Aus Alt mach Neu: Modernisierung bei der Betriebsübergabe

Wenn die junge Generation den Betrieb der Eltern übernehmen soll, wird es nur allzu oft schwierig. Oft sind die Betriebe nicht mit der Zeit gegangen und sowohl die Ausstattung als auch viele Arbeitsabläufe scheinen noch aus dem letzten Jahrhundert zu stammen. Bei so unterschiedlichen Anschauungen ist es vorprogrammiert, dass es zu Problemen kommen kann.

Bild: RainerSturm / pixelio.de

 

Differenzen zwischen Jung und Alt

Die Eltern haben ihren Betrieb oft über Jahrzehnte aufgebaut und ihn zum Laufen gebracht. Sie sehen ihn als ihr Lebenswerk an. Nun kommt ihr Nachwuchs an und möchte alles umkrempeln, was ihnen über die Jahre so lieb und teuer geworden ist. Die Kinder hingegen sind oft nicht bereit, einen in ihren Augen veralteten Betrieb unverändert zu übernehmen. Hier prallen Welten aufeinander, die in der Praxis ziemlich oft zu Diskussionen und sogar zu handfesten Streitigkeiten führen. Immer öfter sieht man es, dass die Eltern absichtlich querschießen, um die Pläne ihrer Kinder zu durchkreuzen und zu sabotieren.

Das Loslassen fällt schwer

Eigentlich geht es bei diesen Problemen gar nicht so sehr um die Betriebsübergabe. Es ist vielmehr die Unfähigkeit der Eltern loszulassen. Sie können nicht nachvollziehen, dass ihre Kinder nun erwachsen sind und ihre eigenen Wege gehen wollen. Ebenso können sie nicht akzeptieren, dass ihr großes Lebenswerk für jemand anderen vielleicht nicht ganz so perfekt ist, wie sie selbst immer gedacht haben. Die Alten müssen loslassen und die Jungen ihre Erfahrungen machen lassen. Doch genau dies fällt den meisten Eltern schwer, besonders wenn der Betrieb sehr stark mit dem Privatleben verknüpft ist.

Möglichkeiten zur Problemlösung

Am leichtesten lassen sich diese Probleme lösen, wenn der Übergang nicht zu abrupt von statten geht, sondern sich alle Beteiligten darauf einstellen können. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten:

Langsame Modernisierung

Die meisten Seniors sind mit Änderungen einverstanden, solange nicht alles plötzlich auf sie hereinstürzt. Eine mögliche Strategie wäre daher, den Betrieb erst einmal zu übergeben. Die Jungen können dann Schritt für Schritt eine Änderung nach der anderen durchziehen. Da sich dann nicht von einem Tag auf den anderen alles verändert, können die Eltern mit den Modernisierungen und Anpassungen besser leben. Die alten und traditionellen Werte werden so auch besser erhalten.

Beratung und Unterstützung

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass der Ruheständler ein Beratungsunternehmen gründet. Dadurch besteht die Chance, dass er den Jungen zum einen immer wieder unter die Arme greift, wenn sie Hilfe brauchen. Zum anderen kann er aus dem Unternehmen ausscheiden und muss sich dennoch nicht komplett davon abwenden. Dies ist der perfekte Kompromiss für Unternehmer, die sich noch nicht ganz aus dem Geschäft zurückziehen möchten.

Übergabezeit

Es kann für die Alten auch leichter werden, ihren Betrieb zu übergeben, wenn sie dies nach und nach tun. So kann beispielsweise der Nachwuchs als Assistent des Inhabers arbeiten und ihm so tagtäglich über die Schulter schauen. Nach und nach sollten dann immer mehr Kompetenzen auf den Nachwuchs übergehen. Wichtig ist bei dieser Variante allerdings, dass die Kompetenzen genau geklärt werden, damit sich die Alten und die Jungen nicht gegenseitig untergraben.



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