Am von Torsten in kurz notiert geschrieben und am 07.10.2020 um 10:38 aktualisiert
Kleinunternehmerregelung

Kleinunternehmer 2020: Das ändert sich

Das Bürokratieentlastungsgesetz III ist ein riesiges Maßnahmenpaket zur Entschlackung der Bürokratie. Für kleinere Unternehmer dürfte allerdings gerade die Anpassung der Umsatzgrenze für die Kleinunternehmerregelung von Interesse sein: Durch die Anhebung des Betrags können schätzungsweise mehrere tausend Unternehmer zusätzlich die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und von deren Vorteilen profitieren.

Ein Männchen, das verzweifelt den Kopf auf einen Stapel Bücher gelegt hat
Durch die Kleinunternehmerregelung wäre diesem Unternehmer einiges an Bürokratie erspart geblieben...
© 3D_Maennchen / pixabay.com

Dingelstädt, 07. Dezember 2019 – Schon im Referentenentwurf zum Bürokratieentlastungsgesetz III waren vielfältige Maßnahmen wie beispielsweise Erleichterungen bei der Archivierung von elektronisch gespeicherten Steuerunterlagen oder die Anhebung der Steuerbefreiung für betriebliche Gesundheitsförderung von 500 auf 600€ vorgesehen Mittlerweile wurde das Gesetz verabschiedet, doch nicht alle Änderungen sind im finalen Gesetz enthalten. Positive Nachricht für Existenzgründer und kleinere Unternehmen: Die Anhebung der Kleinunternehmergrenze hat ihren Weg ins verabschiedete Gesetz gefunden.

Bereits im letzten Jahr hat der deutsche Steuerverband eine Anhebung der Kleinunternehmergrenze gefordert, die der Gesetzgeber damals aber nicht umsetzte.

Redaktioneller Hinweis: In der ursprünglichen Nachricht berichteten wir über die Inhalte des Referentenentwurfs, der dem Gesetz vorausging. Mittlerweile wurde das Gesetz aber tatsächlich veröffentlicht, weshalb wir den Artikel aktualisiert und um die Änderungen ergänzt haben.

Was ist neu?

  • Die Umsatzgrenze wurde von 17.500 EUR auf 22.000 EUR angehoben
  • Die Änderung tritt ab dem 01.01.2020 in Kraft (und gilt damit erstmals für Umsätze von 2019)

Was bedeutet das?

Durch die Anhebung der Grenze können mehr Unternehmen als bisher die Kleinunternehmerreglung in Anspruch nehmen. Der Referentenentwurf, der dem Gesetz vorausging, sprach von 68.400 Steuerpflichtigen, die nun erstmals von der Kleinunternehmerregelung profitieren könnten. Der Vorteil: Durch die Einstufung als Kleinunternehmer können Unternehmen darauf verzichten, die Umsatzsteuer in Rechnungen auszuweisen sowie Umsatzsteuer-Voranmeldungen und eine Umsatzsteuererklärung abzugeben. Dies stellt eine enorme Erleichterung vor allem für kleine Unternehmen dar.

Was ist zu beachten?

Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die Kleinunternehmerregelung nicht immer nur von Vorteil ist. Denn wer auf die Regelbesteuerung verzichtet, der verzichtet im Gegenzug auch auf den Vorsteuerabzug. Wer also hohe Investitionen plant, sollte dies im Hinterkopf behalten und unter Umständen nicht die Kleinunternehmerregelung beantragen.

Ein konkretes Rechenbeispiel zur Anwendung der Kleinunternehmerregelung finden Sie hier.

Weitere relevante Änderungen

Vierteljährliche USt-Voranmeldung für Gründer

Gründer eines Unternehmens dürfen ihre Umsatzsteuer-Voranmeldung in Zukunft vierteljährlich abgeben und müssen dies nicht mehr monatlich tun. Dies stellt eine enorme Erleichterung in der Gründungsphase dar. Allerdings ist dieser Vorteil zeitlich befristet und darf nur angewendet werden, wenn die Umsatzsteuer voraussichtlich die Grenze von 7.500 EUR nicht überschreitet. Wird das Unternehmen mitten im Jahr gegründet, muss die Jahressteuer hochgerechnet werden.

Gültig für: Besteuerungszeiträume von 2021 bis 2026

Einfachere Aufbewahrung von elektronischen Daten

Im Falle einer Außenprüfung durch das Finanzamt dürfen die Beamten grundsätzlich die Steuerdaten, die mit einem Datenverarbeitungssystems vom Unternehmer erstellt wurden, einsehen. Sie dürfen außerdem das System verwenden und eine maschinelle Auswertung beziehungsweise eine Speicherung der Daten auf einem Datenträger fordern.

Damit dies möglich ist, waren Unternehmer bei einem Wechsel des Datenverarbeitungssystems bisher dazu verpflichtet das alte System mindestens 10 Jahre in Betrieb zu halten. Mit der Gesetzesänderung dürfen die alten Programme jetzt schon nach 5 Jahren eliminiert werden.

Achtung: Die Steuerunterlagen müssen dennoch auf einem Datenträger gespeichert und aufbewahrt werden!

Quellen:

  • springerprofessional.de
  • haufe.de

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