Firmengründung ist kein Kinderspiel - Harte Arbeit und Stratgie

Steht der Businessplan, geht es im Zuge der Firmengründung um praktische Schritte, die in die Wege geleitet werden müssen. Genehmigungen müssen eingeholt werden, die Finanzierung muss stehen, das Unternehmen muss angemeldet werden, ein Standort ist von Nöten und der Außenauftritt muss gesichert sein. Wir geben eine kurzen Abriss darüber, was auf Sie zukommen wird.

Bild: fotodo/Fotolia.com

Firmenname - Markenschutz - Domain

Rechtliche Fragen sind bei der Firmengründung essentiell und ihnen sollte deshalb große Aufmerksamkeit geschenkt werden. 

  • Die Firma sollte einen klaren und eindeutigen Namen bekommen.
  • Die Firma sollte auf einer entsprechend gestalteten Internetseite zu finden sein.
  • Werden Produkte und Dienstleistungen per Markenschutz gesichert, erhöht dies die Wettbewerbschancen enorm.
  • Es muss darauf geachtet werden, keine bestehenden Schutzrechte zu verletzten. 

Weiterführende Informationen bietet der Artikel: So finden Sie einen rechtssicheren Firmennamen

Die Unternehmensform

Je nachdem, welche Unternehmens- beziehungsweise Rechtform gewählt wird, kommen bestimmte Anforderungen auf den Unternehmensgründer zu. Zudem kann sich die Gründungszeit durch die Wahl der Unternehmensform verlängern oder verkürzen.

Einzelunternehmen oder Personengesellschaften, wie die GbR, sind schnell zu gründen.
Kapitalgesellschaften, wie die GmbH oder die UG hingegen beanspruchen eine längere Gründungszeit. Dies liegt unter anderem an den Terminen beim Notar und dem nötigen Eintrag ins Handelsregister.
Verknüpft mit dem Aspekt der Rechtsform sind unterschiedliche Verträge, wie z.B. der Gesellschaftsvertrag oder der Geschäftsführervertrag aber auch Mitarbeiterverträge und Kundenverträge spielen eine Rolle.

Die Qual der (Standort-)Wahl

Wer eine Firma gründet, braucht geeignete Räume. Egal, ob es sich um ein Restaurant oder einen Verlag handelt, ob Verkaufs- oder Produktionsräume benötigt werden – Ein geeigneter Standort ist  essentiell. Worauf sollte bei der Standortwahl geachtet werden?

  • Verkehrsanbindung: Wer Kunden empfangen möchte, sollte einen Standort wählen, der verkehrsgünstig gelegen und leicht zu finden ist.
  • Nähe zur Konkurrenz: Wer etwas verkaufen möchte, sollte darauf achten, dass die Konkurrenz nicht direkt in der näheren Umgebung zu finden ist. Wer zum Beispiel eine Bäckerei eröffnet und zwei alteingesessene Bäckereien neben sich hat, wird es schwer haben, sich einen Kundenstamm aufzubauen.
  • Preis/Leistungsverhältnis: Die Lage entscheidet über den Quadratmeterpreis.

Der Amtsschimmel ruft  

Genehmigungen

Wer eine eigene Firma gründet, darf nicht einfach mit der Arbeit loslegen. So ist die Gründung eines Friseursalons an eine Meisterpflicht gebunden und wer ein Restaurant eröffnen will, muss sich zuerst an das Bauamt wenden. Mögliche Genehmigungen, die nötig sein können, sind:

  • Die Erlaubnispflicht: In der Gewerbeordnung sind Tätigkeiten festgelegt, die der Erlaubnispflicht unterliegen. Dazu zählen zum Beispiel der Betrieb von Spielhallen, das Bewachungs- und das Reisegewerbe.
  • Die Meisterpflicht im Handwerk: Selbst die Meisterprüfung abgelegt zu haben oder einen Meister einzustellen, ist Pflicht in einer Reihe von Handwerksberufen. Zu den Handwerksberufen mit Meisterpflicht zählen, unter anderem, Maurer, Maler, Gerüstbauer und Kälteanlagenbauer.
  • Die Qualifikationen in der Freiberuflichkeit: Bei einigen Gruppen von freien Berufen müssen bestimmte Qualifikationen vorgewiesen werden können. In der Hauptsache handelt es sich dabei um kammerpflichtige freie Berufe.
  • Unterrichtung und Sachkundeprüfung bei der IHK: In einigen Fällen muss zur Ausübung einer Tätigkeit eine Sachkundeprüfung oder Unterrichtung bei der Industrie- und Handelskammer abgelegt werden. So soll sichergestellt werden, dass die nötigen Kenntnisse, die zur Ausübung der Tätigkeit essentiell sind, vermittelt werden.
  • Verschiedene Ämter, die Genehmigungen erteilen: Oft müssen, neben der Genehmigung eine Tätigkeit ausüben zu dürfen, noch andere Genehmigungen eingeholt werden. Typische Ämter, die diese Genehmigungen erteilen, sind das Gesundheitsamt, das Bauamt sowie die Gewerbeaufsicht.

Anmeldung bei diversen Ämtern

Wer eine Firma gründen will, muss zahlreiche Ämtergänge und Anmeldungen vornehmen. Wer dies versäumt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Unterschieden wird hier zwischen:

  • Anmeldung eines Gewerbes als Selbstständiger
  • Anmeldung eines Einzelunternehmens, GbR
  • Anmeldung eines Handelsunternehmens, Kaufmann, GmbH, UG, AG oder eG

Der Außenauftritt

Der Außenauftritt, also die Coroprate Identity, ist ebenfalls entscheidend für den Erfolg einer Firma und sollte von Anfang an hohen Stellenwert bekommen. Hierzu gehören unter anderem:

  • Ihr Auftritt als Unternehmer
  • ansprechendes Firmenlogo
  • professioneller Internetauftritt
  • ansprechend gestaltete Räumlichkeiten

Zu beachten ist, dass ein besonders großes Objekt auch mehr Einrichtung braucht, als ein kleineres Objekt. Je nach Branche sollte an der Einrichtung nicht gespart werden. Wer zum Beispiel oft Kunden empfängt, sollte seine Räumlichkeiten repräsentativ gestalten und sich von den neusten Trends, wie zum Beispiel modernem japanischem Design, inspirieren lassen. Im Artikel „Passagen Köln 2014: Modernes japanisches Design im japanischen Kulturinstitut“ wird näher auf diesen zurzeit sehr beliebten Trend eingegangen.

Kundengewinnung

Ist die Firma gegründet, wirft sie nicht automatisch Erträge ab. Kunden müssen akquiriert werden und es muss der Firma gelingen, sich langfristig und erfolgreich auf dem Markt zu positionieren. Bei der Kundengewinnung ist unter anderem zu beachten:

  • Die Zielgruppe muss definiert werden. Wer soll das Produkt, die Dienstleistung zukünftig in Anspruch nehmen?
  • Erfolgt die Kundengewinnung im B2B Bereich, also Business to Business oder im B2C Bereich, also Business to Consumer?
  • B2B Bereich: Hier liegt der Schwerpunkt auf der Offline- und Online-Akquise. Bei der Offline-Akquise handelt es sich um persönliche Kundengewinnung, zum Beispiel auf Messen oder Events. Bei der Online-Akquise können professionelle Netzwerke, wie Xing (https://www.xing.com/), genutzt werden, um Kundenkontakte herzustellen.
  • B2C Bereich: Privatpersonen, also die Endverbraucher, sind die Zielgruppe im B2C Bereich. Da das Produkt oder die Dienstleistung in vielen Fällen über einen Vermittler, zum Beispiel den Handel, an den Kunden gelangt, wird auch von indirekter Kundengewinnung gesprochen. Ein Webshop hingegen ist ein Beispiel für den direkten Kundenkontakt. Neben den klassischen Flyern wird heute vor allem Online-Marketing betrieben, um neue Kunden zu akquirieren.

Rechtliche Aspekte der Akquise beschreibt der Artikel: Kunden per Telefon gewinnen oder telefonische Kaltakquise, was ist erlaubt?

Fazit

Diese Liste lässt sich je nach Branchen, Standort und Unternehmensform erweitern und abwandeln. Es gibt also kein ultimatives Rezept für Gründung, sondern es bedarf einer gründlichen individuellen Planung um ein eigenes Unternehmen erfolgreich aufzubauen. 



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