Am von Ruben in kurz notiert geschrieben und am 07.07.2020 um 12:06 aktualisiert
Betriebsausgaben

Bahncard 100 auch für Privatfahrten abzugsfähig

Wenn ein Unternehmer eine Bahncard 100 im Rahmen der doppelten Haushaltsführung erwirbt, kann er die Kosten dafür auch dann als Betriebsausgaben geltend machen, wenn er damit Privatfahrten tätigt. Die Höhe bzw. Aufteilung der Kosten richtet sich dabei nach der Art der Gewinnermittlung, sprich Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder Bilanzierung.

Zug im Bahnhof
Ein Scherzkeks bei der Bahn...
© MoJoJoJo2 / lustich.de

Dingelstädt, 15. Juni 2017 - Einige Unternehmer haben eine doppelte Haushaltsführung und nutzen als Transportmittel die Bahn. Die Kosten für eine Banhncard 100 können als Betriebsausgaben angesetzt werden. Das gilt auch, wenn der Selbstständige die Bahncard 100 für private Fahrten nutzt, jedoch der Wert der ersparten Einzeltickets für Familienheimfahrten den Wert der Bahncard 100 erreicht oder sogar übersteigt, wie Haufe in einem aktuellen Artikel berichtet..

Wie ein Unternehmer die Aufwendungen als Betriebsausgabe ansetzen kann, richtet sich nach der Art seiner Gewinnermittlung.

Gewinnermittlung nach Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Wenn der Unternehmer eine EÜR nutzt, so sind die Aufwendungen zum Zeitpunkt des Abflusses als Betriebsausgaben anzusetzen. Nach § 11 Abs. 2 EStG gilt das sogenannte Abflussprinzip.

Ein Beispiel:

Der Unternehmer erwirbt im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung am 01. November 2016 eine Bahncard 100 für 4.190 Euro. Die gesamten Aufwendungen kann er im Jahr 2016 als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen.

Lesetipp: Wo finde ich eine EÜR-Vorlage?

Gewinnermittlung durch Bilanzierung

Ermittelt der Unternehmer seinen Gewinn mit einer Bilanz, so werden die Aufwendungen als Betriebsausgaben dem Jahr zugerechnet, in dem sie wirtschaftlich gehören. Für Aufwendungen, die das nächste Jahr betreffen, ist ein Rechnungsabgrenzungsposten zu bilden.

Ein Beispiel:

Es gelten die gleichen Voraussetzungen wie im vorherigen Beispiel. Für das Jahr 2016 kann der Unternehmer 2/12 von 4.190 Euro als Betriebsausgaben geltend machen, was 698,33 Euro entspricht. Der Rest (10/12) in Höhe von 3.491,67 Euro entfällt auf das Jahr 2017. Für die Bilanz 2016 ist daher in dieser Höhe ein Rechnungsabgrenzungsposten zu bilden.

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