Das Texter-Dilemma: Fremde Website + fremdes Problem = schlechte Qualität

Wenn ein Texter das Know-how hat, um hochqualitative Texte zu verfassen, stellt sich die Frage, was ihn dazu bringt, dies auch zu tun. Wir haben lange beobachtet, in welchen Fällen gute und schlechte Qualität abgeliefert wurde und konnten eine Feststellung machen: Je mehr sich der Texter mit der Thematik des Textes identifizieren kann, desto besser ist im Endeffekt auch die Qualität des Textes. Angenommen, wir schreiben über ein Problem, das uns gerade selbst beschäftigt – es ist doch nur mehr als logisch, dass wir uns dafür besonders anstrengen.

Bild: geralt / pixabay.com

Eigene oder fremde Webseite

Wir haben außerdem festgestellt, dass es auch eine Rolle spielt, ob der Texter für eine fremde Seite oder eine eigene Seite schreibt. Auch bei der eigenen Website ist die Motivation wesentlich größer, mehr Zeit in einen Text zu investieren. Wir haben diesen Sachverhalt in einer Qualitätsmatrix dargestellt:

Qualitätsmatrix

Doch was bedeuten nun die einzelnen Quadranten?

 

Quadrant I: Höchste Qualität

Typisches Beispiel: Der Texter berichtet in seinem eigenen Blog über ein Buch, das er gerade liest. Qualität: Die Qualität ist bei dieser Konstellation am höchsten. Sie liegt dem Texter selbst am Herzen, da es sich um seine eigene Seite handelt. Gleichzeitig handelt es sich um ein Thema, für das er sich offensichtlich interessiert, sonst hätte er es nicht gewählt. Schließlich hat er auf seiner eigenen Website die freie Themenwahl. Nachteil: Wir haben leider nichts davon! Wir könnten höchstens davon profitieren, wenn wir in einem dieser hochqualitativen Artikel einen Link unterbringen würden. Aber es gibt sonst keinen positiven Effekt für unsere eigenen Seiten.

Quadrant II: Sehr gute Qualität

Typisches Beispiel: Die meisten Texter haben ein Spezialgebiet. Wir beauftragen ihn mit der Erstellung eines Textes aus diesem Bereich. Qualität: Wir können uns in diesem Fall relativ sicher sein, dass die Qualität besonders in Bezug auf die Inhalte sehr gut ausfallen wird. Dies liegt daran, dass der Texter sich für das Thema interessiert und in diesem Gebiet bereits Erfahrungen vorweisen kann. Zusätzlich kann er unter Umständen sogar auf zusätzliches Daten- und Fotomaterial zurückgreifen, das sich im Laufe der Zeit angesammelt hat. Nachteil: Besonders wenn wir größere Mengen an Texten benötigen, würde die Beauftragung von Textern mit ihren Spezialthemen einen schier unmöglichen Verwaltungsaufwand darstellen. Wir bräuchten zig Texter, von denen dann jeder nur von Zeit zu Zeit einen Auftrag erhielte, nämlich wenn sein Spezialthema gefragt ist. Das würde aber weder die Texter noch uns zufriedenstellen. In dem Moment, in dem wir bei einem Texter zahlreiche verschiedene Themenbereiche in Auftrag geben, müssen wir uns auf eine schwankende Qualität einstellen.

Quadrant III: Gute Qualität

Typisches Beispiel: Der Texter veröffentlicht auf seinem Blog einen Text für einen Linktausch. Das Thema geben wir vor, um eine Themenrelevanz zu unseren Seiten herzustellen. Qualität: Die Qualität ist bei solchen Texten im Regelfall auch noch sehr gut. Allerdings wird sich der Texter nicht die Mühe machen, das Thema großartig auszuschmücken und auszuarbeiten. Der Grund dafür ist einfach: Er möchte den Qualitätsstandard seiner Seite halten und kann es sich daher nicht leisten, schlecht geschriebene Artikel zu veröffentlichen. Da es sich aber im schlimmsten Fall um ein Thema handelt, das ihn vielleicht überhaupt nicht interessiert, ist die Motivation nicht besonders groß. Nachteil: Auch in diesem Fall haben wir leider nichts von der guten Qualität, da der Artikel nicht auf unseren Seiten veröffentlicht wird. Immerhin erscheint unser Link auf dem Hintergrund des guten Textes, was uns unter Umständen frischen Traffic bringen kann.

Quadrant IV: Mittelmäßige Qualität

Typisches Beispiel: Quadrant IV stellt leider die am meisten vorkommende Fallkonstellation dar. Wir beauftragen einen Texter damit, Texte zu bestimmten Themen für unsere Websites zu verfassen. Das Spezialgebiet des Texters kommt vielleicht von Zeit zu Zeit auch vor, ist aber nicht Hauptbestandteil der Aufträge. Qualität: Die Qualität könnte man als annehmbar beschreiben. In der Regel sind die Texte wenigstens in Hinblick auf die Rechtschreibung und Orthografie korrekt. Aber eine übermäßige Qualität brauchen wir gar nicht zu erwarten, denn wir bekommen sie im Regelfall auch nicht. Diesen Quadranten müssten wir im Prinzip noch weiter unterteilen. Eine mittelmäßige Qualität erhalten wir nämlich gewöhnlich nur, wenn der Texter mit der Bezahlung zufrieden ist. Sobald er mit der Bezahlung nicht zufrieden ist, sinkt die Qualität noch weiter und es schleichen sich fachliche oder Rechtschreibfehler ein. Vorteil: Diese Art von Texten lässt sich zumindest zu vergleichsweise günstigen Preisen einkaufen. Nachteil: Von dieser Kostenersparnis profitieren wir nur marginal, da wir entweder akzeptieren müssen, dass unsere Leser mit der Qualität nicht zufrieden sind, oder aber entsprechend nacharbeiten müssen. Letzteres kostet aber wiederum Zeit und damit Geld. Wir stellen fest, dass die Qualität eines Textes vor allem davon abhängt, ob der Texter ein Problem als sein eigenes anerkennt oder nicht. Doch wie bringen wir den Texter dazu, unser Problem bzw. unser Thema als sein eigenes anzusehen? Das wollen wir uns im nächsten Artikel etwas genauer ansehen.

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