Datenschutz: elementarer Bestandteil einer ganzheitlichen Firmenphilosophie

Datenschutz ist ein zentrales Thema in Unternehmen, welches eigentlich jeden Firmeninhaber etwas angeht. Leider sieht die Realität oftmals anders aus. Obwohl im Jahr 2009 der Gesetzgeber mit einer Verschärfung des Bundesdatenschutzgesetzes empfindliche Strafen gegen rechtsunkonformes Verhalten androht und auch klare Richtlinien über Form und Umfang der von Mitarbeitern erhebbaren Daten und deren Handling definiert, scheint die immense Bedeutung des Datenschutzes noch nicht bis in die Köpfe aller Firmenverantwortlichen gleichermaßen vorgedrungen zu sein.

Bild: Maik Schwertle / pixelio.de

Aber wie soll sich der Datenschutz denn explizit gestalten? Einen ersten Schritt in die richtige Richtung gehen Sie mit der Ernennung eines Datenschutzbeauftragten in Ihrem Unternehmen. In umfassenden Schulungen erwirbt dieser die notwendigen Kenntnisse über die rechtskonform erfassbaren Mitarbeiter- und Kundendaten und wie diese zu verwahren sind. Dabei stützt sich die Arbeit des Datenschutzbeauftragten auf die Anerkennung von Datenschutzklassen in fünf Abstufungen.

Die Klassen eins bis fünf im Datenschutz

Natürlich werden auch Sie in Ihrem Unternehmen nicht umhin kommen, gewisse Daten zu erheben und zu speichern. Ob es sich dabei um Informationen Ihrer Mitarbeiter oder Ihrer Kunden handelt, spielt eine nachrangige Rolle. Entscheidend ist nur, dass Sie und Ihr Datenschutzbeauftragter die Subsummierung dieser Daten in die entsprechende Schutzklasse vornehmen und darauf ausgerichtet den Datenschutz vor Missbrauch und Diebstahl betreiben.

Datenschutzklasse A

Daten, die der Schutzklasse A zuzuordnen sind, sind Informationen, die keine persönlichen Inhalte einer Person beherbergen und somit nicht äußerst schutzwürdig sind. In solche Daten dürfen Sie also Einsicht halten, ohne hierfür ein besonders berechtigtes Interesse anmelden zu müssen. Als Beispiel hierfür können Adressdaten angesehen werden.

Datenschutzklasse B

Informationen, die der Datenschutzklasse B angehören, sind bereits erste persönliche Informationen über eine Person. Um diese einsehen zu dürfen, muss der Anwärter ein berechtigtes Interesse nachweisen. Allerdings handelt es sich um keine höchst wichtigen Details, so dass auch bei Datenmissbrauch keine schädlichen Auswirkungen zu erwarten sind. Kontaktadressen von geschäftlichen oder privaten Partnern fallen in diesen Bereich.

Datenschutzklasse C

Anders sieht dies bei den Informationen der Datenschutzklasse C aus. Auch diese beziehen sich auf persönliche Inhalte, in die nur bei berechtigtem Interesse Einblick gewährt wird. Datenmissbrauch derart kategorisierter Informationen kann den Betroffenen in seinem gesellschaftlichen Ansehen oder seiner wirtschaftlichen Lage schädigen. Als Beispiele seien die Einkommensverhältnisse oder soziale Absicherung genannt.

Datenschutzklasse D

Die Inhalte der in diese Kategorie eingestuften Daten sind äußerst brisant und der Umgang mit ihnen deshalb an enorme Datenschutzbestimmungen geknüpft. Denn hier sind personenbezogene Informationen beinhaltet, deren Missbrauch äußerst schädliche Auswirkungen haben kann. Anders als bei den Daten der Schutzklasse C, die lediglich einen Einfluss auf das gesellschaftliche Ansehen nehmen, können Daten der Schutzklasse D existenzbedrohende Ausmaße annehmen. Als Beispiele sind Gutachtenergebnisse medizinischer und psychologischer Natur, Sanatoriumsaufenthalte, Straftaten und Insolvenzen zu nennen.

Datenschutzklasse E

Personenbezogene Informationen dieser Schutzklasse verdienen eine außergewöhnliche Würdigung innerhalb des Datenschutzes. Denn mit ihnen geht eine reelle Bedrohung für Leib und Leben einher. Dies bedeutet, dass unter die Datenschutzklasse E all jene Informationen fallen, die bei Missbrauch lebensbedrohend gegen den Betroffenen verwendet werden können. Als Beispiel sei hier das Bekanntwerden veränderter Identitäten im Rahmen des Zeugenschutzprogramms zu nennen.

Tabellarischer Überblick

Datenschutzklasse A B C D E
Informationsinhalt Ohne persönliche Details:
keine zu erwartende Beeinträchtigung bei Missbrauch
Persönliche Inhalte:
keine zu erwartende Beeinträchtigung bei Missbrauch
Persönliche Inhalte:
Missbrauch bedroht gesellschaftliches Ansehen
Äußerst persönliche Inhalte:
Missbrauch bedroht die gesamte Existenz
Sehr schützenswerte Inhalte,
Missbrauch kann akute Lebensbedrohung induzieren
Beispiele Adressbücher Kontaktdaten von Kooperationspartnern Einkommenssituation, soziale Absicherung Straftaten, Untersuchungsbefunde, Insolvenz Identitätsdaten bei Zeugenschutzprogramm

Ein Fazit für den Datenschutz

Auch wenn der Datenschutz mitunter belächelt wird, so überblicken Sie sicher bei der Betrachtung der vorliegenden Fakten seine Bedeutung und die Auswirkungen eines eventuellen Missbrauchs. Vor diesen Hintergründen muss jedes Unternehmen seinen eigenen Datenschutz überdenken und überprüfen beziehungsweise in die Neugründung mit einbinden. Denn neben Strafanzeigen werden auch stichprobenartige Überprüfungen der zuständigen Landesdatenschutzbehörden durchgeführt und nicht wenige Kunden verhandeln Konditionen auf Grundlage der datenschutzrechtlichen Gesetzestreue.
 



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