Absatz- und Faktormärkte

In der letzten Woche haben wir Ihnen die wichtigsten allgemeinen Gründe für das Scheitern junger Unternehmen in den ersten Jahren nach der Gründung vorgestellt. Heute soll es vorwiegend um die Gründe gehen, die auf denAbsatz- und Faktormärkten entstehen können und ebenfalls, teils durch eigenes Verschulden, teils durch Fremdeinflüsse, zum Scheitern führen.

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Rückgänge bei Aufträgen und Nachfrage

Aktuellen Studien zufolge sehen mehr als die Hälfte befragter Unternehmen Rückgänge in den Aufträgen und der Nachfrage als wichtigen Faktor für das Scheitern junger Unternehmen. Allerdings beobachteten diese Studien Unternehmen, die in boomenden Wirtschaftszeiten den Markt verlassen mussten und deren Gründer angaben, dass die gesamtwirtschaftliche Entwicklung negativ sei, weshalb das Unternehmen geschlossen werden musste. Diese Aussage ist allerdings kaum zu glauben, wenn man bedenkt, dass viele der befragten Unternehmen in einer guten Konjunktur scheiterten.

Experten sehen den Grund für die Rückgänge bei Absatz und Nachfrage vor allen Dingen darin, dass zu wenige Branchenkenntnisse vorhanden sind. Auch Kenntnisse im Bereich Marketing und Werbung fehlten oft, so dass diese Probleme meist hausgemacht seien. Ebenfalls müsse das Produktangebot überprüft werden. Reicht die Angebotspalette nicht aus, um die Kundenbedürfnisse zu befriedigen, so ist es kein Wunder, wenn das Unternehmen scheitert. Hier kommen mangelnde Qualität und Effizienz bei der Fertigung in Frage.

Forderungsausfälle als wichtiger Grund für das Scheitern

Auch Forderungsausfälle werden häufig als Grund für das Scheitern junger Unternehmen angegeben. Diese können durchaus auftreten, auch durch andere junge Unternehmen, die aufgrund nicht absetzbarer Produkte aus dem Markt austreten mussten. Vielfach fehlt jungen Unternehmen das nötige finanzielle Polster, um solche Forderungsausfälle kompensieren zu können, gerade, wenn es sich um größere Ausfälle handelt.

Auf solche Ausfälle kann dann kaum ein Unternehmen reagieren, da sich vielfach auch die Banken weigern, die Kreditlinien kurzfristig anzuheben. Somit bleibt den Unternehmen, selbst wenn sie an und für sich sehr gut aufgestellt sind, keine andere Möglichkeit, als beispielsweise Insolvenz anzumelden. Dadurch bleiben sie oft auch ihren Lieferanten Verbindlichkeiten schuldig, so dass diese ebenfalls Forderungsausfälle verzeichnen müssen. Der Teufelskreis ist nur schwerlich zu durchbrechen.

Kostensteigerungen als Grund für das Scheitern

Ebenfalls kommt es häufig zu Kostensteigerungen bei Materialien, Rohstoffen, Energiekosten und Co. Diese Steigerungen können nicht abgewendet werden, vielfach lässt sich aber ein entsprechend erhöhter Preis am Markt nicht durchsetzen. Das Umschwenken auf effektivere Produktionsmethoden bleibt ebenfalls unmöglich, da hierfür hohe Investitionen fällig werden.

Als Alternative bliebe die Variante, andere Produkte im Sortiment aufzunehmen, doch hierfür fehlt gerade jungen Unternehmen oftmals einfach die Zeit.

Gering qualifiziertes Personal

Das Personal ist ein weiterer Faktor für das Scheitern junger Unternehmen. Gerade in kleinen Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern muss jeder Mitarbeiter eine Vielzahl von Aufgaben übernehmen. Hier vertrauensvolles Personal zu finden, gestaltet sich schwierig. Gerade bei Fachkräften, die von großen Unternehmen mit attraktiven Vergütungen und sozialen Leistungen gelockt werden, geraten kleine und junge Betriebe schnell ins Hintertreffen.

Lesen Sie im nächsten Teil, wie unternehmerische Fehlentscheidungen zum Scheitern junger Firmen führen können.

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