Neue Finanzierungsmöglichkeit für Existenzgründer - Crowdfunding

Seit einiger Zeit besteht auch in Deutschland über verschiedene Internetplattformen die Möglichkeit, sich Geldmittel zur Gründungsfinanzierung einer Geschäftsidee zu beschaffen. Aufgrund der relativen Unbekanntheit dieser neuen Finanzierungsform, besteht nur eine geringe Nachfrage. Dies könnte sich jedoch bald ändern.

Bild: moerschy / pixabay.com

Crowdfunding ist eine Art der Fremdfinanzierung, durch die Projekte oder Geschäftsideen von Privatleuten finanziert werden, ohne das dafür zum Beispiel rückzahlbare Kredite von Banken oder Fördermittel in Anspruch genommen werden müssen. Die Gelder fließen dabei durch verschiedene Investoren aus dem Internet in das zu realisierende Konzept ein.

Die bekanntesten Internetplattformen für das Crowdfunding in Deutschland sind  seedlounge.com oder seedmatch.de. Das Motto: Viele Investoren für eine gute Idee.

Dieses Modell der Fremdfinanzierung hat sich am internationalen Markt bereits etabliert. So sind zum Beispiel in den vereinigten Staaten von Amerika bereits über 1.500 Unternehmen mit etwa 18 Millionen Dollar gefördert worden. In Irland konnten cirka 200 Existenzgründer mit einer Summe in Höhe von 3,25 Millionen Euro unterstützt werden.

So funktioniert Crowdfunding

Über die zurzeit noch recht unbekannten Internetplattformen wird beim Crowdfunding ein Projekt oder eine Geschäftsidee von bestenfalls vielen Geldgebern aus der anonymen Masse des World Wide Web mit einem mehr oder weniger hohen Betrag unterstützt. Ab 100 Euro kann jeder in eine, aus seiner Sicht vielversprechende Geschäftsidee, investieren. Hat der Existenzgründer genügend Geldgeber gefunden, die sich an seinem Unternehmenskonzept beteiligt haben, kann er mit seinem Vorhaben beginnen.

Maximal 100.000 Euro können auf diese Weise vom Gründer gesammelt werden. Mehr ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Bedenkt man, dass rund drei Viertel der Jungunternehmer ein Startkapital von cirka 25.000 Euro benötigen, erscheint diese Summe auch völlig ausreichend.

Der Investor muss jedoch eine gehörige Portion Mut beweisen. Risikoreicher kann Geld kaum angelegt werden. Deshalb sind Existenzgründer, die sich am Crowdfunding beteiligen wollen, gut beraten, sich auf diese Art der Kapitalbeschaffung sehr gründlich vorzubereiten. Nur so kann ihr Konzept bestmöglichst dargestellt werden, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Nur ein Bruchteil der Jungunternehmer können sich lange am Markt behaupten.

Der Anleger investiert sein Geld typischerweise in Form einer stillen Beteiligung. Das bedeutet, er ist bestenfalls an den Einnahmen oder einem möglichen Verkauf des Unternehmens beteiligt. Im Gegenzug ist seine Einlage längerfristig im unterstützenden Projekt gebunden. Die Kapitalgeber sollten jedoch das hohe Anlagerisiko ihrer Investition beachten. Bestenfalls können sie aufgrund ihrer stillen Beteiligung eine Menge Geld verdienen. Schlimmstenfalls ist ihre gesamte Einlage für immer verloren.

Der große Live-Auftritt von Seedlounge

Was normalerweise still und anonym im Internet geschieht, veranstaltete Seedlounge in einer ersten Live-Veranstaltung, ähnlich dem RTL-Erfolgskonzept Deutschland sucht den Superstar, im Januar in München. Nur mit dem Unterschied, dass hier die Kandidaten nicht mit Bohlen-Sprüchen niedergemacht, sondern von seriösen und erfahrenen Experten bewertet wurden.

Über 100 Firmengründer hatten sich beworben, nur sechs kamen in die Live-Show. Hier galt es, ihre Geschäftsideen bestmöglichst und zielführend zu verkaufen. Es durfte nichts schiefgehen. Nur die Finalisten kamen in den Genuss, von den anwesenden Investoren finanzielle Unterstützung zu erhalten. 

Das Ergebnis war jedoch ernüchternd. Für die drei Besten erklärten sich nur cirka 40 Anleger über SMS bereit, in die Geschäftskonzepte der Finalisten zu investieren. So kam eine Gesamtsumme in Höhe von rund 11.000 Euro zusammen.

Über die geringe Bereitschaft Geld in eine fremde Geschäftsidee zu investieren, gibt es unterschiedliche Gründe. Ein Grund waren mit Sicherheit die zu hohen Bewertungen die die Existenzgründer ihren eigenen Unternehmen beigemessen hatten. Aus diesen Bewertungen ergibt sich der Wert der einzelnen Anteile und damit die Mindestinvestitionshöhe der jeweiligen Kapitalgeber. Ein weiterer Grund waren die überzogenen Vorstellungen der Jungunternehmer.

Seedlounge hat jedenfalls weitere Veranstaltungen dieser Art angekündigt.

Fazit

Wenn sich die Anbieter des Crowdfunding, wie beispielsweise Seedlounge oder Seedmatch in Deutschland am Markt etablieren und durchsetzen können, bestehen gute Chancen, die Gründungsfinanzierung hierzulande zu revolutionieren und somit in neue Bahnen zu lenken.

Wer dem Ganzen mißtraut, setzt auf die herkömmliche Gründungsfinanzierung mit Fördermittel oder Bankkrediten. 
 



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