Kosten vor Gründung: Wie werden diese Ausgaben behandelt?

Existenzgründer haben bereits vor der Gewerbeanmeldung und allen in diesem Zusammenhang stehenden Amtswegen Ausgaben für Telefon, Internet oder Parkgebühren. Aber Opens internal link in current windowauch Reisekosten, Eintrittsgelder für Messebesuche oder Bürobedarf müssen bereits vor der eigentlichen Geschäftstätigkeit verauslagt werden. Alle diese Zahlungen können als vorweggenommene Betriebsausgaben gewinnmindernd geltend gemacht bzw. abgesetzt werden. Voraussetzung für den Ansatz vorweggenommener Betriebsausgaben ist allerdings, dass der künftige Unternehmer für alle diese Ausgaben entsprechende Rechnungen oder Quittungen vorweisen kann und ein zeitlicher und wirtschaftlicher Zusammenhang existiert.

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Was ist eigentlich Absetzen?

Unter dem Begriff absetzen wird umgangssprachlich das in Ansatzbringen von Betriebsausgaben oder auch Werbungskosten bezeichnet. Synonym zum Absetzen von Aufwendungen kann ansetzen, geltend machen oder zum Ansatz bringen verwendet werden. Es wird immer die selbe Situation beschrieben, nämlich Betriebsausgaben von den Betriebseinnahmen und somit vom Gewinn abziehen.

Beispiel:

Ein Unternehmer kauft für seine betriebliche Tätigkeit Büromaterial, wie Ordner oder Stifte. Er kann nun dieses Büromaterial von seinen Betriebseinnahmen und somit von seinem Gewinn absetzen. Die Ausgabe mindert daher seinen Gewinn.

So werden vorweggenommene Betriebsausgaben akzeptiert

Absetzen kann der Firmengründer grundsätzlich alle Betriebsausgaben, die in einem Zusammenhang mit der Firmengründung stehen. Dazu gehören sämtliche Ausgaben, die für den Besuch von Fachmessen entstehen ebenso wie der Wareneinkauf, wenn der Firmengründer ein Ladengeschäft eröffnen möchte. Auch Fachliteratur und die Kosten für einen Rechtsanwalt oder Steuerberater (auch der Gründungsberater der im Vorfeld die Existenzgründung coacht) können abgesetzt werden, wenn dieser Ratschläge zur Firmengründung gibt. Steuerlich müssen diese Kosten in dem Jahr geltend gemacht werden, in dem sie entstehen. Am leichtesten lässt sich der Zusammenhang zwischen den Kosten und der Existenzgründung herstellen, wenn die Gewerbeanmeldung in dem Jahr erfolgt, in dem die Kosten entstanden sind, was aber nicht zwangsläufig die Bedingung ist.

Bis zu drei Jahre rückwirkend geltend machen

Grundsätzlich können die vorweggenommenen Betriebsausgaben jedoch bis zu drei Jahre vor der Anmeldung des Gewerbes geltend gemacht werden, wie der Bundesfinanzhof in mehreren Urteilen bestätigte.

Belege sammeln nicht vergessen

Das die Kosten vom Finanzamt auch anerkannt werden, müssen die Existenzgründer die entsprechenden Belege sammeln und vorlegen können. Darauf muss ggf. auch der Name des Gründers mit seiner Anschrift verkermt sein, wenn es sich um einen größeren Kauf handelt, siehe dazu das Thema Kleinbetragsrechnungen.

Wer seine Fahrtkosten ansetzen möchte, muss die gefahrenen Kilometer mit Datum, Uhrzeit und Anlass dokumentieren. Mögliche Anlässe sind beispielsweise der Opens internal link in current windowBesuch einer Gründermesse, von Lieferanten oder möglichen Kunden. Weil die meisten Existenzgründer ihre geschäftlichen Fahrten mit dem privaten Auto erledigen dürften, sollten sie sich rechtzeitig angewöhnen, ein Fahrtenbuch zu führen, was aber keine Verpflichtung darstellt, siehe dazu Fahrtenbuch oder Reisekostenabrechnung.

Was kann abgesetzt werden?

Als Betriebsausgabe können alle Ausgaben gewinnmindernd geltend gemacht werden, die in einem direkten Zusammenhang mit der Existenzgründung stehen. Selbst die Vorsteuer können sie geltend machen, sofern sie nicht von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen. Ob die Kleinunternehmerregelung Sinn macht, sollte mit einem Steuerberater abgeklärt werden.

Was, wenn die Existenzgründung platzt?

Selbst wenn die Firmengründung aus irgendwelchen Gründen platzt, müssen die vorweggenommenen Betriebsausgaben nicht zurückerstattet werden. Auch dafür liegen entsprechende Urteile des Bundesfinanzhofs vor. So hatten wir das bereits vor einiger Zeit im Artikelu den häufig gestellten Fragen "vorweggenommene Betriebsausgaben"

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