Prüfen Sie die Bonität Ihrer künftigen Kunden!

Ehe Sie einen Opens internal link in current windowKostenvoranschlag oder ein Angebot ausstellen, sollten Sie feststellen, ob Sie mit dem betreffenden Neukunden überhaupt zusammenarbeiten möchten. Längst nicht jeder Anfragende ist für Sie auch ein attraktiver Kunde, besonders wenn es im Bereich der Liquidität Schwierigkeiten gibt. Aus diesem Grunde sollten Sie stets die Bonität Ihrer künftigen Kunden im Vorfeld überprüfen, um keinem Betrüger oder mehr oder weniger zahlungsunfähigen Unternehmen aufzusitzen.

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Bild: scorekompass.de

Definition: Was die Bonität aussagt

Als Bonität bezeichnet man grundsätzlich den Willen und die Fähigkeit eines Schuldners, seine Schulden zu begleichen. Sie umfasst also einerseits die Ausstattung mit finanziellen Mitteln, andererseits aber auch die Bereitschaft, seinen Zahlungsverpflichtungen regelmäßig nachzukommen. Viele kennen die Begrifflichkeit der Bonität von der Kreditvergabe bei Banken, die auf dieser Grundlage entscheiden, ob der Kunde kreditwürdig ist oder nicht. Und auch bei Mietern wird die Bonität vorausgesetzt, ehe der Vermieter einen Mietvertrag eingeht. Auch im geschäftlichen Umfeld werden Bonitätsüberprüfungen von Neukunden durchgeführt, um herauszufinden, ob diese willens und in der Lage sind, später ihre Rechnungen zu bezahlen.

Die Schwierigkeit im geschäftlichen Umfeld ist, dass Sie im Regelfall über keine detaillierten Informationen zur finanziellen Lage Ihrer Kunden verfügen. Deshalb gibt es Auskunfteien wie die SCHUFA oder Creditreform, die Daten über Privatpersonen und Unternehmen sammeln und speichern, die der Beurteilung der Bonität dienen. Diese Daten kann jeder Unternehmer abfragen und sich so einen Überblick über die Kreditwürdigkeit des Neukunden verschaffen. Hierfür wird gewöhnlich ein Bonitätsindex herangezogen. Diese in Zahlen ausgedrückte Bonität wird als Indikator für die Kreditwürdigkeit herangezogen. Wie sich diese genau zusammensetzt und wie sie interpretiert wird, habe ich in einem Opens internal link in current windowArtikel zum Bonitätsindex erklärt.

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Adress- und Bonitätsprüfung

Hier ein paar ausgewählte Dienste:

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Bonitätsabfrage bei Auskunfteien

Eine Bonitätsabfrage können Sie über eine Auskunftei durchführen. Durch Ihre Abfrage erhalten Sie den Bonitätsindex mit entsprechender Erläuterung, eine Einschätzung der Ausfallwahrscheinlichkeit sowie weitere Informationen und Analysen. Sie müssen sich vor der Abfrage entscheiden, ob Sie mehr über ein Unternehmen oder eine Privatperson erfahren möchten, denn dabei handelt es sich um zwei unterschiedliche Produkte. Sie unterscheiden sich einerseits durch den Preis, andererseits aber auch durch den Umfang. Informationen wie die Branche, die Auftragslage oder die Bilanzbonität können bei Privatpersonen nicht erhoben werden, dementsprechend ist die Auskunft hier deutlich weniger umfangreich.

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Bei Zahlungsausfall Kreditversicherungen eine Option?

In der Zeit der aktuellen Krise sind Unternehmensinsolvenzen keine Seltenheit, sondern fast schon Alltag. Das merken auch die Unternehmen selbst und steigern ihre Nachfrage nach einem lange Zeit fast vergessenen Instrument, um sich gegen Zahlungsausfälle seitens der Kunden abzusichern - nämlich die Kreditversicherung.

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Wann sich die Bonitätsprüfung lohnt

Jede qualifizierte Bonitätsabfrage kostet Geld – mitunter viel Geld. Während sich die Kosten für die Abfrage im B2C-Bereich mit unter 1 Euro meistens stark in Grenzen halten, ist die Abfrage zu Geschäftskunden deutlich teurer. Mehr dazu lesen Sie in meinen Artikeln zur SCHUFA und zu Bürgel und Creditreform. Angesichts dieser Kosten stellt sich die Frage, wann es Sinn macht, seine Kunden zu überprüfen und wie oft man dies tun sollte.

Ob sich eine Bonitätsprüfung lohnt, sollten Sie anhand des Auftragswertes klassifizieren. Je höher der Rechnungsbetrag bzw. Auftragswert ist, desto wichtiger ist die Prüfung. Es muss nicht zwingend jeder Kunde überprüft werden, aber gerade bei größeren Aufträgen sollten Sie stets auf Nummer sicher gehen. Eine gute Anlaufstelle, bei der Sie aktuelle Bonitätsdaten zu Ihren Kunden finden, ist beispielsweise Firmenwissen.de. Insbesondere dann, wenn zwischen zwei Aufträgen eine längere Zeitspanne liegt, sollten Sie später eine erneute Überprüfung in Betracht ziehen. Dasselbe gilt, wenn Ihnen Gerüchte über Zahlungsschwierigkeiten des Kunden zu Ohren kommen oder Sie aus anderen Gründen ein schlechtes Gefühl zu einem suspekten Kunden haben.

Die Auskunfteien beziehen ihre Einträge zu einem Teil aus eigenen Recherchen. Ein großer Teil der Datenbestände resultiert aber auch aus den Meldungen der Mitglieder. Sie können positive ebenso wie negative Erfahrungen mit einem Kunden an die Auskunftei melden. Diese werden wiederum anderen Mitgliedern im Rahmen ihrer Abfragen zur Verfügung gestellt. Durch negative Eintragungen verschlechtert sich der Bonitätsindex des Kunden und damit auch seine Kreditwürdigkeit.

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Download-Tipp: Vorlage Lieferantenbewertung als Datenbank oder Excel

Diese Vorlage zur Lieferantenbewertung, auch Lieferantenbeurteilung genannt, wurde in Access (*.mdb) von Harry Zingel erstellt. Sie ist für die Verarbeitung von mehr als 36 Lieferanten geeignet und damit alternativ zur angebotenen Excelversion (bis zu 36 Lieferanten) zu verwenden. (Im Mitgliederbereich stehen beide Varianten zum Download bereit)

Neben der Erfassung der Stammdaten des Lieferanten, können die einzelnen Bewertungskriterien individuell gewichtet werden. Darüber hinaus können die im Ergebnis vergebenen Noten im einzelnen nach erreichter Punktzahl definiert werden. Lieferanten werden nach Zeit- und Termintreue, Reaktion auf Mahnungen, technische Qualität, QMS: ISO- Zertifizierung, QMS: TQM-System, Service: Beantwortung von Anfragen, Service: Erledigung von Reklamationen, Zusammenarbeit bei Qualitätsproblemen, finanzielle Lage, technische Ausrüstung, Vertreterbesuche und Teilnahme an Seminaren und Kursen bewertet.

Neben zahlreichen Statistiken und Diagrammen kann auch eine ABC-Analyse sowie eine Lorentzkonzentration (LKM) durchgeführt werden.

Hinweis: Wenn Sie beim Start einen Laufzeitfehler erhalten, liegt es meist am Schreibschutz. Sie können die Datei weder von CD noch aus dem ZIP heraus starten; ziehen Sie sie stattdessen erst in einen Ordner und starten Sie sie von dort. Nur für Access® 2000, XP. 2003 oder 2007. NICHT geeignet für Access 97 oder früher!

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Wie ist es um Ihre eigene Bonität bestellt?

Wenn Sie sich mit der Bonität Ihrer Kunden auseinandersetzen, sollten Sie auch Ihre eigenen gespeicherten Daten überprüfen. Sie haben laut § 34 BDSG das Recht, einmal pro Jahr bei den Auskunfteien kostenfrei eine Selbstauskunft anzufordern. Sie ist nicht annähernd so ausführlich wie eine normale, kostenpflichtige Bonitätsauskunft, denn sie enthält keine Analysen oder Interpretationen. Aber Sie erhalten einen Überblick darüber, wie Ihr Bonitätsindex aussieht und ob negative Einträge vorhanden sind. Da längst nicht alle Unternehmen daran denken, eigentlich erledigte negative Einträge löschen zu lassen, sollten Sie diese Selbstauskunft regelmäßig bei den größeren Auskunfteien anfordern und zu überprüfen. Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihnen falsche Einträge beim Eingehen neuer Geschäftsbeziehungen nicht unnötigerweise das Leben schwer machen.

Bonitätsprüfung kostenlos – Gibt es das?

Eine kostenlose Bonitätsprüfung Dritter ist zwar sehr gefragt, wird derzeit aber von keinem seriösen Anbieter offeriert. Der Grund dafür ist einfach: Die gigantische Datenmenge, die für eine lückenlose Erfassung möglichst vieler Privatpersonen und Unternehmen in Deutschland notwendig ist, geht mit einem enormen Erfassungs- und Pflegeaufwand einher. Würden die dafür entstehenden Kosten nicht über Mitgliedsbeiträge oder Abfragegebühren finanziert werden, müsste der Anbieter alternative Finanzierungsmethoden finden, z. B. den Adressverkauf oder Werbung. Dies wäre aber wohl kaum im Interesse der Mitglieder.

Häufige Fragen zur Kreditwürdigkeit

Die Kreditwürdigkeit - auch als Bonität bezeichnet - gibt potentiellen Gläubigern eine Information darüber, inwiefern ein Schuldner die einzugehenden Verbindlichkeiten inklusive eventueller Zinsen voraussichtlich zurückzahlen kann und will. Dies Kreditwürdigkeit stellt so einen Anhaltspunkt für die Einschätzung des Risikos dar, das ein Gläubiger bei der Vergabe eines Kredites eingehen wird. Eine hohe Kreditwürdigkeit bezeichnet demzufolge eine geringe Ausfallwahrscheinlichkeit der Verbindlichkeit.

Da die Kreditwürdigkeit sowohl bei Kunden als auch bei Ihnen als Unternehmer selbst eine sehr wichtige Rolle und ein Fundament helles Entscheidungskriterium darstellt, habe ich im folgenden die häufigsten Fragen zur Kreditwürdigkeit meiner Leser zusammengetragen und beantwortet.

Sind Banken gesetzlich zu einer Überprüfung der Kreditwürdigkeit verpflichtet?

Insbesondere Banken und andere Kreditinstitute müssen vor der Vergabe eines Kredites die Opens internal link in current windowBonität eines Kunden systematisch ermitteln, um das Kreditrisiko professionell einschätzen zu können. Sie sind in Deutschland zu einer laufenden Überprüfung der Bonität ihrer Schuldner durch das Kreditwesengesetz (KWG) und die Solvabilitätsverordnung (SolVV) verpflichtet. Werden die erforderlichen Unterlagen durch den Schuldner nicht zur Verfügung gestellt, berechtigt dies das Kreditinstitut zur Kündigung der Verbindlichkeit.

In welchem Umfang ist die Kreditwürdigkeit zu prüfen?

Die Kreditwürdigkeitsprüfung, die eine Einschätzung der Kreditwürdigkeit einer natürlichen oder juristischen Person darstellt, umfasst sowohl die persönliche Bonität - eine Auskunft über die Zuverlässigkeit des potentiellen Schuldners und dessen voraussichtliche Bereitschaft, die aufgenommenen Schulden zu bedienen -, als auch die wirtschaftliche Kreditwürdigkeit, aus der die voraussichtliche Zahlungsfähigkeit des Schuldners abgeleitet wird. Letztere wird in der Fachsprache auch als Kapitaldienstfähigkeit bezeichnet.

Welche Informationen werden für die Bonitätseinschätzung herangezogen?

Hinsichtlich der Informationstiefe, die für die Einschätzung der Kreditwürdigkeit erforderlich ist, gibt es keine einheitlichen Kriterien. In der Regel wird diese jedoch mit der Kredithöhe korrellieren. Zu den Informationen, die für eine Einschätzung der Bonität herangezogen werden können, zählen unter anderem Bilanzen, Jahresabschlüsse und Kennziffern, die Auskunft über die Finanzlage des Unternehmens geben, sowie das in der Vergangenheit gezeigte Zahlungsverhalten.

Wie prüfen Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit?

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde versucht, die Kreditwürdigkeit eines Schuldners professionell einzuschätzen. Gewinnorientierte Ratingagenturen, wie zum Beispiel die Unternehmen Standard & Poor's und Moody's, ermitteln seither die Kreditwürdigkeit verschiedener Personen und Institutionen auf wirtschaftlich-statistischer Basis. Sie stellen ihre Ergebnisse potentiellen Gläubigern entgeltlich zur Verfügung. Die Kreditwürdigkeit wird in Ratings oder Scores ausgedrückt, die verschiedene Abstufungen der Bonität abbilden. Sie reichen in der Regel von AAA (hervorragende Bonität) bis D (Zahlungsausfall wahrscheinlich). Dies sind jedoch keine absoluten Werte, sondern ermöglichen die Darstellung einer Rangordnung innerhalb potentieller Schuldner. Lesen Sie hier zum Ratingverfahren um Basel II

Welche straf- und zivilrechtlichen Aspekte gibt es bei der Kreditwürdigkeit zu beachten?

Wer in verleumderischer Absicht die Kreditwürdigkeit eines Schuldners herabzusetzen versucht (Gefährdung des Kredites), wird strafrechtlich verfolgt und ist dem Geschädigten zum Schadensersatz verpflichtet. (§ 187 Strafgesetzbuch und § 824 Bürgerliches Gesetzbuch).

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