Krankenkassen erhöhen Zusatzbeiträge - Sollten Unternehmer jetzt wechseln?

Existenzgründer und auch Unternehmer stehen vor der Frage, ob sie sich privat oder gesetzlich krankenversichern sollten. Diese Frage ist nicht so ohne Weiteres zu beantworten. Die private Krankenversicherung hat den Ruf, dass man stets als Patient erster Klasse gilt. Während Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse oft nur “zweite Wahl” sind. Da dieses Jahr knapp 80 Krankenkassen ihre Beiträge erhöht haben, stehen Existenzgründer vor der Frage: Soll ich mich jetzt privat versichern?

Quelle: Tim Reckmann / pixelio.de

Berlin, 05. Februar 2016 - Zum Jahreswechsel haben insgesamt 77 Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag erhöht. Das betrifft bundesweit circa 44 Millionen Versicherte. Doch nicht nur Arbeitnehmer sind davon betroffen, sondern auch viele Unternehmer und Existenzgründer, die freiwillig gesetzlich versichert sind oder vor der Entscheidung stehen: Opens internal link in current windowSoll ich mich privat oder gesetzlich krankenversichern?

Kein überstürzter Wechsel!

Nach einer Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, gaben jedoch lediglich 3,4 Prozent der Befragten an, ausschließlich aufgrund des Preises zu einer anderen Krankenkasse zu wechseln. Weniger als 10 Prozent denken über einen Wechsel nach. Ein überstürzter Wechsel zu einer anderen Krankenkasse oder sogar in die private, ist nicht empfehlenswert. In erster Linie, sollten die individuellen Bedürfnisse und Leistungen der Krankenkasse geprüft werden.

Existenzgründer sollten auch bedenken, dass ein Wechsel von der privaten zur gesetzlichen Krankenkasse nicht so ohne Weiteres möglich ist. Auch Opens internal link in current windowgibt es keine Familienversicherung, sondern jeder Versicherte muss einen eigenen Beitrag zahlen.

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Dann lohnt sich ein Wechsel

Ein Wechsel zu einer anderen Krankenkasse kann sich finanziell lohnen. Bei einer Erhöhung der Beiträge haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht. Die Kündigung wird zum Ende des übernächsten Monats wirksam. Kündigt also ein Versicherter im Laufe des Februars, so endet die Mitgliedschaft bei der bisherigen Krankenversicherung Ende April. Anfang Mai beginnt dann die Mitgliedschaft bei der neuen Krankenkasse.

Doch wie bereits erwähnt, sollten Unternehmer ihr Augenmerk nicht nur auf den finanziellen Aspekt legen. Oftmals ist ein Vergleich der angebotenen Leistungen wichtiger. Zwar sind die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen zum Großteil identisch, doch sie unterscheiden sich häufig durch bestimmte Zusatzleistungen. Auch die Kostenübernahme ist von Anbieter zu Anbieter zum Teil unterschiedlich. Für den Existenzgründer kann das durchaus von Bedeutung sein. Wenn eine anderen Krankenkasse genau die Leistungen bietet, die der Unternehmer benötigt, kann sich ein Wechsel durchaus lohnen.

Auch der Wechsel von einer gesetzlichen zu einer privaten Krankenkasse kann unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sein. Entscheidend ist jedoch auch hier, dass der Unternehmer seine individuelle Situation abwägt und dann erst entscheidet. Denn wie bereits erwähnt, ist ein Wechsel von der privaten zur gesetzlichen Krankenkasse nicht so ohne weiteres möglich. Denn gerade im Alter wollen Unternehmer häufig wieder in die gesetzliche Krankenkasse wechseln.



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