Achtung: Familienversicherung ist bei der gesetzlichen Krankenversicherung inkl.!

Vielen Auflagen und Verordnungen müssen Existenzgründer im direkten Zusammenhang mit der Gründung prüfen. Das gilt ebenso für familienversicherte Angehörige, als auch für die Selbständigen selbst. Ob nun privat oder gesetzlich versichert, Kinder, Arbeitslosigkeit oder oder oder – es gibt in jeder Situation einige Grundregeln zu beachten.

Fall 1 – Der Existenzgründer bleibt in der gesetzlichen Krankenversicherung

Bleibt der Gründer freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ändert sich für ihn und seine Angehörigen nichts. Die kostenlose Familienversicherung kann weiterhin für die Ehefrau und die Kinder genutzt werden. Voraussetzung ist natürlich, dass die Einkommensgrenzen des Ehepartners oder der Kinder, sofern diese bereits arbeiten, nicht überschritten werden.

Fall 2 – Der Gründer wechselt in die private Krankenversicherung und der Ehepartner ist angestellt

Der Existenzgründer kann mit dem Beginn seiner Selbständigkeit in eine private Krankenversicherung (PKV) wechseln. Hat der Ehepartner eigene Einkünfte, wie bspw. Lohn oder Gehalt, muss für die Krankenkasse ein Familienfragebogen ausgefüllt werden. Mit diesem Fragebogen wird festgestellt, welcher Partner überwiegend für den Unterhalt der Familie aufkommt.

Bei dem besser verdienenden Partner werden die Kinder dann in Punkto Krankenversicherung zugeordnet. Das kann also auch heißen, dass der privat versicherte Familienvater für seine Kinder eine private Krankenversicherung abschließen muss. Diese ist zwar wesentlich günstiger als eine Versicherung für einen Erwachsenen, sorgt jedoch für eine zusätzliche finanzielle Belastung, wenn gleich eine wesentlich höhere Absicherung und Vorsorge für die Kinder geschaffen wurde. Übrigens: Eine private Krankenversicherung für Kinder kostet ca. um die 100 EUR monatlich, je nach Versicherungsgesellschaft.

Eine Ausnahme gibt es noch: Wenn das Gesamteinkommen des privat versicherten Ehepartners höher ist als das des Partners, aber noch unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, können die Kinder trotzdem familienversichert werden. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze im Jahr 2017 beträgt 4.800 Euro monatlich (57.600 Euro jährlich).

gründerlexikon tipp

Mehr Infos zum Familienfragebogen und den Einkünften

Sehen Sie sich den Fragebogen zum Einkommen der einzelnen Familienmitglieder an! Auch darin ersichtlich: Welche weiteren Unterlagen die Krankenkasse von Ihnen benötigt. Mehr Informationen zum Thema Initiates file downloadFamilienfragebogen bei der SECURVITA Krankenkasse.

Fall 3 – Der Gründer wechselt in die Private Krankenversicherung und der Ehepartner hat keinen Anspruch auf Hartz IV

Sofern der Ehepartner keine Angestelltentätigkeit oder dergleichen aufnimmt, gibt es in diesem Fall kein Abwägen. Sowohl der Ehepartner als auch die Kinder müssen in der private Krankenversicherung versichert werden. Das ist auf Dauer eine teure Angelegenheit.

Eine Familienversicherung gibt es nur in der gesetzlichen Krankenversicherung. Sofern Ihr Ehepartner und/oder Kinder bisher über Ihre gesetzliche Krankenversicherung familienversichert waren, ist es aus finanziellen Gründen wahrscheinlich ratsamer, dass Sie dies zunächst erstmal beibehalten. Sollte Ihr Unternehmen später sehr gut laufen, können Sie den Wechsel in die private Krankenversicherung auch später vollziehen.

Vergleichen Sie die Leistungen der Krankenkassen untereinander

Häufig gestellte Fragen zur Familienversicherung:

Was muss der Selbständige bei der Familienversicherung beachten?

Die folgenden Fragen, Beispiele und Musterfälle sollen Ihnen dabei helfen, die Thematik der Familienversicherung bei Selbstständigen richtig einzuordnen. Es können natürlich nicht alle denkbaren Fälle und Möglichkeiten berücksichtigt werden. Im Zweifel oder bei Fragen können Sie gern auf uns zukommen oder bei Ihrer Krankenversicherung nachfragen.

Ganz wichtig: Eine Familienversicherung gibt es nur bei gesetzlichen Krankenversicherungen, nicht bei privaten Krankenversicherungen. Ihre Angehörigen (oder auch Sie selbst) sind damit beitragsfrei mitversichert und genießen die gleichen Leistungen.

Mein Tipp vorweg: Wenn Sie sich zu Beginn nur nebenberuflich selbstständig machen und Ihre Einnahmen die Größenordnung von 400 Euro im Monat nicht wesentlich überschreiten, dann macht eine Familienversicherung wahrscheinlich am meisten Sinn.

Beachten müssen Sie als Unternehmer vor allem die Einkommensgrenzen. Liegen Sie auch nur minimal darüber, müssen Sie den kompletten Beitrag zahlen.

Wie hoch liegen die Einkommensgrenzen bei der Familienversicherung?

Die Einkommensgrenzen bei der Familienversicherung werden regelmäßig, man kann sagen jedes Jahr, neu angepasst.

Die Einkommensgrenzen der Familienangehörigen sehen für 2017 wie folgt aus:

  • Ehepartner: 425 Euro monatlich / 450 Euro monatlich bei einem Mini-Job
  • Kinder: Bis 23 Jahre, sofern sie nicht selbst arbeiten, bis 25 Jahre bei Studium/Ausbildung
  • Kinder in Ausbildung: 450 Euro monatlich

Die Grenze beim Ehepartner in Höhe von 425 Euro monatlich wird regelmäßig angepasst. Sie richtet sich nach der festgelegten "monatlichen Bezugsgröße". Bis zu zweimal im Jahr darf die Hinzuverdienstgrenze überschritten werden, ohne das die Familienversicherung verloren geht.

Neben der Einkommensgrenze gibt es noch einige weitere Voraussetzungen:

  • Der Ehepartner darf nicht hauptberuflich selbstständig sein (Mehr als 18 Stunden selbstständiger Arbeit pro Woche)
  • Der Ehepartner darf nicht selbst versicherungspflichtig sein
  • Das Familienmitglied muss in Deutschland wohnen
  • Der Partner darf nicht versicherungsfrei sein, zum Beispiel als Beamter
Passfoto T.Montag

Tipp: Was Familienangehörige vom Einkommen abziehen dürfen

Die Einkommensgrenze von 425 bzw. 450 Euro ist nicht absolut zu sehen. Familienversicherte Angehörige dürfen einiges von ihrem Einkommen abziehen. Wenn der Ehepartner einen regulären Job hat, darf er Werbungskosten abziehen. Auch der Arbeitnehmerpauschbetrag darf vom Einkommen abgezogen werden.

Erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten mindern ebenfalls die Einkünfte und dürfen verrechnet werden. Erst wenn nach Abzug der genannten Größen die monatliche Einkommensgrenze überschritten wird, muss sich der Partner selbst krankenversichern.

Welche Angehörigen kann ich beitragsfrei mitversichern?

Wie bereits erwähnt, können Selbstständige, die gesetzlich krankenversichert sind, Familienangehörige mitversichern. Doch wer genau zählt zu den "Familienangehörigen"?

  • Ehepartner
  • Lebenspartner in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft
  • Kinder, Adoptivkinder, Stiefkinder, Pflegekinder
  • Kinder von familienversicherten Kindern (Enkel)

Welche Altersgrenzen gelten bei Kindern in der Familienversicherung?

  • Bis zum vollendeten 18. Lebensjahr
  • Bis zum vollendeten 23. Lebensjahr, wenn sie nicht erwerbstätig sind
  • Bis zum vollendeten 25. Lebensjahr, wenn sie zur Schule gehen, Ausbildung, freiwilliges ökologisches oder soziales Jahr, Bundesfreiwilligendienst

Keine Altersgrenze gilt für Kinder, die wegen einer Behinderung außerstande sind, für sich selbst zu sorgen und bei den Eltern wohnen. Die Behinderung muss bereits in der Zeit der Familienversicherung bestanden haben.

Familienversicherung Selbstständige Infografik

Wie lange kann ein Selbstständiger die Familienversicherung nutzen?

Hauptberufliche Selbstständigkeit

Ab 18 Stunden / Woche gehen die Krankenkassen von einer hauptberuflichen Selbstständigkeit aus. Solange eine hauptberufliche Selbstständigkeit besteht, ist eine Familienversicherung nicht möglich. Selbst wenn der Gewinn des Unternehmens niedriger ist als der Beitrag zur Krankenversicherung, muss der Gründer zwingend eine eigene Krankenversicherung abschließen. In diesem Fall kann der Selbstständige sich entweder für eine gesetzliche Krankenversicherung oder eine private Krankenversicherung entscheiden (Wir berichteten bereits darüber).

Nebenberufliche Selbstständigkeit

Hat sich der Gründer entschlossen, seine Selbstständigkeit erst einmal nebenberuflich (Tätigkeit bis zu 18 Stunden / Woche) zu starten, kann er unter bestimmten Voraussetzungen die Familienversicherung in Anspruch nehmen. Ihr monatliches Gesamteinkommen als Gründer darf die o.g. Grenze von 425 Euro monatlich (gültig ab 01. Januar 2017) ebenfalls nicht übersteigen.

Die Grenze kann höher liegen, sofern der Selbstständige auch einen Minijob ausübt (siehe nächsten Abschnitt).

Das heißt, dass gerade Gründer, die zu Beginn ihrer selbstständigen Tätigkeit mit geringen Einnahmen rechnen, eine nebenberufliche Selbstständigkeit anstreben sollten. Während dieser Zeit können sie weiter familienversichert bleiben und sich einen Kundenstamm aufbauen. Ist dieser erst einmal aufgebaut, wird aber wohl kaum etwas anderes übrig bleiben, als eine eigene Krankenversicherung abzuschließen. Hier sollte im Einzelfall genau überprüft werden, ob die gesetzliche Krankenversicherung den eigenen Anforderungen gerecht wird oder eher die private Krankenversicherung in Anspruch genommen werden sollte.

Sowohl die IKK als auch die Barmer wiesen im Gespräch auf die eingehende Prüfung der o.g. Voraussetzungen hin.

Opens internal link in current window» Gesetzlich oder privat versichert? Lesen Sie hier weiter!

Passfoto T.Montag

Tipp: Einkommensgrenze gilt nicht für jede Branche!

Hinweis: Für bestimmte Berufszweige gelten Ausnahmen. Wenn Sie Ihre Gründung zum Beispiel in einem künstlerisch-publizistischen Bereich starten, dann beträgt die Einkommensgrenze nur 325 Euro monatlich (3.900 Euro jährlich). Übersteigt Ihr Einkommen diese Grenze, müssen Sie sich grundsätzlich über die Künstlersozialkasse versichern.

Selbständig, Nebengewerbe, Minijob und Familienversicherung - geht das?

Eine bei Gründern beliebte Konstellation ist die Kombination von einem Minijob mit einer nebenberuflichen Selbständigkeit. Mit dieser Kombination ist durch den Minijob ein Teil der Fixkosten abgefedert und den Gründern bleibt ausreichend Zeit, ihre Selbständigkeit in die Wege zu leiten. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil für Unternehmer im Nebengewerbe besteht darin, dass sie die Familienversicherung weiter in Anspruch nehmen können.

Unterschiedliche Freibeträge

Wie bereits erläutert, gelten für den Minijob und die nebenberufliche Selbständigkeit unterschiedliche Freibeträge, um die Familienversicherung in Anspruch nehmen zu können:

  • Minijob: 450 Euro monatlich (ab 2015)
  • Nebenberuflich selbstständig: 425 Euro monatlich (Stand: 2017)

Nebenberuflich Selbständige mit Minijob

Dann gibt es auch Unternehmer, die nebenberuflich selbstständig sind und gleichzeitig einen Minijob ausüben. Jetzt könnte man meinen, in dieser Kombination, werden die Freibeträge einfach zusammengezählt. Dem ist aber leider nicht so. Stattdessen gilt für beide Einkünfte zusammen nur der Freibetrag von 450,- Euro. Verdienen Sie beispielsweise 200 Euro monatlich in einem Mini-Job, können Sie noch weitere 250 Euro monatlich mit Ihrer nebenberuflichen Tätigkeit einnehmen und trotzdem familienversichert bleiben. 

Opens internal link in current window» Gesetzlich oder privat versichert? Lesen Sie hier weiter!

Passfoto T.Montag

Was passiert, wenn die Einkommensgrenzen bei der Familienversicherung überschritten sind?

Wenn die Einkommensgrenze bei der Familienversicherung überschritten sind, muss derjenige sich selbst gesetzlich oder privat krankenversichern. Wenn Sie als Selbstständiger die Einkommensgrenzen überschreiten, können Sie es sich aussuchen, ob Sie in eine private oder gesetzliche Krankenversicherung wechseln.

Sollte das Einkommen Ihres Ehepartner oder Ihres Kindes höher als die Einkommensgrenze liegen, dann richtet sich die weitere Krankenversicherung nach deren Einkunftsarten. Ist Ihr Ehepartner beispielsweise angestellt, dann muss er sich wahrscheinlich gesetzlich krankenversichern.

Und wenn die Einkünfte die Einkommensgrenze nur minimal überschreiten?

Das ändert überhaupt nichts daran. Wenn Sie im Schnitt auch nur zum Beispiel 50 Euro über der Grenze liegen, müssen Sie die gesamten Kosten der Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Auch wenn Sie dadurch im Endeffekt weniger verdienen als vorher.

Beispielsrechnung

Die Höhe der Beiträge orientiert sich dann an der Höhe der Einnahmen. Es wird von jeder Krankenkasse ein Mindesteinkommen in Höhe von 2.231,25 Euro pro Monat unterstellt, das als Basis für die Berechnung dient (Unter bestimmten Voraussetzungen kann diese auf 1.487,50 Euro monatlich herabgesetzt werden).

Dadurch ergibt sich bei dem aktuell gültigen Krankenkassenbeitrag von 14,6 Prozent ein Mindestbeitrag in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung von 325,76 Euro (217,18 in bestimmten Fällen). Hinzu kommt bei fast allen Krankenkassen noch ein Zusatzbeitrag, den der Existenzgründer Selbstständige ebenfalls komplett allein tragen muss.

Was zählt zu den Einkünften bei einer Familienversicherung?

Zu den Einkünften zählen der Gewinn aus der nebenberuflichen Selbständigkeit. Der Gewinn erscheint in der EÜR. Die Einkünfte aus dem Minijob zählen ebenfalls dazu, deren Höhe erfahren Sie aus Ihrer Lohnbescheinigung oder Jahres-SV-Meldung.

Diese Einkünfte müssen zusammengerechnet unter 450,- Euro liegen, nur dann ist eine weitere Familienversicherung möglich.

Familienversicherung beantragen

Liegen die Einkünfte unter der Freigrenze kann der Unternehmer bei der zuständigen Krankenkasse einen Antrag auf Familienversicherung stellen. Nach der Genehmigung durch die Krankenkasse werden alle zwei Jahre die Einkünfte überprüft. Der familienversicherte Unternehmer muss den Fragebogen Familienversicherung (PDF, 35 KB) (Angaben zur Feststellung der Familienversicherung) ausfüllen.

Problem: Höhere Einkünfte

Liegen die Einkünfte aus der nebenberuflichen Selbständigkeit und dem Minijob über 5.400,- Euro im Jahr (450,- mal 12), besteht kein Anspruch auf Familienversicherung mehr. Trifft dieser Umstand auch schon für das Vorjahr zu, müssen die Beiträge zur Krankenversicherung nachgezahlt werden. Der Unternehmer ist nämlich verpflichtet, bei Änderungen der Einkünfte die Krankenkasse zu informieren.

Ab welchem Datum müssen die Beiträge nachgezahlt werden?

Krankenversicherungsbeiträge müssen immer dann rückwirkend nachgezahlt werden, wenn der Unternehmer die Veränderung der Einkünfte der Krankenkasse nicht mitgeteilt hat.

Sofern die Familienversicherung nicht mehr möglich ist, gilt die Versicherungspflicht. Hier ist das Datum des Einkommensteuerbescheides ausschlaggebend. Ab dem Zeitpunkt des Ergehens des Steuerbescheides gilt die Versicherungspflicht.

Beispiel: Berechnung Nebenberuflicher Selbstständiger mit Minijob

Der nebenberuflich Selbständige hat im Jahr 2016 einen Gewinn von 3.800,- Euro erwirtschaftet. In seinem Minijob hat er über das Jahr 2.800,- Euro verdient. Die Summe der Einkünfte beträgt somit 6.600,- Euro. Der Freibetrag der Familienversicherung ist weit überschritten und der Unternehmer ist krankenversicherungspflichtig.

Den Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2016 hat der Unternehmer mit dem Datum vom 20.05.2017 erhalten. Die Versicherungspflicht besteht damit ab dem 20.05.2017.

Beitragsberechnung bei nebenberuflich Selbständigen

Der Krankenversicherungsbeitrag wird bei nebenberuflich Selbständigen nicht wie bei hauptberuflich Selbständigen berechnet. Es gelten ermäßigte Sätze, die sich danach richten, ob der Unternehmer von seinen Einkünften leben kann. Ggf. werden die Einkünfte des Ehepartners bei der Berechnung noch mit hinzugezogen. Nähere Auskünfte kann der Unternehmer bei seiner zuständigen Krankenkasse erhalten.

Insiderwissen

Von einem Insider (sichere Quelle) haben wir Interessantes erfahren. So sind die Krankenkassen in der Regel nicht in der Lage über einen längeren Zeitraum die Einkünfte zu prüfen oder nachzuvollziehen und festzusetzen.

Was könnte das für den Unternehmer bedeuten?

Übt der Bürger schon längere Zeit einen Minijob aus und beginnt ein Nebengewerbe kann die Krankenkasse in der Regel nicht nachkommen, solange das Nebengewerbe bei der Krankenkasse nicht angegeben wird. Unternehmer im Nebengewerbe verdienen eh nur Peanuts und müssen darauf auch noch Beiträge zur Krankenversicherung zahlen. Auf Grund der Bürokratie und des Systems sind die Krankenkassen in der Regel nicht in der Lage, diese Beträge einzufordern.

Informationen vom Finanzamt

In der Regel erhalten die Krankenkassen keine Informationen vom Finanzamt. Ein Amtshilfeersuchen von den Krankenkassen an das Finanzamt passiert nur dann, wenn der Versicherte den oben beschriebenen Fragebogen nicht ausfüllt und seine Mitwirkungspflicht vernachlässigt. Das sollte der Versicherte tunlichst vermeiden, denn spätestens dann fliegt jeder Schwindel auf.

Noch ein Hinweis:

Krankenversicherungsbeiträge sind keine Betriebsausgaben

passfoto torsten montag

Wie ist die Familienversicherung bei den einzelnen Krankenkassen geregelt?

Viele Leser möchten Regelungen der einzelnen Krankenkassen zur Familienversicherung nachlesen. Ich habe in diesem Premium Inhalt zu den gängigen Krankenkassen die wichtigsten Informationen zusammengestellt:

Wie ist die Familienversicherung bei der Barmer geregelt?

Wie ist die Familienversicherung bei der AOK geregelt?

Wie ist die Familienversicherung bei der DAK geregelt?

Wie ist die Familienversicherung bei der IKK geregelt?

Wie ist die Familienversicherung bei der TK geregelt?

alle Premiuminhalte inkl.
interaktive Checkliste als Gründungshilfe
9,95 € einmalig (kein Abo)
paypal express button gründerlexikon premium Jetzt diesen und alle weiteren Premiuminhalte für einmalig 9,95 € kostenpflichtig bestellen! »

Jugendliche Gründer und Schüler: Auswirkungen auf die Familienversicherung

Wenn die Eltern gesetzlich versichert sind, sind auch deren Kinder gewöhnlich gesetzlich versichert. Hierfür fallen dank Familienversicherung keine Beiträge an. Diese Beitragsfreiheit ist allerdings an einige Bedingungen geknüpft, da dieser Umstand sonst zu sehr ausgenutzt würde. Eine dieser Bedingungen ist, dass eine gewisse Einkommenshöhe nicht überschritten wird.

Erlaubtes Einkommen in der Familienversicherung

Die Hinzuverdienstgrenze in der Familienversicherung ist für Kinder dieselbe wie für Erwachsene. Sie wird jedes Jahr neu festgelegt. Während sie in den Jahren 2016 bei 415 Euro lag, wurde sie für das Jahr 2017 auf 425 Euro im Monat angehoben. Sofern ein Jugendlicher geringfügig beschäftigt ist, gilt eine Hinzuverdienstgrenze von 450 Euro.

Sofern eine gewerbliche Tätigkeit und ein Minijob vorliegen, müssen die Einkünfte aus diesen zwei Beschäftigungen zusammengerechnet werden und müssen dann zusammen unter 450 Euro liegen, damit der Anspruch auf die beitragsfreie Familienversicherung nicht verloren geht (siehe auch Abschnitt "Selbstständig, Nebengewerbe, Minijob und Familienversicherung").

Was zählt zum Einkommen?

Bei selbstständigen Jugendlichen werden nicht nur die Gewinne aus der gewerblichen Tätigkeit berücksichtigt. Hinzugerechnet werden müssen außerdem Einnahmen aus anderen Einkunftsarten, z. B.

  • aus Kapitalvermögen
  • aus Vermietung und Verpachtung
  • aus Renten

Im Gegenzug dürfen Werbungskosten, Sparerfreibeträge und Abschreibungen berücksichtigt werden, die das Einkommen wiederum senken können. Was nun am Ende der Berechnung „unterm Strich“ übrig bleibt, darf die Grenzen von 425 Euro bei Selbständigen bzw. 450 Euro bei Minijobbern nicht übersteigen.

Weitere Voraussetzungen für die Familienversicherung

Es gibt zwei weitere Kriterien, die für jugendliche Gründer wichtig sind. Erstens darf die selbstständige Tätigkeit nicht mehr als 18 Stunden in der Woche einnehmen. Zweitens darf kein versicherungspflichtiger Arbeitnehmer eingestellt werden. Sofern dieses Zeitkontingent überschritten oder ein versicherungspflichtiger Arbeitnehmer eingestellt wird, wird eine hauptberufliche selbstständige Tätigkeit angenommen und der Jugendliche muss sich selbst versichern.

Zu hoher Verdienst – Folge: eigene Krankenversicherung

Sobald der Verdienst die Hinzuverdienstgrenzen übersteigt, muss sich auch der Schüler selbst krankenversichern. Er kann entweder seiner bisherigen Krankenversicherung treu bleiben oder auch eine neue auswählen.

Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!
-Anzeige-
Meine Checkliste
Zu viele Schritte?

Neue Produkte unserer GründerAkademie

 BWA selber erstellen

ohne Steuerberater und Excel-Kenntnisse

 Rechnungen selber schreiben

Welche Software nutzen?