Am von Ruben in kurz notiert geschrieben
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Abmahnungen

Wie krank sind wir eigentlich? Die Deutschen im Abmahnstrudel

Online Unternehmer sehen sich immer wieder mit Abmahnungen konfrontiert. Seien es nun “größere” Angelegenheiten oder eher Bagatellen. Auch im News-Bereich des Gründerlexikons berichten wir immer wieder über die wichtigsten Gründe und Ursachen für Abmahnungen. Wir wissen nicht genau, wie die Praxis in anderen Ländern aussieht. Aber hierzulande kann man sich schon manchmal an den Kopf greifen, warum Unternehmer immer wieder Abmahnungen erhalten.

Unternehmer sind Zielscheibe von Abmahnungen
Unternehmer werden immer wieder Zielscheibe von Abmahnung-Wütigen.
© lukasbieri / pixabay.com

Dingelstädt, 01. Januar 2018 - Kein Mensch bzw. kein Kunde liest sich die Datenschutzbestimmungen durch. Das heißt jedoch nicht, dass diese auch nur den kleinsten Fehler enthalten dürfen oder etwas weglassen können. Wer nur eine Winzigkeit vergisst, dem droht für eine fehlende Datenschutzerklärung eine Abmahnung.

Oder Unternehmer, die einen Facebook-Like Button auf ihre Webseite einbinden und den Nutzer nicht vollständig aufklären, welche Folgen das hat, können abgemahnt werden. Das Problem dabei ist nur, dass der Unternehmer das ja selbst nicht weiß. Er müsste theoretisch eine eigene Abteilung schaffen, die sich den ganzen Tag mit solchen Dingen auseinandersetzt und feststellt, welches Wort im Impressum oder in der Datenschutzerklärung oder sonst wo geändert werden muss. Vor allem, da sich in diesem Bereich fast täglich etwas ändert. Und wie gesagt, dem “normalen” Durchschnittskunden interessiert das ja auch gar nicht.

Weitere Gründe für Abmahnungen

Ständig werden neue Gründe für Abmahnungen gefunden. Im Folgenden ein Auszug der neuesten Stolpersteine für Online Unternehmer.

Lieferfrist muss exakt datiert sein

Händler sind verpflichtet, dem Kunden ein exaktes Datum zu nennen, bis zu dem er die Ware erhält. Ein Zusatz “in der Regel” o.ä. (wie sie um die Weihnachtszeit üblich sind) kann zu Abmahnungen führen.

Neben Online Verkauf auch Reparaturleistungen angeboten? Abmahnung!

Wer online zum Beispiel Geräte verkauft wie Smartphones oder irgendwelche Haushaltsgeräte und gleichzeitig erweiterte Reparaturdienstleistungen anbietet, kann abgemahnt werden. Das trifft vor allem dann zu, wenn der Unternehmer nicht in der Handwerksrolle eingetragen ist.

Fazit: Ohne Anwalt geht’s gar nicht mehr

Ohne rechtlichen Beistand kommen Unternehmer heute gar nicht mehr aus - leider. In der Praxis wird das so verlaufen, dass ein Unternehmer eine Abmahnung seinem Anwalt gibt und dieser die Summe herunterhandeln wird. Im Endeffekt muss er jedoch fast dasselbe zahlen, denn der Anwalt arbeitet auch nicht kostenlos. Glücklicherweise gibt es jedoch auch Urteile die zeigen, dass nicht jede Abmahnung wirksam ist.

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Online Petition zur Reformierung des “Abmahn-Wahnsinns”

Immer mehr Unternehmer werden Opfer von Anwälten, die Abmahnungen im Internet als Einkommensquelle erschließen. Den Abmahnern geht es nicht darum, den Verbraucher zu schützen. Sie nutzen kleinste Fehler auf der Webseite des Selbstständigen, um ihn abzumahnen und hohe Forderungen zu stellen. Der Händlerbund unterstützt nun eine Petition zur Reformierung des Abmahnwesens.

Insolvenz verhindern - Daran scheitern Unternehmen typischerweise

Torsten Montag, Inhaber des Gründerlexikons, hat mit Tobias Dazenko, einem der Gründer des Startups TobyRich, ein Interview geführt. Obwohl Tobias und Ulrich mit ihrem Unternehmen erfolgreich sind, haben sie doch eine Menge über Scheitern und Insolvenz verhindern gelernt. Gemeinsam haben sie eine Reihe von Gründen herausgefunden, woran es bei Unternehmern oft mangelt.

Unternehmern mit Webseite drohen Abmahnungen!

Fast unbemerkt trat am 24.02.2016 ein Gesetz in Kraft, das jeden Webseitenbetreiber betrifft. Viele Unternehmer und Selbstständige haben eine eigene Webseite. Nicht unbedingt als Online-Shop, sondern häufig, um im Internet präsent zu sein und zu informieren. Doch wer jetzt nicht aufpasst, dem drohen Abmahnungen.