhr geschaut hat. Dann entsteht vielleicht die Emotion Ärger. Oder ich kann denken, dass er sich gerade mit jemand anderem vergnügt. Dann entsteht die Emotion Eifersucht. Oder ich kann denken, dass ich daran sowieso nichts ändern kann. Dann entsteht die Emotion Resignation. Bis hier hin ist das alles Kopfkino. Aber wenn der Partner dann um 18:45 kommt, wird es Realität: Die Begrüßung wird in allen Fällen sehr unterschiedlich ausfallen und das wird die weitere Gestaltung des Abends deutlich beeinflussen.

Im zweiten Teil gehen wir näher auf falsches Denken und den Systematischem Umgang mit Emotionen ein.

Aus dem Buch von Stefan Merath: "Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer"

Anfragen zum Autor: www.onlinemarketingcoach.de



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