Bonitätsauskunft: Selber machen oder Dienstleister beauftragen?

Wie im vorherigen Artikel beschrieben, macht es vor allem bei größeren Aufträgen bzw. Neukunden Sinn, Opens internal link in current windowim Vorfeld deren Bonität zu prüfen. Unabhängig davon, ob Sie bereits ein gewisses finanzielles Polster aufgebaut haben oder nicht, wollen Sie schließlich immer Ihr Geld erhalten. Um einschätzen zu können, ob Ihr potentieller Kunde seinen Verpflichtungen auch nachkommen wird, haben Sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Sie fragen selbst bei verschiedenen Auskunfteien, wie Schufa oder Creditreform an. Oder Sie nehmen einen Dienstleister in Anspruch, der Ihnen gesammelt die Daten zur Verfügung stellt, sprich Sie beauftragen eine Detektei oder ähnliches.

Detektiv auf der Suche
Die Bonitätsermittlung gleicht manchmal einer Detektivarbeit. Bildquelle: GraphicMama-team / pixabay.com

Bonitätsermittlung von Kunden selber machen

Falls Sie selbst die Bonität Ihrer Kunden prüfen wollen, so können Sie auf Auskunfteien wie eben Opens external link in new windowSchufa usw zurückgreifen. Dazu registrieren Sie sich bei den einzelnen Firmen und erhalten gegen Bezahlung die gewünschten Informationen. Manchmal werden die Informationen unmittelbar zugänglich gemacht, manchmal dauert es eine gewisse Zeit. Wer als Unternehmer bei der Schufa die Bonität im B2B Bereich abfragen möchte, hat dazu zwei Möglichkeiten:

  • Die Einrichtung eines Accounts mit der Möglichkeit permanent Abfragen zu tätigen
  • Eine einmalige Abfrage für 14,90 Euro

Eine Opens external link in new windowEinzelabfrage bei Creditreform kostet um die 200,- Euro. Sie können auch für ungefähr 20 Euro eine Bankauskunft von Ihrem Kunden einholen. Natürlich wird Ihnen jedoch die Bank keine Kontostände usw. weitergeben, sondern nur allgemeine Informationen, wie zum Beispiel, wie lange die Kundenbeziehung besteht und Formulierungen wie “eine sehr hohe Kreditwürdigkeit”.

Bonität von Kunden prüfen mit Hilfe von Dienstleistern

In der Regel wird das die einfachere Variante sein. Sie müssen sich nicht erst bei allen möglichen Auskunfteien anmelden, sondern haben nur einen Ansprechpartner, auf den Sie zurückgreifen. Dieser wird Ihnen dann meist am selben Tag noch die gewünschten Daten zur Verfügung stellen. Ein Beispiel für einen solchen Dienstleister ist Opens external link in new window die Detektei Lentz.

Welche Daten werden zugrunde gelegt?

Dienstleister nutzen natürlich ebenfalls die Daten verschiedener Auskunfteien. Ganz klassisch ist die Schufa Datenbank. Dazu werden jedoch auch weitere Auskunfteien angefragt wie zum Beispiel diese hier:

  • Creditreform
  • Bürgel
  • DB Germany

Die Liste ist keinesfalls abschließend, sondern nur eine grobe Übersicht der bekanntesten Anbieter. Zusätzlich greifen Dienstleister auch auf eigene Datenbestände zurück. Die Daten werden anschließend aufbereitet und an den Unternehmer weitergereicht. Danach sollte er in der Lage sein, eine Entscheidung anhand von Fakten treffen zu können.

Welche Gebühren fallen für eine solche Abfrage an?

Nutzen Sie einen Dienstleister, werden Gebühren in Höhe von circa 1.500 Euro netto anfallen. In der Regel handelt es sich dabei um einen Festpreis. Ich empfehlen Ihnen, im Vorfeld genau abzusprechen, welche Daten Sie benötigen. Sollten Sie häufiger Bonitätsermittlungen benötigen, dann sollten Sie ebenfalls nach Rabatten fragen. 1.500 Euro ist natürlich eine ganze Stange Geld. Daher sollten Sie das auch nur in Anspruch nehmen, wenn es das potentielle Geschäft auch hergibt.

Als Faustregel gilt: Je mehr Daten Sie möchten, desto teurer wird die Anfrage. Je weniger Auskünfte Sie benötigen, desto preiswerter.

Dafür erhalten Sie ausführliche Auskünfte von allen großen deutschen Auskunfteien. Zwar könnten Sie auch zum Beispiel nur bei der Schufa anfragen. Doch selbst bei der Schufa sind nicht alle Daten vorhanden. Gerade im B2B Bereich lohnt sich der Vergleich von mehreren Auskunfteien. Die ermittelten Daten werden im Anschluss für Sie vergleichbar aufbereitet. Hier können Sie sich mal eine Opens external link in new windowMuster Kompaktauskunft der Schufa anschauen. Die Datenaufbereitung anderer Auskunfteien sowie der Dienstleister, sehen ähnlich aus.

Wie lange dauert eine Bonitätsermittlung?

Das ist abhängig vom Sitz des Unternehmens. Haben Sie direkten Zugang zur Schufa, erhalten Sie meist sofort online die Auskunft. Nutzen Sie einen Dienstleister werden Ihnen die Daten von deutschen Firmen innerhalb weniger Stunden zur Verfügung gestellt. Bei Bonitätsermittlungen von Firmen im Ausland dauert es bis zu 2 Tagen, je nachdem wo Ihr potentieller Neukunde seinen Hauptsitz hat.

Daten abfragen: Darf ich das überhaupt?

Interessante Frage, schließlich soll es ja auch so etwas wie “Datenschutz” geben. Die kurze Antwort lautet: Überwiegt Ihr wirtschaftliches Interesse als Verkäufer, dann benötigen Sie keine Einverständniserklärung. Konkret heißt das, dass eine Opens external link in new windowBonitätsprüfung ohne Einwilligung dann gesetzlich möglich ist, wenn Sie in Vorleistung gehen. Das trifft zum Beispiel bei Kauf auf Rechnung zu. Geht Ihr Kunde jedoch in Vorkasse, dann dürfen Sie ohne Einwilligung keine Bonitätsprüfung durchführen. Allerdings brauchen Sie dass dann ja auch nicht mehr, da kein Zahlungsrisiko besteht.

Vergleich Bonität ermitteln: Selber machen oder Dienstleister beauftragen
Bonitätsauskunft Selber machen Dienstleister beauftragen
Vorteile Auskunfteien selbst festlegen Kaum Arbeit
  Geringere Kosten Zeitersparnis, keine Registrierung bei verschiedenen Auskunfteien nötig
    Umfassendste Datenauskunft
    Dienstleister bereitet Daten vergleichbar auf
     
Nachteile Hoher Zeitaufwand Höhere Kosten
  Daten selbst vergleichbar machen  

Fazit: Selber machen oder Dienstleister beauftragen? Individuell festlegen

Ob Sie Bonität Ihrer Kunden selber prüfen oder dafür einen Dienstleister beauftragen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zuerst sollten Sie ermitteln, was für Sie beim potentiellen Geschäft überhaupt herausspringt. Denn einen Dienstleister für die Bonitätsermittlung zu beauftragen wird Sie gut und gerne einen 4-stelligen Betrag kosten. Dafür bekommen Sie dort auch die umfassendste Auskunft. Wenn Sie regelmäßig und häufiger Abfragen tätigen, dann lohnt sich eventuell eine Mitgliedschaft bei den verschiedenen Auskunfteien. Der Zeitaufwand für Registrierung und die monatlichen bzw. einmaligen Kosten rentieren sich dann schon eher. Alternativ könnten Sie natürlich auch mit dem Dienstleister einen Paketpreis verhandeln.

Nachdem Sie die Bonität Ihres neuen Kunden ermittelt haben, zeige ich Ihnen im nächsten Schritt, Opens internal link in current windowwie Sie sich vor dem Kostenvoranschlag-Trick schützen können.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihr Torsten vom

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