Private Krankenversicherungen im Test Wie Existenzgründer die richtige Wahl treffen

Gründer steht mir zum Rücken vor einer Wand mit vielen Skizzen und überlegt
Bildquelle: ©iStock/ismagilov

In Deutschland besteht Krankenversicherungspflicht für jeden Bürger. Existenzgründer, Selbständige und Unternehmer können sich privat krankenversichern (PKV). Bei der Vielzahl an Tarifen und Leistungen ist es schwer, die persönlich beste Absicherung zu guten Konditionen finden. Mit Hilfe von Tests lässt sich aber eine Vorauswahl treffen, die später die Entscheidung erleichtert.

Voraussetzungen für die private Krankenversicherung

Für Selbständige und Freiberufler ist es in der Regel kein Problem, in die private Krankenversicherung zu gelangen. Ausschlaggebend für den Eintritt ist nicht das Einkommen, sondern in erster Linie Eintrittsalter und Gesundheitsszustand des Selbständigen oder Unternehmers. Auch wird die Höhe des Tarifes bestimmt durch die Leistungen, die vereinbart werden. Wer sich über einen jährlichen Selbstbehalt an den Gesundheitskosten beteiligt, kann meist bei der Tarifhöhe sparen. So lässt sich nach Vorlieben und Wünschen eine Versicherung nach Maß gestalten. Lebt der Verbraucher gesund und muss kaum zum Arzt, kann er sogar mit einer Beitragsrückerstattung rechnen.

Welche Versicherungen sind wirklich wichtig?

Welche Versicherungen sind wirklich wichtig?

Dazu habe ich Ihnen ein Video mit einer hilfreichen Übersicht zu Versicherungstypen erstellt:

Welche Kriterien spielen bei den Tests eine Rolle?

Zur Beurteilung der Versicherer werden verschiedene Kriterien herangezogen: zum einen gibt es sogenannte Unternehmensratings, die z.B. die Finanzstärke und die Beitragsstabilität bewerten. Grundlage hierfür sind häufig die Geschäftberichte. Bleiben Beiträge über einen längeren Zeitraum stabil, spricht das eher für ein gut wirtschaftendes Unternehmen. Hat der Versicherer hohe Rückstellungen gebildet, bleiben die Beiträge auch im höheren Alter für den Kunden bezahlbar. Zum anderen werden die Produkte der Versicherer getestet: einzelne Tarife werden beurteilt nach der Höhe des Beitrages, den darin enthaltenen Leistungen sowie den Vertragsbedingungen. Das Testurteil orientiert sich oft aber auch an der Verbraucherfreundlichkeit und Servicequalität der einzelnen Unternehmen.

Besonders hilfreich sind Tests von anerkannten Instituten wie z. B. Stiftung Warentest oder Agenturen wie Franke und Bornberg, sowie MapReport. Aber Opens external link in new windowausschließlich die besten Anbieter und Testsieger privater Krankenversicherungen in Betracht zu ziehen, wäre fatal. Da oft gesunde Modellkunden in einem bestimmten Alter zur Beitragberechnung herangezogen werden, kann ein abweichendes Alter mit diversen Vorerkrankungen zu völlig anderen Resultaten bei der Beitragsberechnung führen.

Computertastatur mit der farbigen Tasten. Zu sehen: gründer lachender smily, orangfarbener neutraler Smily und roter trauriger Mund
Quelle: ©iStock/NiroDesign

Test von Finanztest der Stiftung Warentest 2014

Für viele Verbraucher ist die Stiftung Warentest einer der wichtigsten Anbieter für Vergleiche. Finanztest, ein Ableger der Stiftung Warentest, untersucht regelmäßig das PreisLeistungsVerhältnis von privaten Krankenversicherungen, allerdings werden selten alle Versicherer getestet meist handelt es sich um eine Auswahl von Anbietern. Das liegt u.a. daran, dass bereits gewisse Mindeststandards erfüllt sein müssen, um überhaupt in die engere Auswahl zu gelangen. Der aktuellste Test von April 2014 untersuchte 107 Tarife von 32 Anbietern privater Krankenversicherungen, wobei etwa 45 Angebote speziell für Selbständige berücksichtigt wurden. Gewinner sind hier 2 Gesellschaften: die ‘Provinzial Hannover’, die mit der Gesamtnote ‘Sehr gut’ (1,5) abschneidet, sowie die Bayerische Beamtenkrankenkasse, die mit der Note ‘Gut’ (1,7) abschließt.

Fazit: Finanztest ist bei Verbrauchern beliebt. Kritiker aus der Branche bemängeln, das Vertragsbedingungen in der Beurteilung der Versicherer nicht berücksichtigt wurden.

Test von Handelsblatt und Agentur Franke und Bornberg 2016

Bei der Untersuchung der Gesellschaften fanden Tarife in den Kategorien Topschutz , Standardschutz und Grundschutz Berücksichtigung. Der Topschutz ist das Premiumprodukt mit umfangreichen Leistungen, wie beispielsweise EinBettZimmer, HeilpraktikerLeistungen und 80%iger Übernahme der Kosten bei Zahnersatz. Nur dreimal konnte hier überhaupt die Bestnote verteilt werden: die Sieger sind die Axa, die Hallesche und die HUK.

Etwas weniger leistet der Standardschutz. Kostenübernahme bei Zahnersatz (60%), Psychotherapie und Unterbringung im ZweiBettZimmer bestimmen hier neben anderen Faktoren den Preis. Neun Versicherer konnten hier mit einem ‘sehr gut’ punkten, wobei die Barmenia ganz vorn liegt, auf den nächsten Rängen folgen die Allianz sowie die Debeka .

Im Grundschutz sind die Leistungen oft noch weiter eingeschränkt. Bereits wenn ein Merkmal aus dem Standardschutz fehlt, fällt ein Tarif in diese Kategorie. Insgesamt acht mal wird die Note ‘sehr gut’ vergeben, die Nase vorn haben hier die Debeka, Barmenia und die Axa.

Bei der Gesamtwertung spielte die Beitragshöhe nur zu 30% eine Rolle, entscheidender war für die Tester der Leistungsumfang, der daher auch zu 70% in die Gesamtwertung einfloss. Einzig der Anbieter DEVK konnte nicht berücksichtigt werden, da er laut Franke & Bornberg (FuB) an der Untersuchung nicht teilnahm.

Fazit: Umfangreicher Test mit vielen Anbietern in verschiedenen Kategorien. Sowohl Handelsblatt, als auch FuB haben seit vielen Jahren eine sehr gute Reputation.

3 Gewinner bei der PKV in den Kategorien: Tiopschutz, Standartschutz und Grundschutz
Bildquelle: Gründerlexikon

Test von MapReport 2016

MapReport untersucht die Langzeitentwicklung der Finanzund Versicherungsbranche und veröffentlicht die Resultate jährlich im Februar. Da in diesem Jahr nur 17 Unternehmen teilnahmen, konnten nur ca. 65% des gesamten Marktes betrachtet werden. Einige Unternehmen lehnten von Anfang an eine Teilnahme ab, andere reagierten gar nicht. Laut MapReport wurden erstmals alle Teilnehmer, unabhängig vom sonstigen Ergebnis, in puncto Transparenz positiv bewertet. Denn die Offenlegung von gewissen Daten sei gesetzlich nicht vorgeschrieben und zeugt daher von einer Transparenzbereitschaft. Seit vielen Jahren auf dem Siegertreppchen, überzeugt die Debeka auch wieder 2016. Mit sehr gutem Service und einer sehr guten Beitragsentwicklung konnte die Gesellschaft überzeugen, im Service schneidet sie sogar als bester Anbieter ab. Auf Platz 2 und 3 folgen die Signal und die Provinzial, insgesamt erhalten 8 Versicherer die Bestnote.

Fazit: Anerkannter und umfangreicher Test. Es findet allerdings keine Beurteilung der Preis-Leistungsstruktur statt, sondern eher der Finanzstärke und Servicequalität.

Tabletten, Geld und Stethoskop auf einem Tisch
Quelle: ©iStock/Rallef

Gesamtfazit: Um die passende private Krankenversicherung zu finden, bedarf es mehr als nur blanker Zahlen, sprich Beiträge zu vergleichen. Welche Leistungen sind mir wichtig? Wie viel kann und will ich für meine medizinische Absicherung bezahlen? Hat mein Versicherer am Markt Bestand und werden meine Beiträge womöglich im Alter ins Unermessliche steigen? Wie ist meine Familie zukünftig abgesichert? All das sind schwer zu beantwortende Fragen. Nehmen Sie sich Zeit, schauen Sie sich verschiedene Vergleiche an und nutzen Sie den Rat von Experten, um für Sie die beste private Krankenversicherung zu finden.

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