Kann ich den Meisterzwang mit einer Ausübungsberechtigung umgehen?

Mit Ausübungsberechtigung selbstständig?

Existenzgründer, die sich in einem zulassungsfreien Beruf, wie z.B.: als Fliesenleger, Uhrmacher oder Damen- bzw. Herrenschneider selbständig machen wollen, unterliegen nicht dem Meisterzwang. Die Gründer hingegen, der sich in einem zulassungspflichtigem Gewerbe, wie z.B.: Dachdecker oder Klempner selbstständig machen wollen, unterliegen dem Meisterzwang. Für qualifizierte Gesellen gibt es eine Ausnahme, sie beantragen eine Ausübungsberechtigung. Der Geselle muss für die Erteilung der Ausnahmegenehmigung einige Voraussetzungen erfüllen. Er muss nach der bestandenen Gesellenprüfung mindestens 6 Jahre im zu betreibenden Handwerk tätig gewesen sein, wovon 4 Jahre in leitender Stellung nachzuweisen sind. Ausgenommen von der Ausübungsberechtigung sind jedoch Gesundheitsberufe, wie u. a. Orthopädietechniker, Augenoptiker oder Zahntechniker. Weitere Infos zur Ausübungsberechtigung im Gesetz zur Ordnung des Handwerks.

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Wie Sie die Ausübungsberechtigung beantragen, erklären wir in einem gesonderten Artikel.

Meisterpflicht

Hier eine Liste mit den Berufen aus der Handwerksordnung, die nur mit einem Meistertitel oder einer Ausübungsberechtigung (nach § 7b HWO) betrieben werden können: Meistertitel bekommen, haben wir in einem Extraartikel zusammengefasst.

  • Maurer und Betonbauer
  • Ofen- und Luftheizungsbauer
  • Zimmerer
  • Dachdecker
  • Straßenbauer
  • Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer
  • Brunnenbauer
  • Steinmetzen und Steinbildhauer
  • Stukkateure
  • Maler und Lackierer
  • Gerüstbauer
  • Schornsteinfeger
  • Metallbauer
  • Chirurgiemechaniker
  • Karosserie- und Fahrzeugbauer
  • Feinwerkmechaniker
  • Zweiradmechaniker
  • Kälteanlagenbauer
  • Informationstechniker
  • Kraftfahrzeugtechniker
  • Landmaschinenmechaniker
  • Büchsenmacher
  • Klempner
  • Installateur und Heizungsbauer
  • Elektrotechniker
  • Elektromaschinenbauer
  • Tischler
  • Boots- und Schiffbauer
  • Seiler
  • Bäcker
  • Konditoren
  • Fleischer
  • Augenoptiker
  • Hörgeräteakustiker
  • Orthopädietechniker
  • Orthopädieschuhmacher
  • Zahntechniker
  • Friseure
  • Glaser
  • Glasbläser und Glasapparatebauer
  • Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik
  • Behälter- & Apparatebauer
  • Betonstein- & Terrazzohersteller
  • Böttcher
  • Drechsler & Holzspielzeugmacher
  • Estrichleger
  • Fliesen-, Platten- & Mosaikleger
  • Glasveredler
  • Orgel- & Harmoniumbauer
  • Parkettleger
  • Raumausstatter
  • Rollladen- & Sonnenschutztechniker
  • Schilder- & Lichtreklamehersteller

Keine Meisterpflicht

Alle anderen Berufe ohne Meisterpflicht, also die aus § 18 HWO sind in Anlage B der HWO gelistet: HwO Einzelnorm Anlage B. Wer eine Ausübungsberechtigung besitzt, ist trotzdem nicht befugt, einen entsprechenden Meistertitel zu führen. Derjenige darf auch nicht im betreffenden Handwerk ausbilden.

Ablauf zum Beantragen einer Ausübungsberechtigung

Wer sich mit einer Ausübungsberechtigung selbstständig machen möchte, muss bei der zuständigen Handwerkskammer die Ausnahmebewilligung schriftlich beantragen. Bei den meisten Handwerkskammern, kann dieser Antrag auch per E-Mail gestellt werden. Neben dem Antrag sind natürlich auch die entsprechenden Nachweise hinzuzufügen, dass Sie über die notwendigen Qualifikationen und Berufserfahrung verfügen.

Leserfragen zum Thema Ausübungsberechtigung

Muss ich mich bei der HWK eintragen lassen?

Hallo, inzwischen habe ich mein Gewerbe angemeldet und warte nur noch auf meine Steuernummer. Was ich mache: Ich produziere Sockel zum Präsentieren von Modellen aller Art (Autos Eisenbahnen Figuren etc) Das Material ist zZ vorwiegend Holz - das kann aber durchaus ein anders sein; Kunsstoff, Gips etc. In Ermangelung einer treffenden Bezeichnung hat der Herr vom Gewerbeamt "Holzblockmacher" eingetragen. Nun hat mich die HWK angeschrieben und sagt ich würde eine Handwerkliche oder Handwerksähnliche Tätigkeit ausführen und solle mich in eintragen lassen. Das Thema Kosten hat wohlweislich einfach mal unter den Tisch fallen lassen in dem Schreiben was ich ehrlich gesagt schon ein wenig "frech" finde - frei nach dem Motto: Lassen sie sich eintragen - Rechnung folgt, lassen Sie sich überraschen. Warum ich mich eintragen lassen muss oder was mir das bringt wurde mit keinem Wort erwähnt. Haben Sie eine Meinung dazu? Würde mich sehr freuen.

Antwort

Hallo,

Warum ich mich eintragen lassen muss?

Weil man dazu verpflichtet ist, wenn man eine bestimmte Berufsgruppe, Branche oder ein bestimmtes Handwerk ausübt. Das sieht leider mal die Handwerksordnung vor.

oder was mir das bringt wurde?

Meist nicht viel, regelmäßig eventuell einen Infobrief oder einen Newsletter. Außerdem die Gewissheit, dass man in der Kammer ist und auch Rechtsstreitigkeiten mit der Kammer zusammen austragen kann. Beratungen, Weiterbildung und die Ausbildung von Lehrlingen und Gesellen sowie Meisterlehrgänge laufen über die Handwerkskammer.

Hier ein Link zur Handwerksordnung und den entsprechenden Paragraphen:
http://www.gesetze-im-internet.de/hwo/

Wenn man in Deutschland eine selbstständige Tätigkeit aufnimmt muss man entweder in der Handwerkskammer oder der Industrie und Handelskammer eingetragen sein.

Das stimmt so auch nicht, Ärzte sind zum Beispiel in der Ärztekammer organisiert. Beratende Betriebswirte, Unternehmensberater und KfW Gründungsberater sind in gar keiner Kammer und auch nicht verpflichtet in einer einzutreten.

Meine Name ist Torsten Montag, ich bin Betriebswirt, Internetcoach und betreibe seit 2004 das Gründerlexikon. Ich habe bereits mehr als 200 Unternehmern geholfen, einen guten Start hinzulegen und erfolgreich mit ihrem Business zu wachsen. Holen Sie sich jetzt einen Termin!

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