Wie funktionieren Bildungsträger?

Bildungsträger sind Institutionen die sich mit der staatlichen bzw. privaten Bildung befassen. Sie sind dafür zuständig, dass genügend Weiterbildungsangebote in der Bundesrepublik Deutschland angeboten werden. Die Einrichtungen unterschieden sich in Ausbildung und Weiterbildung.

Bild: www.arbeitsagentur.de

Öffentliche Bildungsträger in dem Bereich der Erstausbildung sind Berufsschulen, staatliche Akademien, Hochschulen und Fachhochschulen. Private Bildungsträger befassen sich mit der Umschulungen und Erstausbildungen. Diese werden von den Trägern der Sozialversicherung ( Arbeitsagentur, Arge und Rentenversicherungsträger) finanziert. Institutionen wie die Volkshochschulen sind Träger für die berufliche, private und staatliche Weiterbildung. 

Wo finden Interessierte Weiterbildungsangebote oder Bildungsträger?

Die Agentur für Arbeit hat auf ihrer Internetpräsenz kursnet eine eigene Suchmaschine für Weiterbildungen. Hier werden Bildungsangebote für

  • Bürger
  • Unternehmen
  • Bildungsträger

dargestellt. Die Suche liefert Ergebnisse nach verschiedenen Faktoren wie Ort, Dauer und Art (Voll- oder Teilzeit). Eine weitere Möglichkeit um eine Übersicht der aktuellen Bildungsangebote zu bekommen sind die Bildungsträger direkt. Diese stellen auf ihren Internetseiten Kursbücher zur Verfügung, die einen genauen Überblick über Veranstaltungsort, Inhalt und Finanzierung geben. Für Unternehmen bietet das Portal Informationen rund um den Bereich Coaching für Existenzgründung und Unternehmensnachfolge. 

Der Bildungsgutschein

Der Bildungsgutschein ist eine Maßnahme der Agentur für Arbeit. Ziel ist Arbeitslose beruflich einzugliedern. Dabei kann die Agentur für Arbeit entscheiden, ob und welche Aus- oder 

Weiterbildungen sinnvoll sind und gefördert werden. Dabei ist die Voraussetzung für einen Bildungsgutschein, dass der Antragsteller eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mindestens drei Jahre gearbeitet hat. 

Der Bildungsgutschein ist eine Bescheinigung für den Bildungsträger, dass die Gebühren für den Kurs vom Arbeitsamt übernommen werden. Je nachdem was für eine Weiterbildung in Anspruch genommen wird, zahlt der Leistungsträger die Kursgebühr direkt an die Einrichtung. Wurde vor Beginn des Kurses Arbeitslosengeld bezogen, steht dies während der Teilnahme weiter zu.

Bei Arbeitslosigkeit erstattet der Leistungsträger Fahrtkosten bis maximal 476,00 EUR monatlich. Die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel oder eine Kilometerpauschale zwischen Wohnung und Bildungsstätte können abgerechnet werden. Weiterhin werden die Kosten für eine auswärtige Unterkunft und Verpflegung sowie Kinderbetreuungskosten übernommen. 

Wie bekommen Bildungsträger ihre Aufträge?

Die Bildungsträger kommen über Ausschreibungen in die Suchmaschine der Agentur für Arbeit. In diesen Ausschreibungen ist genau formuliert, welche Maßnahmen der Träger zu erfüllen hat.

Folgende Angaben müssen in den Bewerbungsunterlagen enthalten sein

  • Preisblatt
  • Angaben des Bieters
  • Erklärung zur Fachkunde und Leistungsfähigkeit
  • Referenzen
  • Räumlichkeiten
  • Sonstiges (Ethikklausel, Softwarelösung, etc.)

Zur Beurteilung der Eignung sind vom Bieter Angaben und Erklärungen zur Fachkunde zu machen. Das bedeutet, die Person muss aktuelle Erfahrungen, Kenntnisse und Fertigkeiten in diesem Bereich innerhalb der letzten drei Jahre nachweisen.

Bewirbt sich ein Institut auf eine Ausschreibung muss es der Bundesagentur für Arbeit einen Festpreis für deren Leistung nennen. Nach Ablauf einer Bewerbungsfrist entscheidet sich die Agentur für Arbeit entweder für- oder gegen das Angebot.

Problematik für die Teilnehmer

Die Bildungsträger sind abhängig von Aufträgen über das Arbeitsamt, da diese den größten Teil an Teilnehmerzahlen zur Verfügung stellen. Das bedeutet, wenn die Agentur mit den Leistungen und dem Preis des Trägers nicht zufrieden ist, wird der Vertrag aufgelöst. Aus diesem Grund bemühen sich die Bildungsträger schon bei der Bewerbung, dass ihre Lehrangebote besonders kostengünstig sind. Dadurch müssen die Bildungsträger Einsparungen vornehmen, die auf die Kunden abgewälzt werden. Beispielsweise beschäftigen Bildungsträger kein Fachpersonal für bestimmte Kurse, sondern Laien, da diese billiger sind. Weiterhin sind in einem Kurs oft viel zu viele Personen, so dass der einzelne Teilnehmer mit seinen Fragen und Bedürfnissen zu kurz kommt.

Falls sich der Teilnehmer gegen diese schlechten Umstände wehrt, wird ihn eine böse Überraschung treffen. Der Bildungsträger kann Fehlverhalten und Fernbleiben des Kurses bei der Agentur für Arbeit melden, was bedeutet, dass dieser eine Sanktion bekommt. Was im Bildungsträger schief läuft, will an dieser Stelle wieder einmal keiner wissen. 

Weitere Informationen

Eine genaue Übersicht über die Fördermöglichkeiten für Arbeitnehmer stellt die Bundesagentur für Arbeit hier zur Verfügung. 

Die Stiftung Warentest hat die wichtigsten Förderungen und deren Finanzierungsmöglichkeiten in einem Leitfaden zusammengestellt. 



Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!