Die Beiträge und Leistungen der IHK für Existenzgründer

Prinzipiell sind alle Unternehmen verpflichtet, der IHK beizutreten, die der Gewerbesteuer unterliegen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob tatsächlich Gewerbesteuern entrichtet werden. Da es sich um eine Pflichtmitgliedschaft handelt, kann man sie auch nicht so einfach kündigen. Gerade Existenzgründern stellt sich daher häufig die Frage, wie hoch die Beiträge eigentlich sind, die man an die IHK abführen muss.

Bild: www.ihk-berlin.de

Berechnung des Beitrags

Die Höhe der Beiträge, die man entrichten muss, richtet sich primär danach, wie erfolgreich ein Unternehmen läuft. Die IHK erhält hierfür die Werte der Gewerbeerträge vom Finanzamt, an deren Höhe sie den jeweiligen Jahresbeitrag fest macht.

Der IHK- Beitrag setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Dazu gehören zum einen der Grundbetrag und zum anderen unter Umständen eine Umlage. Der Grundbetrag ergibt sich aus einer Staffelung nach dem Ertrag. Diese Staffelung bzw. die zugrundeliegenden Grundbeiträge werden in jedem Jahr neu von der Vollversammlung der IHK festgelegt.

Nicht beitragspflichtig sind Unternehmer, die keine Eintragung im Handelsregister besitzen und die einen geringeren Gewinn als 5.200 Euro erwirtschaften. Wenn eine Eintragung vorliegt, wird der Grundbeitrag in Höhe von 125 Euro fällig. Die Höhe der Umlage wird ebenfalls von der Vollversammlung festgelegt und liegt derzeit bei 0,45% vom Gewinn. Natürlichen Personen und Personengesellschaften wird hier ein Freibetrag in Höhe von 15.340 Euro zugestanden.

Sonderregelungen bei der Beitragspflicht

Wenn sich ein Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten befindet, kann man die Beiträge stunden lassen oder eine Ratenzahlung vereinbaren. Nur in besonderen Fällen kann es auf Antrag auch möglich sein, die IHK-Beiträge zu erlassen. Voraussetzung ist hierfür gewöhnlich, dass das zu versteuernde Einkommen im laufendenGeschäftsjahr unter 12.000 Euro (bzw. 24.000 Euro bei Verheirateten) bleiben wird. Die Beitragserhebung muss eine unzumutbare Belastung darstellen.

Existenzgründern wird es anfangs besonders leicht gemacht. Das IHK-Gesetz bestimmt, dass in den ersten zwei Jahren der Geschäftstätigkeit überhaupt keine Beiträge zu entrichten sind. In den nächsten zwei Jahren muss man zwar bereits den Grundbeitrag bezahlen. Man ist aber dennoch weiterhin von der Umlage befreit. Erst, wenn diese vier Jahre vorüber sind oder der Gewerbeertrag über 25.000 Euro pro Jahr hinausgeht, wird man voll beitragspflichtig in der IHK.

Die Leistungen der IHK

Die Leistungen, die die IHK für Ihre Mitglieder zu bieten hat, gliedern sich in sechs Bereiche:

  • Standortpolitik
  • Starthilfe und Unternehmensförderung
  • Aus- und Weiterbildung
  • Innovation und Umwelt
  • Recht und Fair Play
  • International

Starthilfe und Unternehmensförderung

Für Existenzgründer sollte vor allem der Leistungsbereich „Starthilfe und Unternehmensförderung“ hilfreich sein. Wenn man sich noch in der Gründungsphase befindet, benötigt man eine Menge Informationen. Häufig wünscht man sich einen Wegweiser, der einen bei der Erledigung aller Formalitäten unterstützt. Man kann sich beispielsweise bei einem spezialisierten IHK-Berater darüber informieren lassen, welche Möglichkeiten der staatlichen Förderung und der Finanzierung verfügbar sind.

Recht und Fairplay

Auch die Leistungen der IHK im Bereich „Recht und Fairplay“ sind sowohl zu Beginn eines Unternehmens als auch später sehr hilfreich. Wenn sich Fragen zum Wirtschafts- oder Steuerrecht ergeben, kann man sich jederzeit an den jeweiligen Spezialisten der IHK wenden. Dieser unterstützt den Gewerbetreibenden auch bei der Eintragung der Firma ins Handelsregister oder bei der außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten, die sich im Verlauf eines Geschäftsbetriebes immer einmal ergeben können.

International

Jungunternehmer, die im internationalen Geschäft tätig sind, können auch von den IHK-Leistungen im Geschäftsfeld „International“ profitieren. Die IHK führt Marktstudien in den verschiedensten Ländern durch, von denen ihre Mitglieder profitieren können. Die Auslandsspezialisten der IHK unterstützen Sie bei Fragen zum Außenhandel und bei der Erstellung der erforderlichen Dokumente für den Export. Egal, ob es sich um Ursprungszeugnisse oder Beglaubigungen handelt, die IHK-Berater werden diese Dokumente rechtsgültig erstellen. Des Weiteren werden hier wichtige Geschäftskontakte geknüpft, die für den Erfolg der neuen Geschäftstätigkeit von großer Bedeutung sein können.

Weitere Leistungen

Mit Ihren regelmäßigen Publikationen informiert die IHK ihre Mitglieder über die aktuellsten Änderungen bei Rechtsvorschriften und über Studien, Berichte und Innovationen in den verschiedensten Bereichen.

Auch in den anderen Geschäftsbereichen gibt es viele Leistungen der IHK, von denen Unternehmen aller Branchen profitieren können. Es empfiehlt sich, auch bei speziellen Anliegen einfach mal anzufragen.



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