Wann gewährt man Skonto und wie berechnet man es richtig?

Der Begriff „Skonto“ wird vom italienischen scontare abgeleitet und bedeutet dem Wort nach so viel wie „abziehen“. Gemeint ist damit das Abziehen eines Preisnachlasses für eine Zahlung innerhalb einer bestimmten Frist.

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Das Zahlungsziel-Modell

Traditionell wurden Waren und Dienstleistungen in vergangenen Jahrhunderten nach dem Zug-um-Zug-Prinzip getauscht. Der zu zahlende Betrag wurde in dem Moment übergeben, in dem die Ware oder die Leistung übergeben wurde. Mit der immer weiter zunehmenden Komplexität der wirtschaftlichen Verbindungen und der zwischen den Geschäftspartnern liegenden Distanzen hat sich im 20. Jahrhundert das Zahlen auf Rechnung, gleichbedeutend mit dem heutigen Begriff „Zahlen auf Ziel“ durchgesetzt.

Skonti bauen auf diesem „Zahlen auf Ziel“-Modell auf. Ausgehend von einem normalen Zahlungsziel einer Rechnung, bis zu dem der volle Rechnungsbetrag spätestens zu begleichen ist, wird dem Kunden zusätzlich ein verkürztes Zahlungsziel in Verbindung mit einem Skonto angeboten. Dieses Skontoangebot stellt praktisch eine prozentuale Reduzierung des Rechnungsbetrages für Schnellzahler dar und soll den Käufer zur frühzeitigen Begleichung der Forderung animieren.

Skonto macht schnelle Zahlung attraktiv

Das Skontoangebot wird dem Käufer vom Verkäufer unterbreitet, um die offenen Forderungen des liefernden Unternehmens zu reduzieren und damit schneller wieder liquide Mittel für weitere Aufträge zur Verfügung zu haben. Mit Umsetzung kürzerer Zahlungstermine reduziert der Verkäufer demnach die Notwendigkeit, einen Bankkredit zur Zwischenfinanzierung aufzunehmen.

Da der Skonto in der Handelskalkulation ohnehin berücksichtigt ist, stellt das sogenannte Ziehen des Skontos für den Käufer einen echten Preisnachlass dar. In den meisten Fällen lohnt sich die Inanspruchnahme einer Skontoregelung für den Käufer sogar dann, wenn für die frühzeitige Rechnungsbegleichung ein kurzfristiger Kredit aufgenommen werden muss.

Wo werden Skonti sinnvoll angewandt?

Gebräuchlich sind Skonti hauptsächlich im B2B-Geschäft. Privatkunden kommen eher selten in den  Genuss von Skontoangeboten. Beispiele für Skonti im B2C-Geschäft sind Barzahlungsrabatte in Autohäusern oder auch für Handwerkerrechnungen. Meist ist dann aber nur der Materialanteil einer Rechnung skontierbar, Fertigungs- oder Dienstleistungsanteile am Rechnungsbetrag werden ebenso selten skontiert wie Frachten und Zölle.

In manchen Branchen wird die Fähigkeit, Rechnungen mit Skonto zu zahlen auch mit der generellen Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens in Verbindung gebracht. Ein Unternehmen, das über lange Zeit immer mit Skonto zahlt und seine Zahlungen plötzlich auf das Nettozahlungsziel umstellt, gilt dann oft als finanziell geschwächt.

Skontostaffelungen

Üblicherweise liegt der Skontosatz zwischen 1-3%. Gängige Zahlungsziele mit Skonto sind „14 Tage 2% / 30 Tage netto“ oder auch mehrfach gestaffelte Zahlungsziele wie „14 Tage 2% / 30 Tage 1% / 60 Tage netto“.  Welche Zahlungsbedingungen und Skontosätze verwendet werden, hängt von der jeweiligen Branche und auch den beteiligten Kulturkreisen ab. 

Fazit

Ob sich die Verkürzung des Zahlungsziels unter Berücksichtigung des Skontos lohnt, sollte man als Kunde von Fall zu Fall neu entscheiden. Im Netz gibt es dazu mehrere gängige Rechner, mit denen man Skonto berechnen kann.



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