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Kleinunternehmerregelung

Gesetzesentwurf: Kleinunternehmergrenze soll angehoben werden

Der Gesetzgeber plant mit dem Bürokratieentlastungsgesetz III viele steuerliche Erleichterungen. Gerade eine Änderung im Bereich der Kleinunternehmerregelung kann sich vorteilhaft auf tausende Firmen auswirken. Die Rede ist von der Anpassung der Kleinunternehmergrenze.

Ein Männchen, das verzweifelt den Kopf auf einen Stapel Bücher gelegt hat
Durch die Kleinunternehmerregelung wäre diesem Unternehmer einiges an Bürokratie erspart geblieben...
© 3D_Maennchen / pixabay.com

Dingelstädt, 10. November 2019 – Im Referentenentwurf zum Bürokratieentlastungsgesetz III sind vielfältige Maßnahmen wie beispielsweise Erleichterungen bei der Archivierung von elektronisch gespeicherten Steuerunterlagen oder die Anhebung der Steuerbefreiung für betriebliche Gesundheitsförderung von 500 auf 600€ enthalten. Für viele Existenzgründer und kleinere Unternehmen dürfte aber vor allem die Anhebung der Kleinunternehmergrenze interessant sein. Diese soll laut Entwurf nämlich von bisher 17.500€ auf 22.000€ erhöht werden.

Bereits im letzten Jahr hat der deutsche Steuerverband eine Anhebung der Kleinunternehmergrenze gefordert, die so aber nicht vom Gesetzgeber umgesetzt wurde.

Nur ein Gesetzesentwurf!

Ein Hinweis, gleich vorneweg: Bisher handelt es sich lediglich um einen Gesetzesentwurf. Die Regelungen sind also noch nicht in Kraft getreten. Unter Umständen können noch Inhalte geändert oder gar ganz aus dem Entwurf gestrichen werden!

Was bedeutet das?

Durch die Anhebung der Grenze könnten mehr Unternehmen als bisher die Kleinunternehmerreglung in Anspruch nehmen. Der Referentenentwurf spricht von 68.400 Steuerpflichtigen, die nun erstmals von der Kleinunternehmerregelung profitieren könnten. Der Vorteil: Durch die Einstufung als Kleinunternehmer können die Unternehmen darauf verzichten, die Umsatzsteuer in Rechnungen auszuweisen sowie Umsatzsteuer-Voranmeldungen und eine Umsatzsteuererklärung abzugeben. Dies stellt eine enorme Erleichterung vor allem für kleine Unternehmen dar.

Was ist zu beachten?

Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die Kleinunternehmerregelung nicht immer nur von Vorteil ist. Denn wer auf die Regelbesteuerung verzichtet, der verzichtet im Gegenzug auch auf den Vorsteuerabzug. Wer also hohe Investitionen plant, sollte dies im Hinterkopf behalten und unter Umständen nicht die Kleinunternehmerregelung beantragen.

Quelle: springerprofessional.de


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